Malaysia setzt auf satellitengestützten Fischfang
Die malaysische Regierung stellt den rund 90.000 Seefischern im Land künftig bereits vor dem Auslaufen digitale Karten zur Verfügung, die Positionsdaten enthalten, an denen die besten Fangquoten zu erwarten sind.
- Peter-Michael Ziegler
Die malaysische Regierung hat ein Pilotprojekt gestartet, das den rund 90.000 Seefischern im Land künftig bessere Erträge sichern soll. Zentrales Element des mit umgerechnet rund 2,5 Millionen Euro ausgestatteten Programms ist die Einbindung von Satellitendaten in ein sogenanntes Fish Prediction Model (FPM), das Prognosen darüber erlauben soll, wo zu einem bestimmten Zeitpunkt die Chancen für einen guten Fang am größten sind.
"Unser Fischer nutzen meist noch traditionelle Techniken bei ihrer Arbeit", erklärt der malaysische Minister für Wissenschaft und Technologie, Jamaludin Jarjis. Dies bedeute aber, dass die sowieso schon zu den einkommensschwächsten Berufsgruppen zählenden Fischer häufig mit geringer Ausbaute zurückkommen. Zwar würden einige Boote inzwischen auch mit Echoortung arbeiten, doch sei diese Technik auf kleine Radien beschränkt.
Künftig will Malaysia, das mit jährlich 1,2 Millionen Tonnen zu den zwanzig Ländern mit den höchsten Fischfang-Erträgen weltweit gehört, seinen Fischern bereits vor dem Auslaufen digitale Karten zur Verfügung stellen, die Positionsdaten enthalten, an denen die besten Fangquoten zu erwarten sind. Das Malaysia Centre for Remote Sensing (Macres) wertet dazu Daten mehrerer Satelliten aus, darunter Aqua, Terra, OceanSat oder auch AVHRR, und pflegt diese in das Fish Prediction Model ein.
Während die NASA-Satelliten Aqua und Terra beispielsweise Informationen zu Wassertemperaturen und zum Strömungsverlauf in den Ozeanen liefern, kann mit dem OCM (Ocean Colour Monitor) des indischen OceanSat die Konzentration von Phytoplankton ermittelt werden, das vielen Fischen als Nahrungsgrundlage dient. Eingepflegt in das FPM werden aber auch die Fangerträge einzelner Schiffe, die die Häfen der malaysischen Bundesstaaten Kelantan, Terengganu und Pahang anlaufen.
Das Fish Prediction Model will Malaysia bis zum Jahr 2010 auf alle Bundesstaaten ausdehnen und dann auch mit Japan zusammenarbeiten, das bereits über Erfahrungen beim satellitengestützten Fischfang verfügt. Die Fangquote will Malaysia in den kommenden drei Jahren auf zwei Millionen Tonnen erhöhen, was Umweltschützer jedoch kritisch beäugen. Bereits jetzt sind nach Zahlen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) 52 Prozent der Meeresfisch-Bestände überfischt. Und das südchinesische Meer gehört mit zu den gefährdetsten Zonen. (pmz)