Greenpeace rügt HP, Lenovo und Dell

Die Umweltschutzorganisation moniert, dass die Unternehmen entgegen ihrer Versprechen in ihren Geräten keineswegs auf PVC und bromierte Flammschutzmittel verzichten.

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Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Computerhersteller Hewlett-Packard, Dell und Lenovo in ihrer alle drei Monate aktualisierten Rangliste der umweltfreundlichsten IT-Unternehmen herabgestuft. Die drei Unternehmen werden damit dafür bestraft, ihre Versprechen nicht eingehalten zu haben, bis Ende 2009 in ihren Produkten auf die Verwendung von PVC und bromierten Flammschutzmitteln (BFR) zu verzichten.

Vorige Woche haben Greenpeace-Aktivisten das HP-Hauptquartier für China aufgesucht. Ein Vertreter des Konzerns habe ein HP-Notebook mit der Aufschrift "Gefährliche Produkte" entgegengenommen, heißt es in einer Mitteilung der Umweltschützer. Auch in den Niederlanden gab es eine Protestaktion, da HP seine 2007 verkündeten Pläne, von 2009 bis 2011 die Verwendung von PVC und BFR in seinen Computern auslaufen zu lassen, verschoben habe. Anders als Dell und Lenovo bringe HP noch nicht einmal Produkte mit reduzierten Anteilen der Stoffe auf den Markt.

Es gebe keine Entschuldigung dafür, die gefährlichen Stoffe weiter zu verwenden. PVC sei der gefährlichste Kunststoff, bei Verbrennung könne das Krebs erregende Dioxin entstehen. Die BFR würden in der Umwelt schlecht abgebaut und reicherten sich in der Nahrungskette an, auch seien sie im Hausstaub nachweisbar, da sie den Geräten entwichen.

Als Gegenbeispiel erwähnen die Umweltschützer Apple, das in seinen neuen Computermodellen weitgehend auf PVC und komplett auf BFR verzichte. Die Rangliste der umweltfreundlichsten IT-Unternehmen wird aber weiter von Nokia angeführt, gefolgt von Samsung und Sony Ericsson. Sony ist vom 5. auf den 12. Platz abgerutscht, da es beim Recylcling von Elektroschrott nicht mit den anderen Unternehmen mithalte. Auf den letzten der 18 Ränge der Tabelle stehen Microsoft, Lenovo, Fujitsu und Nintendo. (anw)