Microsoft wirbt um Vertrauen fĂĽr Vista und hilft beim Umstieg

In einer groß angelegten Werbekampagne will der Software-Konzern bisher zögernde Verbraucher und Unternehmen zum Umstieg auf den XP-Nachfolger bewegen. Zumindest in den USA verspricht Microsoft dabei auch kostenlose Hilfe, sollten Probleme auftreten.

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Rund anderthalb Jahre nach der Markteinführung von Windows Vista und gut anderthalb Jahre vor dem anvisierten Starttermin für den Nachfolger Windows 7 wirbt Microsoft in einer groß angelegten Kampagne um Vertrauen für das XP-Nachfolgesystem. Nicht nur Endkunden, sondern auch Unternehmen, die bisher gezögert haben, sollen nun den Umstieg auf Vista vollziehen. Auf der derzeit im texanischen Houston stattfindenden weltweiten Partnerkonferenz – zu der gut 7500 Teilnehmer aus allen Regionen der Welt angereist sind – widmete Microsofts Corporate Vice President Online-Services & Windows, Brad Brooks, seine Keynote zum Auftakt exklusiv der 300-Millionen-Dollar-Vista-Kampagne.

Brooks räumte durchaus Fehler bei der Einführung von Vista ein, rückte dann aber die Fortschritte und Vorteile in den Vordergrund, die bei der Neuentwicklung des Betriebssystems erreicht wurden – insbesondere die verbesserte Sicherheitsarchitektur. Auch Microsoft-Chef Steve Ballmer unterstrich in seiner Ansprache nochmals nachdrücklich, dass die Zeit für Vista nun reif sei. Microsoft habe seine Hausaufgaben gemacht und bei der Zahl der kompatiblen Treiber und Applikationen massiv nachgelegt. Spätestens mit Service Pack 1 seien auch etwaige Stabilitätsprobleme beseitigt. So beantwortete auch ein Lenovo-Manager die Frage "Ist Vista ein reifes, stabiles Produkt?" mit einem deutlichen Ja.

Davon sollen – zumindest in den USA – nun auch Kleinunternehmen überzeugt werden, denen Microsoft im Rahmen seiner Werbekampagne kostenlosen telefonischen Support beim Umstieg auf Vista verspricht. Unter dem Motto Move to Windows Vista with Confidence steht diesen Firmen die sogenannte Small Business Assurance nicht nur mit persönlicher telefonischer Hilfe, sondern auch mit einer eigens eingerichteten Support-Webseite unterstützend zur Seite.

Unterdessen ziehen Microsoft Partner – darunter ISVs wie Sonic Solutions, Pinnacle und Lieberman Software – eine positive Bilanz nach dem Wechsel auf Windows Vista. Dr. Reiner Fageth, Geschäftsführer der deutschen CeWe Color AG, die zu den Top-3-Microsoft-Partnern in der Kategorie Global ISV Consumer gehört, sieht sogar nachhaltige Auswirkungen auf das Umsatzwachstum seines Unternehmens. CeWe entwickelt Software, mit der Endverbraucher eigene Fotobücher aus Digitalbildern kreieren und direkt online bestellen können. "Wir haben festgestellt, dass Nutzer von Vista durchschnittlich mehr Fotobücher erstellen und ordern, als Anwender, die noch mit Windows XP arbeiten", verrät Fageth. Den Grund dafür sieht der CeWe-Entwicklungschef primär in der ansprechenderen Vista-Version der Software. Dank Hilfsmitteln wie der Windows Presentation Foundation (WPF) könnten Anwendungen unter Vista grafisch deutlich opulenter gestaltet werden und seien dadurch auch intuitiver zu bedienen.

Ein zügiger Wechsel auf die Vista-Plattform und dessen Nachfolger ist speziell für ISVs aber auch aus ökonomischen Gesichtspunkten angeraten. "Zur Zeit leisten wir uns den Luxus in puncto Programmierung zweigleisig zu fahren", erläutert Fageth. Während für die XP-Versionen noch C++ eingesetzt wird, kommen für die Vista-Variante der CeWe-Software ausschließlich C#/.NET und ergänzende Werkzeuge wie WPF zum Einsatz. (map)