Al-Aksa-Brigaden nutzen Google Earth fĂĽr Angriffe auf Israel

Nach einem Bericht des britischen Guardian verwenden die palästinensischen Militanten die Luftbilder für ihre Raketenangriffe aus dem Gaza-Streifen.

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Von
  • Florian Rötzer

Palästinensische Militante sollen, wie die englische Tageszeitung Guardian berichtet, Google Earth zur Planung der Raketenangriffe auf israelische Siedlungen benutzen. Khaled Jaabri alias Abu Walid, der Kommandeur der al-Aksa-Märtyrerbrigaden im Gaza-Streifen, hat der britischen Zeitung gesagt, dass sie für ihre Anschläge die räumlichen Details aus den Bildern von Google Earth erhalten und diese dann anhand ihrer Landkarten überprüfen. Zur Demonstration soll er dem Guardian-Journalisten dies am Luftbild der israelischen Stadt Sderot auf seinem Computer demonstriert haben.

Die von al-Aksa und vom Islamischen Dschihad verwendeten Kassam-Raketen sind allerdings ungenau und landen oft irgendwo in der Wüste. Trotzdem wurden durch den dauerhaften Beschuss innerhalb von drei Jahren 13 Menschen in Sderot getötet und Dutzende verletzt. Abu Walid behauptete, man habe die Raketen verbessert, sodass sie eine größere Reichweite hätten. Die fortgesetzten Raketenangriffe sieht er nicht im Widerspruch mit den angestrebten Friedensgesprächen zwischen Fatah, zu der die al-Aksa-Brigaden gehören, und der israelischen Regierung.

Google reagierte auf den Bericht mit der Beteuerung, dass das Unternehmen sich der Sicherheitsrisiken bewusst sei und die diesbezüglichen Sorgen ernst nehme. Aber die Bilder von Google Earth und Google Maps seien keineswegs einzigartig, fährt das Unternehmen fort: "Kommerzielle hoch aufgelöste Satelliten- und Luftbilder gibt es von jedem Land aus zahlreichen Quellen. Jeder, der über einem Gelände fliegt oder durch es fährt, kann ähnliche Informationen erhalten." Google hat Anfang des Jahres nach Vorwürfen der britischen Armee, dass irakische Aufständische Luftbilder von Google Earth für ihre Angriffe auf britische Stellungen in Basra benutzen, die neueren Bilder durch alte ersetzt. Google vermindert auch die Auflösung von Bildern etwa von manchen Militärstützpunkten oder anderen gefährdeten Orten. (fr)