Themenmolekül: Menschen, die der Tod kalt lässt

Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit Streusalzgesang, Expeditionen in die Computerei und Beats auf dem Baikalsee.

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Von
  • Peter Glaser

Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit Streusalzgesang, Expeditionen in die Computerei und Beats auf dem Baikalsee.

Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informations-Atome, die sich im Lauf der Zeit zu Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen.

Koordinaten setzen, und los! "Was ist da draußen?", fragen Menschen sich seit Jahrtausenden beim Blick in den Nachthimmel. Das Open-Source-Planetarium Stellarium erweist sich bei der Suche nach Antworten als überaus hilfreich. Entwickelt wurde und wird das Himmelswerkzeug von einem Team um den französischen Projektkoordinator Fabien Chéreau. Es zeigt ein realistisches, in Echtzeit berechnetes Firmament in 3D, so wie man es mit einem Fernglas oder einem Teleskop sehen würde. Die Software, die auch in den Projektoren großer Planetarien verwendet wird, enthält mehr als 600.000 Sterne und steht für alle gängigen Betriebssysteme zur Verfügung. Optional lassen sich die Daten von weiteren 210 Millionen Sternen downloaden.

Die Technik der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod: Fotos aus verschiedenen Kryonik-Einrichtungen auf der Welt. The Prospect of Immortality ist ein über sechs Jahre fortgeführtes Projekt des britischen Fotografen Murray Ballard, der hinter die Kulissen der Kryonik und ihrer Optimisten, Businessbtreiber, Amateure und Apparate geblickt hat. Hier noch die Website der Deutschen Gesellschaft für angewandte Biostase e.V. (DGAB), die sich mit den Möglichkeiten und Schwächen der potentiell reversiblen Konservierung von Organismen durch Einfrieren befasst.

Jedes Jahr untersucht die amerikanische National Science Foundation (NSF) ein breites Spektrum von Forschungsbereichen – von "Expeditionen in die Computerei" bis hin zur Wirtschaftlichkeit nachhaltiger Landwirtschaft. Besucher der NSF-Website können das Archiv mit mehr als 3.200 Dokumenten auf eigenen Wegen durchsuchen.

Ein amerikanischer Biologe und Bioinformatiker transformiert Daten über die Interaktionen von Mikroben-Populationen in Musik. Hier noch sieben weitere Projekte, in denen Musik aus Naturvorgängen gewonnen wird, unter anderem Steve Manns Hydraulophon und die Streusalzgesänge der Sounddesignerin Meara O'Reilly. Hier noch das russische Percussion-Ensemble Ethnobeat aus Irkutsk mit einer fantastischen Schlagzeugdarbietung auf dem Eis des Baikalsees.

Technology in the Arts (TitA) setzt an der Schnittstelle zwischen Kulturmanagement und Onlinetechnologie an und ist an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh zu Hause. TitA versucht die Debatte über Kunst und Technologie durch Webinare, Referate, Podcasts und über die sozialen Medien zu fördern, die neuesten Trends und Fortschritte auf dem Gebiet zu präsentieren und die Rolle von Technologie im künstlerischen Schaffensprozess zu erforschen. Im Blog werden unter anderem Überlegungen zu Webdsign im Kunstbetrieb und interaktiven LED-Installationen in Krankenhäusern angestellt, und Online-Ressourcen für Kulturmanager vorgestellt.

In ihrem 314-seitigen Geschäftsbericht 2012 liefert die Weltbank Anmerkungen und Statistiken zu einer Reihe von Themen globaler Bedeutung, etwa der Nahrungsmittelproduktion, der Chancenungleichheit der Geschlechter und der Bildung.

Und immer wieder attraktiv: Alte Illustrationen aus wissenschaftsbasierter Werbung und Lehrbüchern, hier ein Detail aus einer Anzeige von Dow Chemicalvon 1955 ("Styron, Polyethylene, Saran Wrap & Ethocel"). Und hier die Verbindung von Natrium und Chlor zu Kochsalz aus "Visualized Chemistry" von 1943. (bsc)