Polizei ermittelt 1300 Kinderpornografie-Nutzer
In Spanien wurden 80 Wohnungen durchsucht und 30 Verdächtige verhaftet. Weltweit wurden mehr als 1200 Verdächtige ermittelt, die im großen Stil kinderpornografisches Material im Internet abgerufen oder ausgetauscht haben sollen.
Bei einem der größten Schläge gegen die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet hat die Polizei während der Aktion "Santiago" in Spanien 30 Verdächtige festgenommen und weltweit mehr als 1200 weitere ermittelt. In ganz Spanien seien 80 Wohnungen durchsucht und Dutzende Computer sowie Datenträger beschlagnahmt worden, teilte Polizeidirektor Joan Mesquida heute mit. Die Verdächtigen sollen im großen Stil kinderpornografisches Material im Internet abgerufen oder untereinander ausgetauscht haben.
Es handele sich um "fürchterlich brutale" Bilder und Filme missbrauchter Kinder, sagte der zuständige Staatsanwalt Fernando Herrero Tejedor in Madrid. Er beantragte Haftbefehle gegen 15 der Festgenommenen. Aus welchen Ländern die anderen gut 1200 ermittelten Nutzer stammen, wurde nicht bekannt. In Spanien wird die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet mit bis zu acht Jahren Haft bestraft. Auch der Erwerb von solchem Material ist strafbar, weil dadurch die Misshandlung und sexuelle Ausbeutung von Kindern gefördert wird.
Damit ist innerhalb einer Woche der dritte größere Schlag gegen Kinderporno-Ringe bekannt geworden. Vor Kurzem hat die saarländische Polizei in einer mehrtägigen Razzia mehr als 110 Wohnunen durchsucht, 212 Computer und mehr als 7000 DVDs und CDs beschlagnahmt. Und bei der Operation Regenbogen wurden in Frankreich 132 Verdächtige festgenommen. Durch eine vom kriminalwissenschaftlichen Institut der Gendarmerie entwickelte Software namens Marina seien hunderte weitere Verdächtige identifiziert worden. (anw)