Mini-Notebook zum Quatschen
Maxdata hat mit dem Belinea s.book 1 ein leichtes, günstiges Mini-Notebook im Programm, das im Deckel einen VoIP-Telefonhörer hat. Die Kombination ist einzigartig, scheitert aber an den praktischen Anforderungen.
- Dr. JĂĽrgen Rink
Maxdata hat mit dem Belinea s.book 1 ein leichtes, günstiges Mini-Notebook im Programm, das im Deckel einen VoIP-Telefonhörer hat. Die Kombination ist einzigartig, scheitert aber an den praktischen Anforderungen.
Das Belinea s.book 1 ist ein alter Bekannter. Den FIC-Barebone hat VIA letztes Jahr gezeigt und Packard-Bell verkauft ihn derzeit als EasyNote XS für 500 Euro (c't 1/08, S. 108). Die Version von Maxdata kostet beim Händler 660 Euro und bietet mit 80 GByte wesentlich mehr Plattenplatz, hat im Unterschied zum EasyNote einen Touchscreen und rechts daneben einen abnehmbaren VoIP-Telefonhörer.
Das Gerät mit einer Grundfläche nur wenig größer als DIN-A5 lässt sich wegen der Aussparung zwischen Deckel und Gehäuse mit einer Hand greifen und mit der anderen bedienen. Bei Benutzung des Touchscreen mit dem Stift darf die Hand aber nicht das Display berühren, weil das sonst ebenfalls als Klick interpretiert wird. Die Annehmlichkeiten von Microsofts Tablet-Software wie Windows Journal oder der Handschrifterkennung fehlen diesem Gerät allerdings. Das winzige Touchpad vor der Tastatur dient theoretisch auch dem Verschieben des Cursors, doch praktisch ist das nicht, genauso wenig wie die winzigen Touchpad-Tasten daneben.
Die Display-Auflösung von 800 × 480 reicht für Windows XP nicht aus, was die an sich schon fummelige Bedienung noch weiter erschwert. Dazu kommen die kleinen Tasten, die für eine kurze Mail taugen, nicht jedoch für flüssiges Schreiben.
Wegen der matten Panel-Oberfläche und der enormen Helligkeit lässt sich der Bildschirminhalt auch bei schönem Wetter erkennen. Dafür hat man immerhin 3,2 Stunden Zeit, bevor der Akku keinen Strom mehr liefert – sofern keine Rechenleistung gefragt ist. Der Lüfter läuft oft und hörbar.
Der flache VoIP-Hörer wird in seinem Display-Bett geladen und hält entnommen mehrere Stunden Bereitschaft durch. Fürs Telefonieren hat Maxdata Skype vorgesehen. Bis die Verbindung steht, braucht man Geduld: Erst muss sich der VoIP-Hörer per Bluetooth verbinden, dann erst darf man Skype öffnen (CPU-Auslastung 40 Prozent). Manchmal kennt dessen Audio-Einstellung nur das Windows-Standard-Audiogerät und muss per Hand auf den Bluetooth-VoIP-Hörer umgestellt werden. Die Sprachqualität ist selbst für VoIP-gewohnte Telefonierer dürftig.
Die Anschlüsse liegen an den Seiten links und rechts. Statt des bei Notebooks oft schlechten VGA-Ports verbindet der digitale DVI-Ausgang einen externen Monitor mit dem s.book – zwar mit sehr guter Qualität, aber nur bis zu einer Auflösung von 1280 × 1024. Zwei USB-Ports rechts, LAN und Audio-Anschlüsse stehen bereit sowie ein Kartenschacht links. Uns fiel nach dem Auspacken noch die unangenehme Tastatur-Ausdünstung auf, wir vermuten Weichmacher. Erst nach einigen Wochen war diese erträglich.
Ein erstaunlich günstiges Mini-Notebook mit Touchscreen und pfiffiger Idee fürs Voipen fällt auf. Doch die ungenügende Hardware und das dafür unpassende Betriebssystem trüben die Freude beträchtlich. Der Preis lockt, doch sollte man das s.book 1 unbedingt testen, ob es die eigenen Ansprüche erfüllen kann. (jr)
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