Die Festplattenpreise nähern sich wieder dem einstigen Schnäppchenniveau

Im Jahresrückblick sinkt der HEK für Desktop- und Notebook-Festplatten durchschnittlich um bis zu 35 Prozent. Für das zweite Quartal sehen die Prognosen eher trübe aus. Momentan halten nur sinkende Preise die Käufer bei Laune.

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Von
  • Karl Fröhlich

Es geht weiter bergab: Die Festplatten-HEKs bleiben im Abwärtstrend. Bei 3,5-Zoll-Drives können sich im 5-Wochen-Rückblick lediglich Laufwerke mit 250 GByte und 4 TByte leicht nach oben stabilisieren. Ähnlich sieht es bei 2,5-Zoll-Platten aus. Gegen den Trend entwickeln sich langsam drehende Disks mit 250 GByte und 1 TByte sowie 500-GByte-Laufwerke mit 7200 U/min. Diese legen seit der KW 13 im zweistelligen Prozentbereich zu und behaupten auch gegenüber den Jahresanfangswerten nennenswerte Aufschläge.

Am stärksten tendieren in den letzten Wochen 3-TByte-Platten nach unten. Seit Ende des ersten Quartals kaufen Händler um bis zu 14 Prozent günstiger.

Desktop-Platten sind momentan reichlich verfügbar. Seit der ersten Januarwoche fallen die HEKs zwischen sechs (250 GByte) und bis zu 46 Prozent (4 TByte). Im Schnitt liegt der Abschlag bei rund 18 Prozent. Im Jahresrückblick kaufen Fachhändler durchschnittlich um 35 Prozent günstiger ein. Waren vor einem Jahr für eine 2-TByte-Disk noch fast 86 Euro fällig, liegt der HEK aktuell bei 67 Euro. 3-TByte-Platten sinken von zirka 141 Euro auf knapp 86 Euro. 4-TByte-HDDs kosten momentan 157 Euro. Vor einem Jahr mussten Reseller dafür fast 100 Euro mehr ausgeben. Damals waren interne 4-TByte-Modelle allerdings so gut wie nicht verfügbar.

Bei Notebook-Platten fällt der HEK seit der KW 18/2012 im Schnitt um rund 31 Prozent. Das günstigste Laufwerk hatte damals 160 GByte und kostete zirka 40 Euro. Für nicht ganz 89 Euro gab es 640 GByte und für ein 1-TByte-Drive mit 5400 U/min mussten Händler 100 Euro kalkulieren. Die teuerste Platte war ein schnelles TByte-Laufwerk mit 7200 U/min für 349 Euro. 160 GByte kosten heute noch genau so viel. Für 34 Euro erhält man allerdings bereits ein 500-GByte-Laufwerk. 640 GByte liegen seit Wochen konstant bei zirka 48 Euro und 1-TByte-HDDs sind in beiden Varianten ab rund 56 Euro erhältlich. Für einen HEK von 100 Euro würde es derzeit eine 1,5-GByte-Disk geben – sofern verfügbar. Die teuerste 2,5-Zoll-Festplatte ist momentan die WD20NPVT Scorpio Green (ab 259 €) von Western Digital. Das 2-TByte-Drive kostet beispielsweise bei Ingram Micro knapp 124 Euro und ist sogar in geringen Stückzahlen verfügbar.

Bei 2,5-Zoll-HDDs konnten sich 1-TByte-Laufwerke nicht nachhaltig unter der 50-Euro-Marke etablieren.

Im heise resale Preisradar führt nach wie vor die WD Red (123,61 Euro brutto) mit drei TByte von Western Digital das HDD-Ranking an. Es folgt Seagates ST4000DM000 (146,45 Euro) mit 4 TByte, die im 5-Wochen-Rückblick um zirka sechs Prozent günstiger wurde. Neu in den Top 10 ist das externe USB-3.0-Laufwerk Cnmemory Spaceloop (89 Euro) mit drei TByte. Der durchschnittliche Angebotspreis für Festplatten und SSDs im Onlinehandel sinkt im Wochenvergleich um 5,5 Prozent auf 104,05 Euro und liegt damit nur knapp über dem Wert der KW 13 (103,29 Euro).

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Bei der Preisbeobachtung unterstützten uns:

ALSO GmbH
b.com GmbH
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Devil AG
Ingram Micro GmbH

WD lieferte im ersten Quartal rund 60 Millionen HDDs aus und erzielte einen Umsatz von 3,8 Milliarden US-Dollar. Seagate bringt es in diesem Zeitraum auf "nur" 3,5 Milliarden US-Dollar. WD profitiert hier vor allem von einem relativ unerwarteten Anstieg im Enterprise-Business. Zusammen mit HGST wurden rund neun Prozent mehr High-End-Laufwerke ausgeliefert als im Vorquartal.

Für das laufende zweite Quartal rechnet die Branche eher mit einem leichten Abschwung. Die rückläufige Nachfrage lässt hier keine andere Prognose zu. Gleichzeitig erreichen die Preise ein Niveau, mit dem sich durchaus wieder Käufer zurückgewinnen lassen. Interne 2-TByte-Platten für rund 75 Euro sind durchaus wieder als Schnäppchen zu sehen. (map)