ZDF will sich ab 2009 auf den HDTV-Regelbetrieb vorbereiten
ZDF-Intendant Markus Schächter teilte vor dem ZDF-Fernsehrat mit, dass man bereits die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 in Deutschland in hochaufgelösten Bildern ausstrahlen will.
Mit den Übertragungen von den Olympischen Winterspielen in Vancouver (Kanada) wollen ZDF und ARD am 12. Februar 2010 den Regelbetrieb von hochauflösendem Fernsehen (HDTV) in Deutschland starten. Das ZDF teilte nun mit, dass ein Viertel seines Programms von diesem Zeitpunkt an täglich in "brillant-scharfen Digitalbildern" gesendet wird.
Vor dem ZDF-Fernsehrat erläuterte ZDF-Intendant Markus Schächter nun die Zwischenschritte auf dem Weg dahin. "Es ist vernünftig, schon einige Monate zuvor mit so genannten Showcases sicherzustellen, dass sich alle Beteiligten in ausreichender Gründlichkeit auf den Regelbetrieb vorbereiten können", betonte Schächter. Der ideale Startpunkt dafür seien die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im August 2009 in Berlin. Von dort werden ZDF und ARD als Host Broadcaster weltweit ein HD-Signal anbieten und auch in Deutschland in High Definition (HD) ausstrahlen. Mit der ARD stimme man diesen Start-Termin ab.
Laut Schächter werde hochauflösendes und herkömmliches digitales Fernsehen über viele Jahre hinweg nebeneinander Bestand haben. "Nach den Erfahrungen der zurückliegenden Jahre, die uns in Deutschland nur einen sehr schleppenden Umstieg vom analogen auf das digitale Fernsehen gebracht haben, müssen wir auch für die marktdeckende Einführung von HD-Fernsehen einen langen Atem haben", meinte Schächter. Wichtig sei nun zunächst einmal, einen verbindlichen Abschalttermin für die analoge Verbreitung von Fernsehsignalen zu vereinbaren. Eine zügige Abschaltung des analogen Fernsehens liege im Interesse aller, auch der privaten Fernsehanbieter, da die Mehrfachausstrahlung der Programme auf analogem Weg, im herkömmlichen Digital-Standard und hochauflösend alle sehr viel Geld koste.
Mit der flächendeckenden Einführung des digitalen Antennenfernsehens (DVB-T) zum Ende dieses Jahres hätten die öffentlich-rechtlichen Fernsehanbieter vorgemacht, wie bei einem entsprechenden Einsatz die vollständige Umstellung von analoger auf digitale Fernsehversorgung in einem überschaubaren Zeitrahmen zu stemmen sei. "Die Erfolgsgeschichte von DVB-T in Deutschland hat uns internationale Anerkennung eingebracht", sagte Schächter rückblickend.
Nach wie vor bedeute die Vorbereitung auf hochauflösendes Fernsehen für die Sender eine große zusätzliche Anstrengung. "Wir bauen bereits seit einigen Jahren unseren Programmstock in hochauflösenden oder leicht wandelbaren Formaten auf", erklärte Schächter. Daneben achte das ZDF bei allen Ersatzinvestitionen darauf, dass die Technik, "wo es wirtschaftlich vertretbar ist", für eine hochauflösende Fernseh-Zukunft vorbereitet sei. Sorgen bereiteten dem ZDF die schleppenden Gespräche mit den Kabelgesellschaften, die für die künftige Weiterverbreitung von HD-Fernsehsignalen enorme finanzielle Forderungen in den Raum gestellt hätten. Schächter: "Wir werden dafür, dass wir den Kabelgesellschaften helfen, ihren Kunden ein besseres Bild anzubieten, nicht auch noch Geld bezahlen". (nij)