Sony entwickelt ferngesteuerte Lego-Bausteine
Weil der Spielzeughersteller Lego befürchtet, Kinder könnten künftig Videospiele seinen Bauklötzen vorziehen, entwickelt Sony hybride Spielformen mit echten Lego-Steinen.
(Bild:Â Sony CSL)
Sony hat in Tokyo anlässlich des 25jährigen Bestehens seiner Forschungsabteilung aktuelle Projekte seiner Computer Science Laboratories vorgeführt. So forschen die Japaner derzeit an Möglichkeiten, wie sich Lego-Bausteine mit kleinen fernsteuerbaren Motoren ausrüsten lassen, sodass man sie mit einem gewöhnlichen Gamepad wie in einem Videospiel manövrieren kann (YouTube-Video).
Gezeigt wurde ein Konzept, bei dem der Spieler mit seiner Lego-Figur vor einer zweiten Drohne zu entkommen versucht, die von einer künstlichen Intelligenz gesteuert wird. So könnte beispielsweise eine Playstation-Konsole das Spielfeld mit einer Kamera überwachen und hinter der Figur des Spielers herjagen. Die kleinen Lego-Motoren könnten auch mit Kameras ausgerüstet werden, deren Bild auf Tablets oder Smartphones angezeigt wird. Über spezielle Mechaniken ließen sich die Lego-Figuren auch auf Knopfdruck auseinandersprengen. Passend dazu experimentieren Kollegen in Sonys französischen Labors mit neuartigen Sprachkonzepten, wie sich Roboter über ihre wahrgenommene Umwelt austauschen können (pdf).
Weitere Projekte des CSL beschäftigen sich mit Augmented Reality. So koppelten die Japaner ihre Videobrille mit der Flugdrohne AR.Drone, die sich simultan zu den Kopfbewegungen des Spielers in die Höhe erhebt und dreht, während der Spieler das Bild der Drohnen-Kamera sieht.
(Bild:Â Sony CSL)
In einem dritten Experiment wurde eine Mimik-Erkennung in einen Kühlschrank eingebaut. Seine Tür öffnet er nur, wenn man ihn anlächelt.
Ob und wann Sony die Projekte des CSL tatsächlich in reale Produkte übernimmt, wird man abwarten müssen. So ging das 2006 für die PS3 veröffentlichte AR-Spiel "Eye of Judgment" etwa auf CSL-Forschungsergebnisse aus dem Jahr 1999 zurück. (hag)