VerbraucherschĂĽtzer kritisieren Debitels Crash-Politik
Vor einem halben Jahr konnte im Internet der Handy-Billigtarif "Crash 5" von Debitel gebucht werden. Jetzt werden einige Verträge "aus wirtschaftlichen Gründen" nicht verlängert. Das Folgeangebot ist laut Verbraucherschützern "inakzeptabel".
Mit der Option, in einen wesentlich teureren Tarif zu wechseln, werden momentan Kunden die Verträge gekündigt, die vor einem halben Jahr den Billigtarif "Crash 5" beim Debitel gebucht hatten. Wessen Verträge nicht verlängert werden, mache das Unternehmen vom Telefonierverhalten abhängig, teilte Debitel am heutigen Montag auf Anfrage von heise online mit. Die Kündigungen seien aus wirtschaftlichen Gründen ausgesprochen worden, aber nicht von vornherein geplant gewesen, so ein Sprecher des Unternehmens.
Die Crash-Tarife werden von Debitel, einem Mobilfunk-Reseller ohne eigenes Netz, online in einer Art Mobilfunkbörse vermarktet. Die zum Verkauf stehenden Tarife laufen dabei mit der jeweiligen Rufnummer durch ein Fenster der Website. Die oberen fünf Angebote stehen kurze Zeit zum Verkauf; dann rücken die nächsten fünf Angebote nach oben. Die 5-Cent-Tarife hatten früher eine Vertragslaufzeit von einem halben Jahr mit beiderseitigem Kündigungsrecht.
Den gekündigten Nutzern des alten 5-Cent-Tarifs wird jetzt ein Wechsel in einen 39-Cent-Tarif angeboten. Der aktuelle Crash-5-Billigtarif, der geringfügig schlechtere Konditionen bietet, wird in der E-Mail jedoch nicht offeriert. Wechselwillige Kunden sollen ihre Rufnummer behalten können. Die Verbraucherzentrale NRW sah in dem 5-Cent-Tarif damals lediglich eine "Lockvogel-Werbung", wenn auch aus anderem Grund: Im Selbstversuch sei es nicht möglich gewesen, den Tarif zu buchen.
Die Verbraucherschützer sehen sich nun bestätigt, dass der Tarif anscheinend nur als Lockvogelangebot herhalten muss. Obwohl die Praxis, manchen Kunden zu kündigen – und anderen nicht – rechtlich nicht anfechtbar sei, bezeichnete eine Sprecherin gegenüber heise online insbesondere ein Folgeangebot mit 15 Euro Grundgebühr und 39 Cent Minutenpreis für den Kunden als "inakzeptabel". (flo)