CE Week: Unterhaltungselektronik verkauft sich besser als gedacht
In New York wurde die dritte Messe CE Week eröffnet. Während es bei der CES in erster Linie um neue Produkte geht, stehen hier strategische Themen und Trends im Vordergrund.
Ein halbes Jahr vor dem Weihnachten wurde am Montag in New York die dritte CE Week eröffnet. Veranstalter ist der US-Verband der Unterhaltungselektronik-Branche CEA, der auch die jährliche Messe CES in Las Vegas ausrichtet. Während es bei der CES in erster Linie um neue Produkte geht, stehen bei der CE Week strategische Themen und Trends im Vordergrund.
Gleich zur Eröffnung verkündete Shawn DuBravac von der CEA: Dank Tablets, Smartphones und Soundbars brummt in den USA das Geschäft mit Unterhaltungselektronik. Das Wachstum dürfte also besser ausfallen als im Januar vorhergesagt. Seit Jahresbeginn wurden 45 Prozent mehr Tablets, 20 Prozent mehr Smartphones und sogar 60 Prozent mehr Soundbars ausgeliefert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bei den Soundbars ist zudem der durchschnittliche Verkaufspreis um 20 Prozent höher.
(Bild:Â Daniel AJ Sokolov)
Bei Blu-Ray-Playern gibt es zwar kaum Mengenzuwachs, aber der durchschnittliche Großhandelspreis ist gestiegen. Audioreceiver sind zwar insgesamt rückläufig, doch legen Geräte mit Netzwerkanschluss zu. Hochwertige Kopfhörer haben immer mehr Fans, dieser Bereich strebt in den USA nach Umsatz der Milliarde entgegen. Zu Weihnachten erwarten die CEA-Prognosten starke Nachfrage nach vernetzten Geräten für den Fitnessbereich sowie nach "smarten" Armbanduhren, sofern diese in Stückzahlen lieferbar sein werden.
Überraschend gut läuft auch das Geschäft mit Fernsehern. Zwar dürfte der Höhepunkt des globalen TV-Geschäfts überschritten sein, doch in den USA ist davon keine Rede: Statt dem noch vor einem halben Jahr prophezeiten flachen Verlauf wurden seit Jahresbeginn um zwölf Prozent mehr Geräte verkauft als im Vergleichszeitraum 2012. Der Umsatz ist dabei um zehn Prozent gestiegen. Die Verbraucher greifen zu immer größeren Fernsehgeräten. Diese Verschiebung der Nachfrage verläuft schneller als von der CEA erwartet worden war. Die CEA-Mitglieder sind zudem froh, dass sich der in den vergangenen Jahren beobachtete Verfall der TV-Preise deutlich verlangsamt hat. Ein Apparat der 40- bis 45-Zoll-Klasse kostet heute wenig mehr als die Hälfte des Preises von vor vier Jahren.
Laut Marktbeobachter NPD Group lagen die Umsätze mit Videospielen und einschlägiger Hardware im Mai fast ein Drittel unter dem Vorjahreswert. Die CEA erwartet für das Gesamtjahr einen Rückgang um 19 Prozent. Dafür soll es aber nächstes Jahr einen deutlichen Aufschwung von 66 Prozent geben. Die neue Konsolengeneration samt passender Titel sollen die Nachfrage anheizen.
Auch die Rahmenbedingungen stimmen die Branche froh: Der allgemeine wirtschaftliche Ausblick der US-BĂĽrger ist positiv, die Arbeitslosigkeit geht zurĂĽck, und die Verbraucher erhalten leichter Kredite. Hinzu kommt eine aufgestaute Nachfrage und eine steigende Risikobereitschaft bei Investoren. SchlieĂźlich hat noch der japanische Yen von Oktober bis April gegenĂĽber dem US-Dollar fast ein Viertel seines Werts eingebĂĽĂźt, womit Importe aus Japan deutlich billiger geworden sind.
Allerdings wird die europäische Wirtschaftslage in den USA weiterhin als Risikofaktor wahrgenommen. Einfachere Digitalkameras werden von Smartphones verdrängt. Videospielen und -konsolen sind wenig gefragt und auch das Geschäft mit Desktop-Computern ist deutlich rückläufig. (anw)