"Cookie Clearinghouse" soll Online-Privatsphäre stärken
Unerwünschte Cookies, die das Surfverhalten gegen den Willen des Nutzers erfassen, sollen durch eine neue Initiative einfacher blockiert werden können.
Mit dem Cookie Clearinghouse hat das Center for Internet and Society (CIS) eine neue Einrichtung gegründet, die die Privatsphäre im Internet stärken soll. Dort sollen laut Mitteilung Informationen über Cookies gesammelt werden, um diese zu bewerten. Die gewonnenen Daten werden dann zur freien Verfügung gestellt. Browserhersteller können diese nutzen, um Cookies zu identifizieren, die vom Nutzer unerwünscht sind.
Konkret geplant sind zwei Listen: Die eine enthält Cookies, die akzeptabel sind, die andere ist eine Sperrliste mit unerwünschten Cookies. Dadurch soll insbesondere die Sammelwut von Drittanbietern erschwert werden. Diese legen oft Cookies auf Rechnern ab, obwohl die Seite des Anbieters nie besucht wurde. Viele Werbevermarkter nutzen solche Methoden, um das Surfverhalten einzelner verfolgen zu können. Der Nutzer kann kaum nachvollziehen, wie diese Informationen über ihn zustande gekommen sind. Dank der gespeicherten Bewertungen im Cookie Clearinghouse sollen solche "tracking cookies" künftig leichter ausgefiltert werden, damit sie gar nicht erst den Weg auf die Festplatte finden.
Das Cookie Clearinghouse ist aus der Initiative "Do Not Track" hervorgegangen. Entwickelt wird es von Mozilla und Opera Software sowie Forschern, die sich mit der Privatsphäre im Netz befassen. Auch der Input von Privatnutzern ist mittels Kommentarfunktion erwünscht. Webseitenbetreiber, dessen Cookies auf der Sperrliste gelandet sind, können Widerspruch einlegen und eine Neubewertung einfordern. So soll es zu einer möglichst objektiven Liste kommen. (dbe)