Boeing stärkt Position im Geschäft mit unbemannten Flugzeugen

Der Boeing-Konzern übernimmt den Spezialisten für unbemannte Flugzeuge, Insitu. Erfolgreichstes Produkt des Unternehmens ist der ScanEagle, eine Aufklärungsdrohne, die vom US-Militär unter anderem in Afghanistan und dem Irak eingesetzt wird.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Erfolgsprodukt von Insitu: Das per Katapult in die Luft beförderte Aufklärungsflugzeug ScanEagle

(Bild: Boeing IDS)

Der US-Flugzeugbauer Boeing übernimmt den Spezialisten für unbemannte Flugzeuge (Unmanned Aerial Vehicles, UAVs), Insitu. Das Unternehmen mit Sitz in Bingen (Bundesstaat Washington) beschäftigt rund 360 Mitarbeiter und entwickelt UAVs sowohl für den militärischen Bereich als auch für zivile Einsatzzwecke. Insitus bislang erfolgreichstes Produkt ist der in Zusammenarbeit mit Boeings IDS-Sparte (Integrated Defense Systems) gebaute ScanEagle, ein kleines Roboter-Aufklärungsflugzeug mit einer Spannweite von etwa drei Metern, das vom US-Militär derzeit unter anderem zur Geländesondierung per Video und Infrarot in Afghanistan und dem Irak eingesetzt wird.

Erst im Juni hatte Boeing einen Anschlussauftrag der US-Navy über 65 Millionen Dollar für ISR-Dienstleistungen (Intelligence, Surveillance and Reconnaissance) mit dem ScanEagle erhalten. Zuletzt soll es aber Risse in der Partnerschaft mit Insitu gegeben haben: Im Hinblick auf einen neuen Auftrag zur Entwicklung eines größeren UAV-Modells, das die Navy und das United States Marine Corps (USMC) wünschen, um damit künftig auch kleinere Kampfeinsätze fliegen zu können, hatte Insitus den Solo-Weg eingeschlagen und unabhängig von Boeing den Integrator UAS entworfen. Das ebenfalls per Katapultstart in die Luft beförderte Fluggerät soll bei Fachmessen großes Interesse auch bei Boeing-Konkurrenten hervorgerufen haben.

Mit der Akquisition von Insitu, zu der keine finanziellen Details bekannt gegeben wurden, sichert sich Boeing jetzt weiterhin die Dienste des UAV-Spezialisten. Und der Markt für unbemannte Flugzeuge im Militärsektor boomt. Im Frühjahr gab die US-Navy bekannt, dass sie bis zum Jahr 2025 das erste auf Flugzeugträgern stationierte Kampfdrohnen-Geschwader einsatzbereit haben will. Der Rüstungskonzern Northrop Grumman erhielt dazu bereits im vergangenen Jahr einen 635-Millionen-Dollar-Vertrag zur Entwicklung der Drohnen. Für US-Verteidigungsminister Robert Gates hat der Einsatz solcher Fluggeräte inzwischen für das gesamte Militär "höchste Priorität". (pmz)