Elektronische Steuererklärung gewinnt langsam an Akzeptanz
Im vergangenen Jahr haben rund 5,5 Millionen Bundesbürger ihre Einkommenssteuererklärung online an die Finanzbehörden übermittelt. Als weiterer Anreiz ist geplant, vorausgefüllte Formulare digital anzubieten.
Immer mehr Bundesbürger nutzen elektronische Wege, um ihre Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt abzugeben. So haben 2007 rund 5,5 Millionen Steuerpflichtige die Finanzdaten digital übermittelt, wie aus einer jetzt veröffentlichten Antwort (PDF-Datei) der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag hervorgeht. Das entspricht einem Anstieg um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2001 waren erst 322.000 Formulare elektronisch eingereicht worden. Die Zahl der insgesamt abgegebenen Steuererklärungen (elektronisch oder auf herkömmlichem Weg) beziffert das Bundesfinanzministerium für das Jahr 2004 auf etwa 26,3 Millionen. Genaue Zahlen zu den Gesamteinreichungen der nachfolgenden Jahre liegen noch nicht vor.
Für die digitale Abgabe der Steuererklärung nutzten 2007 gemäß der Statistik der Bundesregierung etwa 2,4 Millionen der Steuerpflichtigen kommerzielle Programme. Diese Zahl hat sich im Vergleich zu 2006 fast verdoppelt. 1,39 Millionen sollen Software oder Angebote der Datev, 1,72 Millionen das nur unter Windows funktionierende, amtliche Elster-Formular der Finanzverwaltung verwendet haben. Das nicht immer ausfallsichere und Plattform-unabhängige Elster-Portal reduziert nach Ansicht der Regierung gemeinsam mit dem Elster-Formular bereits in seiner jetzigen Form den Zeitaufwand für das Ausfüllen einer durchschnittlichen Einkommenssteuererklärung "erheblich".
Um mehr Anreize für die Nutzung von Elster zu schaffen, will die Regierung nach eigenen Angaben künftig auch ein "vorausgefülltes Einkommenssteuererklärungsformular" zur Verfügung stellen. Bedingung dafür sei, dass Bücher, Aufzeichnungen und steuerlich wichtige Unterlagen sowie Nachweise dem Finanzamt in elektronischer Form bereits vorliegen. Den Einstieg in ein derartiges echtes E-Government plane das Bundesfinanzministerium mit dem Steuerbürokratieabbaugesetz. Damit solle Bürgern und Unternehmen "serviceorientiert" die Möglichkeit eingeräumt werden, der Steuerverwaltung bestimmte Belege wie Nachweise über Spenden, vermögenswirksame Leistungen oder Verträge über die Riester-Rente, die bisher in Papierform vorgelegt werden mussten, elektronisch einzureichen. (Stefan Krempl) / (pmz)