Leitsystem im Handy
Der UMTS-Funk-PDA Xda orbit 2 von O2 mit Windows Mobile 6.0 soll mit eingebautem GPS-Empfänger und Kartensoftware von TomTom nicht nur Handy und Organizer, sondern auch das Navigationssystem fürs Auto ersetzen.
Der UMTS-Funk-PDA Xda orbit 2 von O2 mit Windows Mobile 6.0 soll mit eingebautem GPS-Empfänger und Kartensoftware von TomTom nicht nur Handy und Organizer, sondern auch das Navigationssystem fürs Auto ersetzen.
Am handlichen Mini-PDA fällt zuerst das verspiegelte 2,8-Zoll-Display ins Auge, das bei abgeschalteter Hintergrundbeleuchtung auch als Schminkspiegel taugt. Im Sonnenlicht stört das stark reflektierende Display beim Ablesen, im Auto kann der Blick auf das Xda orbit 2 bei tiefstehender Sonne sogar gefährlich blenden. Lautstärke- und Kamerataste sowie der Slot für die microSD-Wechselkarte sind an den Seiten des Geräts untergebracht; an den Funkanschluss auf der Rückseite passt nur eine externe GPS-Antenne, eine Buchse für GSM/UMTS-Antennen fehlt.
Man bedient den Funk-PDA, der wie die meisten Xda-Geräte von HTC stammt und vom Hersteller unter dem Namen Touch Cruise angeboten wird, hauptsächlich über den Touchscreen. Unter dem Bildschirm gibt es außer den Telefon- und Menütasten einen runden Steuerknopf mit integriertem Jog-Dial – nützlich etwa beim Durchsuchen von Menüs. Mit der von HTC Touch-Flo genannten Oberfläche lassen sich viele Funktionen per Finger aufrufen und zum Teil auch bedienen. Ganz ohne Eingabestift, der rechts unten am Gerät untergebracht ist, kommt man jedoch nicht aus. Wer ihn öfter benutzt, wünscht sich schnell einen längeren Stylus.
Fingerspiele
Zur Touch-Flo-Oberfläche gehört der Touch Cube, ein 3D-Menü, das man durch eine Fingergeste vom unteren Rand zur Mitte des Displays hin aktiviert. Auf insgesamt vier Seiten, zwischen denen man in iPhone-Manier mit dem Finger wechselt, gibt es Schnellstart-Felder für Organizer- und Multimediafunktionen, sowie eine Kurzwahlseite für neun Kontakte, die – so vorhanden – das Bild der jeweiligen Person anzeigen.
Doch kommt es trotz vieler auf Fingerbedienung ausgelegter Menüs und des Heute-Bildschirms oft zu Fehlbedienungen. Beim Finger-Bildlauf und der gewöhnungsbedürftigen Scrollfunktion startet man häufig ungewollt ein Programm oder wählt einen Kontakt an. Zum Menü geht es dann meist nur mit Hilfe des Stiftes, da ein großer Zurück-Button fehlt.
Als Smartphone stellt das Xda orbit 2 alle wichtigen Funktionen bereit: Die Sprachqualität beim Telefonieren ist sehr gut. Mit aktivierter Freisprechfunktion kommt man beim Gesprächspartner verständlich, aber dumpf an. Für Videotelefonate gibt es eine Zweitkamera über dem Display. Der umfangreiche, jedoch unübersichtliche Organizer Mobile Outlook und die mobilen Office-Anwendungen gehören zum Lieferumfang von Windows Mobile 6.0 Professional.
Nicht so das Navigationssystem, das von TomTom stammt: Der Navigator gefällt mit eingängiger Bedienung und guter Streckenführung. Auf Änderungen der Route reagiert er sehr zügig und gibt Hinweise auf die richtige Fahrspur. Kartenmaterial liegt dem Gerät in Form einer microSD Card und einer CD bei. Der im orbit 2 eingebaute GPS-Empfänger erkennt vergleichsweise viele Satelliten und braucht dazu nur wenige Sekunden, wenn man die Satellitendaten mit Hilfe der QuickGPS-Anwendung vorher aus dem Internet lädt. Für den Einbau des GPS-Smartphones ins Auto liefert O2 eine Halterung mit.
Die 3-Megapixel-Kamera knipst Bilder und nimmt Videoclips maximal in der Displayauflösung QVGA (320 × 240) auf. Dem Objektiv mit für ein Telefon recht schnellem Autofokus (Fokus- und Auslösezeit rund 1,5 Sekunden) fehlt ein Linsenschutz gegen Fingerschmutz. Fotos gefallen mit guter Schärfe und mäßigem Bildrauschen, negativ fallen stark überstrahlte helle Flächen auf – für Schnappschüsse ohne Anspruch auf Qualität reichts. Die ruckeligen und meist unscharfen Videos taugen nur zum MMS-Versand.
Als Musikspieler macht das Xda orbit 2 eine bessere Figur: Der im Touch Cube integrierte Player kennt die Formate AAC, MP3 und WMA – letzteres auch mit DRM. Nur für das Apple-Format M4A muss man den Mediaplayer des Betriebssystems bemühen. Das mitgelieferte Headset bietet einen satten Klang, der sich mittels 10-Kanal-Equalizer, Presets und 3D-Sound an den persönlichen Geschmack angleichen lässt. Wir vermissten nur eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für andere Kopfhörer.
Beim mobilen Surfen enttäuschte der Funk-PDA. Als Mobil-Browser steht nur der Internet-Explorer zur Verfügung – Opera Mobile kann deutlich mehr, kostet jedoch rund 20 Euro. Als Funkmodem baut der orbit 2 die Internetverbindung selbst auf und reicht sie via USB-Kabel oder Bluetooth an ein Notebook weiter. Im UMTS-Netz von O2 ohne HSDPA blieben die Durchsätze aber deutlich hinter den Erwartungen zurück, im Vodafone-Netz mit UMTS-Turbo lieferte das Gerät immerhin befriedigende Ergebnisse.
Fazit
Das gut ausgestattete Xda orbit 2 gefiele als gutes Navigationssystem mit empfangsstarkem GPS-Teil, doch schränkt das verspiegelte Display die Brauchbarkeit ein. Mit Windows Mobile besitzt es ein zwar leistungsfähiges, aber schwer bedienbares Betriebssystem, woran auch die inkonsistente Fingerbedienung von HTC nicht viel ändert.
Bei den Multimediafunktionen kann der UMTS-Organizer punkten, beim mobilen Surfen nur bedingt. Wer unterwegs schnelle Datendienste braucht, muss auf den zĂĽgigen Ausbau des O2-Netzes mit HSDPA hoffen. (rop)
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