Formel 1: Lowe wechselt von McLaren zu Mercedes
Der Wechsel des Top-Ingenieurs Paddy Lowe von McLaren zu Mercedes ist perfekt. Der Brite kommt am 3. Juni 2013, wie der deutsche Rennstall am Montag mitteilte. Lowe wird bei Mercedes Geschäftsführer Technik. Ross Brawn bleibt Teamchef
Der Wechsel des begehrten Top-Ingenieurs Paddy Lowe vom englischen Formel-1-Team McLaren zu Mercedes ist perfekt. Der 51 Jahre alte Brite kommt am 3. Juni 2013, wie der deutsche Rennstall am Montag mitteilte. Lowe wird bei Mercedes Geschäftsführer Technik. Ross Brawn bleibt als Teamchef weiterhin für alle technischen und sportlichen Belange verantwortlich. Damit sind Spekulationen, Lowe werde seinen Landsmann bei Mercedes in dieser Funktion ablösen, zumindest aktuell hinfällig. Brawn galt als umstritten, weil Mercedes seit seinem Comeback als selbstständiges Werksteam 2010 nicht die erhofften Erfolge einfahren konnte.
(Bild:Â Mercedes)
Lowe stieg nach dem Studium 1987 beim Traditionsteam Williams als Chefingenieur im Elektronikbereich in die Formel 1 ein. Nach seinem Wechsel 1993 zu McLaren brachte er es dort bis zum Technischen Direktor. Bei McLaren arbeitete Lowe knapp 20 Jahre lang eng mit Mercedes-Benz zusammen. Er „bewundere das fabelhafte Engagement der Marke in der Formel 1 zutiefst“ und freue sich „auf viele gemeinsame Erfolge in den kommenden Jahren“, sagte er. Schon seit Wochen war über diesen Wechsel spekuliert worden. McLaren, das seit Jahren mit Mercedes-Motoren fährt und lange Grand-Prix-Partner des Konzerns war, hat in Tim Goss bereits einen Nachfolger für Lowe als Technischen Direktor verpflichtet.
Nach der zurückliegenden Saison hatten sich die Schwaben deshalb von ihrem Motorsportchef Norbert Haug nach über 20 Jahren getrennt. Dessen Nachfolger Toto Wolff hat im Rahmen einer Neustrukturierung bereits einige Veränderungen vorgenommen. So musste unter anderem Geschäftsführer Nick Fry gehen. „Paddy ist eine weitere Verstärkung unserer Struktur, was uns in eine starke Position für die Zukunft bringt“, sagte Brawn. Lowe freute sich ebenfalls über die nun gefallene Entscheidung: „Ich bin begeistert, Teil dieser hoch talentierten und kompetenten technischen Mannschaft zu werden. Das Team hat in der Saison 2013 das wahrscheinlich schnellste Auto gebaut.“
Diese Aussage erstaunt durchaus, denn auch in dieser Saison konnte der Mercedes mit Konkurrenten wie Red Bull, Ferrari und Lotus bislang im Rennen nicht mithalten. Die besten Resultate fuhr Neuzugang Lewis Hamilton ein, der zweimal auf Platz drei erreichte. Im Qualifying sieht es nach fünf von 19 Rennen besser aus: Hier stand Mercedes dreimal ganz vorn, wurde im Rennen dann aber nach hinten durchgereicht. Wie in den vergangenen Jahren macht der hohe Reifenverschleiß dem Mercedes-Rennwagen stark zu schaffen. Besserung könnte durch veränderte Reifen eintreten, die nach zahlreichen Beschwerden ab dem übernächsten Grand Prix in Montreal (Kanada) eingesetzt werden sollen.
(mit Material der dpa) (mfz)