BBC-Archiv auch fĂĽr Linux und Mac

Mit einer Flashversion des iPlayers will die BBC den Forderungen nach Plattformneutralität nachkommen. Dafür schlossen die Briten ein Abkommen mit Adobe.

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Die BBC muss den Zugang zu ihrem Online-Archiv künftig plattformneutral gestalten. Um entsprechenden Auflagen des BBC-Aufsichtsgremiums gerecht zu werden, will die britische Nachrichteninstitution ihre audiovisuelles Internet-Angebot auch Nutzern von Mac- oder Linux-Systemen zugänglich machen. Der im Sommer in den Testbetrieb gegangene aufgebohrte iPlayer ist zunächst noch Windows-Nutzern vorbehalten; ob es auch Versionen für andere Systeme geben werde, blieb zunächst offen. Nach Protesten, unter anderem des Open Source Consortiums, versprach die BBC allerdings nachzubessern.

So soll es zumindest das Streaming der BBC-Inhalte künftig plattformübergreifend über ein Flashinterface geben. Dafür schlossen die Briten ein Abkommen mit Adobe, dem zufolge eine Flashversion bis Ende des Jahres zur Verfügung stehen soll und die Inhalte damit auch online auf Mac- und Linux-Desktops gestreamt werden können. Parallel zu der Streaming-Lösung wird es weiter ein Download-Angebot geben, das wie bisher nur für Windows-Nutzer zugänglich sein soll.

Das Problem für die BBC ist, dass sie die Inhalte aus urheberrechtlichen Gründen maximal 30 Tage nach der jeweiligen Sendung bereithält. Um das auch bei Downloads garantieren zu können, setzt die BBC auf das digitale Rechtemanagement von Microsofts Windows Media. Zwar wollte die BBC eine Lösung für andere Plattformen erneut nicht ausschließen, will sich das aber nach Evaluierung der Resonanz reiflich überlegen. Am Ende gehe es um Reichweiten und die Kostenfrage. Bisher nutzen nach BBC-Angaben rund 250.000 Menschen den Dienst regelmäßig.

Das Aufsichtsgremium der BBC, der sogenannte Trust, hatte den Archivplänen unter der Bedingung der Plattformneutralität grünes Licht gegeben. Ob die Anforderungen der Aufseher mit dem Flashplayer zu erfüllen sind, ist ungewiss. Die Neutralitätsvorgabe gelte für alle Verbreitungswege, ob Streaming, Download oder über Settop-Box, bekräftigte ein Sprecher. Im kommenden Jahr soll iPlayer auch über das Kabelnetz von Virgin Cable angeboten werden.

In den kostenfreien Genuss des Streaming-Angebots kommen britische Surfer künftig auch unterwegs. Die BBC-Inhalte werden im Rahmen eines Abkommens mit dem WLAN-Provider "The Cloud" über zahlreiche Hotspots im Vereinigten Königreich gratis abrufbar sein. The Cloud betreibt rund 7.500 öffentliche Hotspots, darunter an Flughäfen, in Fastfood-Restaurants oder Coffee-Shops. (vbr)