Ring unter Wasser
Am Rande des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring feiert BMW M mit dem M-Festival sich selbst und die Freude an schnellen Autos. Auf der Nordschleife versinkt derweil der Langstreckenklassiker im Dauerregen
- tju
Nürburg, 23. Mai 2013 – Das 41. 24-Stunden-Rennen am Nürburgring sollte keines werden. Bernd Schneider, Jeroen Bleekemolen, Sean Edwards und Nicki Thiim im Mercedes SLS AMG GT3 gewannen in 14,5 Stunden, 88 Runden waren sie da gefahren, 9,5 Stunden hatten sie gewartet. Doch dazu später.
BMW M Festival
Das seit 1970 ausgetragene Rennen auf der Nordschleife gilt als Klassiker und Schauplatz der wohl größten Motorsportparty der Welt. Seit drei Jahren veranstaltet BMW M inmitten des Spektakels das M-Festival. Hier können Fans der leistungsstarken BMW-Tochter gemeinsam das Rennen verfolgen und ihrer Leidenschaft für schnelle Autos frönen. Der Rahmen ist gut gewählt: Kein anderer Hersteller konnte in der Grünen Hölle beim 24-Stunden-Rennen bisher öfter gewinnen als die Münchner Autobauer. 19 erste Plätze, davon acht Doppelerfolge und über 150 Klassensiege vermeldet die Statistik für die bisher 40 ausgetragenen Rennen.
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Das M6 Gran Coupé mit 560 PS und 680 Nm Drehmoment
M6 Gran Coupé
Die Anreise in die Eifel erfolgt im M6 Gran Coupé. Das ist mir zwar schon mal von der Rennstrecke bekannt, doch wirklich zu Hause ist der Luxussportler auf der Straße. Schon nach wenigen Metern ist klar: Sorgen, dass das Fahrwerk zu ruppig für mehrstündige Reisen ist, muss man sich nicht machen. Der Viertürer ist zwar straff aber trotzdem komfortabel abgestimmt. Selbst im Sportmodus federt er Unebenheiten ausreichend ab. So frisst das Coupé Kilometer um Kilometer, benötigt nur ein Stupsen am Lenkrad,um auf Kurs gehalten zu werden und läuft, als läge es auf Schienen. Unter der Haube arbeitet ein 4,4-Liter-Achtzylinder, der 560 PS generiert und herzhafte 680 Nm in einem Drehzahlbereich von 1500 bis 5750/min auf die Achse krachen lässt und das Coupé mit Leichtigkeit an die 300-km/h-Grenze treibt. Trotz der geballten Kraft wirkt der Wagen bei jedem Tempo herrlich ruhig und entspannt.
Am Nürburgring angekommen, ist ein Tempowechsel von Nöten. Zum Höhepunkt des M-Festivals fahren über 200 M-Fahrzeuge im Corso über die Nordschleife. Der Klang der Hupen vermischt sich mit dem Jubel der Zuschauer zur freudigen Klangkulisse. Abends präsentiert die Münchner Sportwagenschmiede dann in Sichtweite der Rennstrecke ihren neusten Zuwachs: den ab Juli erhältliche, leicht überarbeiteten M5 und das M6 Coupé mit Competition-Paket, welches auch für das M6 Cabrio, M6 Gran Coupé und den neuen M5 erhältlich ist und der Steigerung der Handling-Qualitäten dienen soll.
Flo
Am Sonntag bleibt Zeit für einen Marsch über die Zeltplätze rund um den Ring. Dort treffe ich Flo. Flo steht in Jeans und weißem T-Shirt mit rotem "Sponsored-Race-Car"-Schriftzug im Matsch an der Nordschleife und versucht unter den rennsportverrückten Schlamm-Campern Unterstützer zu finden. Seine Idee: Motorsport für jedermann zugänglich zu machen. Der Traum vom professionellen Rennfahrer kentert nur all zu oft aufgrund fehlender Sponsoren und finanzieller Mittel an den Klippen der Realität.