Japaner wollen flache Methanhydrat-Quellen anbohren
Erstmals haben japanische Forscher erfolgreich ein riesiges Methanhydrat-Reservoir angebohrt. Nun richten sie ihr Augenmerk auf die nächste hoffnungsvolle Gasquelle.
- Jens Lubbadeh
Jahrzehntelang galt Japan als rohstoffarmes Land und war auf Kohle- und Gas-Importe angewiesen. Die Fukushima-Katastrophe und das Abschalten der meisten AKWs hat diese Situation massiv verschärft. Doch jetzt hofft Japan, sich aus diesem Dilemma befreien zu können und setzt auf den neuen Rohstoff Methanhydrat, den das Land nun auch in flacheren Gewässern fördern will, wie Technology Review in seiner neuen Ausgabe 06/2013 berichtet (das Heft ist am Kiosk erhältlich oder online hier zu bestellen).
Im März 2013 bohrte ein Forschungsschiff an der Küste Zentral-Japans in hunderten Meter Tiefe im Meeresboden ein riesiges Methanhydrat-Reservoir an. In dem brennbaren Eis eingeschlossen ist Methangas. In Japan ist der Jubel groß. „Dies ist ein großer Schritt zur kommerziellen Ausbeutung des Methanhydrats“, sagt Koki Nomura vom Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (Meti). Um Japan herum wird genug Methanhydrat vermutet, um das Land für die nächsten hundert Jahre mit Gas zu versorgen.
Doch Methanhydrat kommt auch in flacheren Gewässern vor, die leichter zugänglich sind. In den kommenden Jahren wollen Wissenschaftler den Abbau dieser Vorkommen in der japanischen See nördlich der Präfektur Niigata vorbereiten. Die große Preisfrage allerdings ist, ob sich der Methanhydrat-Abbau jemals rechnen wird. Doch das fragte man sich auch lange beim Schiefergas, das nun einen neuen Gasboom ausgelöst hat.
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(jlu)