Tauchpionier Hans Hass gestorben
Der österreichische Meeresforscher und Wegbereiter für die Unterwasserfotografie Hans Hass ist am 16. Juni im Alter von 94 Jahren in Wien gestorben. Bereits 1938 gelangen ihm erste Unterwasseraufnahmen.
- dpa
Der österreichische Meeresforscher und Wegbereiter für die Unterwasserfotografie Hans Hass ist am 16. Juni im Alter von 94 Jahren in Wien gestorben. Bereits 1938 gelangen ihm erste Unterwasseraufnahmen.
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Hans Hass gilt als einer der großen Naturforscher des vergangenen Jahrhunderts. In der Nachkriegszeit brachte er einem breiten Publikum mit Filmen wie "Abenteuer im Roten Meer" (1951) die Meeres- und Unterwasserwelt näher. Er produzierte insgesamt 32 Bücher und 73 Filme über seine Reisen und Forschungen.
Die große Liebe des studierten Zoologen galt stets den Haien, denen er den Ruf als Schrecken der Ozeane nehmen wollte. Mit Filmen wie "Menschen unter Haien " und Büchern wie "Unter Korallen und Haien" und "Der Hai – Legende eines Mörders" kämpfte er für eine bessere Reputation der Tiere. Obwohl er bereits vor über 50 Jahren das Tauchen an den Nagel gehängt hat, setzte er sich weiter für Haie ein und wurde zum Kämpfer gegen Umweltzerstörung.
Hass wollte sich selbst immer völlig geräuschlos den Tieren unter Wasser nähern, um sie zu fotografieren. Dazu erarbeitete er neuartige Tauchflossen, führte ein Schwimmtauchgerät mit Sauerstoff ein, das vom Forschungsschiff unabhängiger machte.
Bereits 1938 begann Hass bei Dubrovnik mit der Unterwasserfotografie. Zusammen mit Firmen wie Leica und Franke & Heidecke (Rollei) entwickelte er spezielle Unterwassergehäuse. Zunächst gab es ab 1950 das UW-Leica-Gehäuse für Leica-M-Kameras mit Elektronen-Blitzgerät, das gemeinsam mit der Firma AKG in Wien entstand. Dann ab 1954 das Rolleimarin, ein Unterwassergehäuse für die Rolleiflex, das für Tiefen bis 100 Metern geeignet sein sollte. Es war aus zwei Gussteilen zusammengesetzt und bot sogar zwei Drehknöpfe zur Einstellung von Zeit und Blende sowie Vorrichtungen zum Scharfstellen und für den Filmtransport. Das Rolleimarin galt zwei Jahrzehnte lang als das Standardgehäuse für Unterwasserfotografen.
Stets begleitet wurde Hass von seiner Frau Lotte, die zunächst als Assistentin an seiner Seite arbeitete. Die Liebesgeschichte der beiden wurde 2011 in der ZDF-Produktion "Das Mädchen auf dem Meeresgrund" gezeigt. Der Film basiert auf einem autobiografischen Buch von Lotte Hass aus dem Jahr 1970. (pen)