Facebook-Lobbytruppe verliert prominente UnterstĂĽtzer

Die Lobbygruppe FWD.us von Mark Zuckerberg soll in Washington fĂĽr eine Reform der US-Einwanderungsgesetze werben. Doch umstrittene Werbespots bringen die eigenen UnterstĂĽtzer gegen das Projekt auf.

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Die von Facebook-Chef Mark Zuckerberg gegrĂĽndete Lobbygruppe FWD.us ("Forward US"), die sich in Washington fĂĽr eine Reform der US-Einwanderungsgesetze stark macht, hat durch ihre Arbeitsweise massive Kritik aus dem eigenen Lager auf sich gezogen. Paypal-GrĂĽnder Elon Musk und Yammer-Chef David Sacks haben laut einem Bericht der New York Times ihre UnterstĂĽtzung zurĂĽckgezogen. Grund sind offenbar von FWD.us-Unterorganisationen finanzierte Werbespots fĂĽr Politiker, die auch fĂĽr umstrittene Energieprojekte werben.

"Ich war einverstanden, FWD.us zu unterstützen, weil eine Einwanderungsreform wirklich nötig ist. Jedoch sollte dies nicht auf Kosten anderer wichtiger Vorhaben geschehen," fasst Elon Musk seine Beweggründe gegenüber AllThingsD zusammen. Musk bezieht dabei sich auf die Finanzierung von Werbespots für US-Politiker, die sich neben der Reform des Einwanderungsrechts auch für Projekte einsetzen, die von Umweltgruppen scharf kritisiert werden.

Die umstrittenen Spots werben fĂĽr die republikanischen Senatoren Lindsey Graham und Marco Rubio sowie den demokratischen Senator Mark Begich. Graham tritt unter anderem fĂĽr die umstrittene Erweiterung der Ă–lsandpipeline Keystone von Kanada bis in den US-Bundesstaat Texas ein. Begich will Ă–lkonzernen erlauben, in Alaska im Naturschutzgebiet Arctic National Wildlife Refuge (ANWR) zu bohren. DarĂĽber hinaus wird Zuckerbergs Lobbytruppe vorgeworfen, in einem Spot fĂĽr Rubio irrefĂĽhrend aus Medienberichten zu zitieren.

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Für die Werbefilmchen zeichnen zwei Unterorganisationen von Zuckerbergs Lobbygruppe verantwortlich. Auf die Hintergründe der Spots und der verantwortlichen Lobbygruppen "Americans For A Conservative Direction" (ACDC) und "Council for American Job Growth" (CAJG) hatte das US-Blog ThinkProgress bereits Ende April hingewiesen. Auf der Facebook-Seite von FWD.us äußern zahlreiche Nutzer ihren Unmut über die Lobbyarbeit. Noch kann FWD.us aber weiterhin auf eine ganze Reihe prominenter Unterstützer und Geldgeber zählen. Zu ihnen gehören laut der eigenen Website unter anderem Bill Gates, Steve Ballmer, Eric Schmidt und Marissa Meyer. (mho)