Fusionsvertrag von FinanzIT und Sparkassen Informatik unterzeichnet
Die Führungsgremien der beiden IT-Dienstleister des Sparkassenverbundes haben gestern den Vertrag über die Fusion von FinanzIT und Sparkassen Informatik besiegelt. Knapp 1400 Stellen, aber auch 200 Millionen Euro sollen eingespart werden.
Wie nach fast neunmonatigen Verhandlungen Ende 2007 vereinbart, haben die Führungsgremien der beiden IT-Dienstleister des Sparkassenverbundes gestern den Vertrag über die Fusion von FinanzIT und Sparkassen Informatik (SI) besiegelt, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung. "Damit sind wir einen großen Schritt vorangekommen", betonte Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, anlässlich der Vertragsunterzeichnung.
Die künftige Finanzinformatik GmbH & Co. KG solle spätestens ab 2012 sämtliche Institute des Verbandes – dazu zählen unter anderen insgesamt 446 Sparkassen, zehn Landesbanken und elf Landesbausparkassen – in Sachen IT betreuen. Von der Fusion der beiden Dienstleister erhoffen sich die Verantwortlichen Einsparungen in Höhe von rund 200 Millionen Euro pro Jahr. Gut die Hälfte davon soll durch Kostensenkung im Bereich des gemeinsamen Einkaufs sowie in der Entwicklung erzielt werden. Insbesondere die hannoversche FinanzIT stand ja vor der Herausforderung, ein komplett neues Softwaresystem entwickeln zu müssen, und hatte diesbezüglich auch eine Kooperation mit der indischen Oracle-Tochter I-flex als Alternative zur Fusion mit SI erwogen.
Von den derzeit knapp 5850 Mitarbeitern beider Institute sollen mittelfristig nur 4500 beim neu entstehenden IT-Dienstleister verbleiben – ein weiterer Standortabbau ist hingegen nicht geplant. Auf betriebsbedingte Kündigungen will der Sparkassenverbund weitestgehend verzichten. Bei den 450 unmittelbar durch die Fusion wegfallenden Arbeitsplätzen setzen die Verantwortlichen primär auf Altersteilzeit-, Vorruhestandsregelungen sowie die übliche Fluktuation.
Mit dem Zusammenschluss von FinanzIT und SI ist der Konsolidierungsprozess in der IT-Dienstleistungssparte des Sparkassenverbundes nun abgeschlossen. Von ursprünglich zehn separaten Unternehmen bleibt nur noch eines übrig. Die hannoversche FinanzIT, die zuletzt 147 Sparkassen betreute, war vor gut fünf Jahren aus der Fusion von vier Sparkassen IT-Dienstleistern hervorgegangen. Die Frankfurter Sparkassen Informatik wurde 2006 ihrerseits mit dem bayrischen IT-Dienstleister IZB Soft vereint. (map)