Land unter - und das Auto?
Die Hochwasserlage hat in einigen Teilen Deutschlands dramatische Züge angenommen, auf den Nachrichtenbildern sind oft überflutete Autos zu sehen. Lohnt sich eine Rettung noch? Und wann zahlt die Versicherung? Hier die Antworten von ZDK, ADAC und ÖAMTC
Bonn, 3. Juni 2013 – Die Hochwasserlage hat in einigen Teilen Deutschlands dramatische Züge angenommen, auf den Nachrichtenbildern sind oft überflutete Autos zu sehen. Lohnt sich eine Rettung noch? Und wann zahlt die Versicherung? Damit es gar nicht soweit kommt, weist der Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) darauf hin, welche Wassertiefen ein Auto eigentlich durchqueren kann. Bis zur Höhe der Radnaben besteht keine Gefahr. Darüber hinaus wird die "Eintauchtiefe" oder "Wattiefe" entscheidend, die manchmal in der Betriebsanleitung vermerkt ist. Naturgemäß haben SUVs und Geländewagen hier einen Vorteil.
Abgesoffen?
Welche Versicherung übernimmt den Schaden, falls das Auto nicht mehr zu retten ist? Laut dem Automobilclub ADAC deckt die Teilkasko Schäden durch Überschwemmungen ab. Dazu zählt auch Wasser in Tunnels oder Unterführungen. Auch, wenn ein zuvor am Straßenrand geparktes Auto absäuft, springt die Teilkasko ein. Eine Vollkaskoversicherung ist hingegen nötig, wenn der laufende Motor durch eindringendes Wasser Schaden nimmt, weil dies als Unfall gewertet wird. Gar kein Geld gibt es bei grob fahrlässigem Verhalten. Dazu zählt das Durchfahren einer erkennbar überfluteten Straße. Auch wer sein Fahrzeug trotz Hochwasserwarnung nicht rechtzeitig aus gefährdeten Zonen in Sicherheit bringt, handelt grob fahrlässig.
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Machen Sie so etwas nur mit geeigneten Autos und, wenn Sie wissen, was Sie tun.
Durchs Wasser nur im Notfall
Kritisch wird eine Fahrt im Wasser, wenn der Motor teilweise oder sogar ganz unter die Wasseroberfläche gerät. Dann kann Wasser angesaugt werden, was zum Exitus des Motors durch Wasserschlag (s.u.) führt. Auch kann eine nicht sichtbare oder unterschätzte Strömung den Wagen von der Fahrbahn drängen - mit eventuell gefährlichen Folgen auch für die Insassen. Daher lautet der Rat: Überschwemmte Straßenabschnitte nur im Notfall durchqueren und auch dann mit Bedacht. So ist neben Tiefe und Strömung auch die Geschwindigkeit anzupasssen: Fährt man zu schnell, kann sich eine Bugwelle aufbauen, die das Wasser unter der Motorhaube so weit ansteigen lässt, dass der Motor geflutet wird.
Wasserschlag, Ölverdünnung und Kurzschlüsse
Hochwassergeschädigte Autos können meist repariert werden. Allerdings sollte man die Schäden nicht unnötigerweise vergrößern. Hat sich die Flut zurückgezogen, sollte man daher keinesfalls versuchen, das Auto zu starten, wenn es vorher unter Wasser stand. Hier besteht die Gefahr eines "Wasserschlags". Das bedeutet, dass eingedrungenes Wasser in einem oder mehreren Zylindern steht. Da sich Flüssigkeiten im Gegensatz zu Gasen aber nicht verdichten lassen, würde ein Startversuch mit einem kapitalen Motorschaden durch ein oder mehrere verbogene Pleuel oder eine beschädigte Kurbelwelle enden.