Apfel-Impfung

Seit nunmehr fünf Jahren enthalten Macs mit iSync eine Lösung zum Daten-Abgleich von Adressen, Terminen und Aufgaben. Doch von Haus aus kennt iSync nur eine begrenzte Anzahl an Geräten. Tools anderer Hersteller füllen die Lücken.

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  • Daniel LĂĽders
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Seit nunmehr fünf Jahren enthalten Macs mit iSync eine Lösung zum Daten-Abgleich von Adressen, Terminen und Aufgaben. Doch von Haus aus kennt iSync nur eine begrenzte Anzahl an Geräten. Tools anderer Hersteller füllen die Lücken.

Mit Mac OS X 10.3 legte Apple das systemeigene Abgleichkonzept iSync vor, auf das andere Programme aufsetzen können. Im aktuellen System 10.5 (Leopard) bei Version 3.0 angekommen, kann iSync längst mehr, als nur lokal Adressen und Termine abzugleichen. Es füllt auch Konten des hauseigenen Online-Portals .mac mit Adressen, Terminen, Aufgaben und anderen Daten, um so mit dem gleichen Konto assoziierte Macs auf demselben Stand zu halten.

Dabei ist das Programm iSync nur die GUI-Spitze der Synchronisationsarchitektur. In der SyncServices-Bibliothek steckt unter anderem ein lokal laufender SyncServer, dem ein weiterer Hintergrunddienst namens SyncServices zur Hand geht.

Über diese Synchronisationshelfer in Mac OS X werden die PIM-Daten weiter verteilt. Andere Programme wie beispielsweise Microsoft Entourage, das Teil des Premium-Office-Paketes ist, können sich darüber aus dem Datenbestand aller Applikationen bedienen, die wie die Apple-Anwendungen Adressbuch oder iCal angemeldet haben.

Die Synchronisationshelfer von Apple verstehen sich allerdings von Haus aus nur mit dem iPhone, Symbian-OS-Handys und einigen Palm-OS-Modellen. Die arg ĂĽberschaubare Liste kompatibler Handys, PDAs und Smartphones stellt Apple auf seiner Webseite bereit.

Unterstützung für Blackberry-Pushmail-Handys fehlt ganz, ebenso für Windows-Mobile-Geräte. Selbst Microsoft Entourage 2008 bringt für Windows Mobile keine Unterstützung mit, es holt sich auf Wunsch lediglich Adress- und Termindaten aus den Mac-OS-Applikationen Adressbuch und iCal.

Wer das aktuelle Palm-OS-Gerät Centro mit Mac OS X 10.5.2 (Leopard) abgleichen möchte, guckt ebenfalls in die Röhre. Ein bekannter Fehler von iSync 3.0 verursacht Verbindungsabbrüche und verhindert die Synchronisation mit Adressbuch und iCal.

Wer eine ältere Version von Entourage aus dem Office-2004-Paket sein Eigen nennt, kann mit Hilfe des Palm-Sync-Tools Hotsync Daten direkt mit dem Microsoft-PIM abgleichen, um diese Daten dann per Sync-Services mit den Standard-Applikationen auszutauschen.

Adressen, Termine und Musik (5 Bilder)

Adressen, Termine und Musik

Apples iSync stellt PIM-Daten für Applikationen und Mobilgeräte bereit.

Schon auf der Support-Webseite von iSync verweist Apple auf Tools von Fremdherstellern wie Mark/Space. Dessen Missing Sync soll den Brückenschlag zwischen den Mobilgeräten mit Palm OS, Windows Mobile oder Blackberry und den Sync-Services von Apple bewerkstelligen.

Ein weiteres Sync-Tool namens PocketMac hat immerhin Abgleichlösungen für Windows-Mobile-Geräte und Blackberrys parat und bietet letztere sogar zum kostenlosen Download an.

Die Sync-Programme beider Hersteller belassen es nicht beim Abgleich von PIM-Daten, sondern wollen auch Apples Multimedia-Software iTunes für die Mobilgeräte erschließen und MP3-Musik, Podcasts sowie Abspiellisten auf das Smartphone schieben. Die Synchronisation von Fotos, Videos, Web-Favoriten und Ordnern zählt ebenso zu den Spezialitäten einiger Aspiranten.

Auf E-Mail-Abgleich verzichten sie aber, bis auf PocketMac für Blackberry. Im Hinblick darauf, dass die meisten Mobilgeräte mittlerweile einen leistungsfähigen E-Mail-Client enthalten und ihre Nachrichten per Mobilfunk aktualisieren, ist dieser Umstand zu verschmerzen.

In unserem Test nahmen wir sowohl die kommerziellen Tools von Mark/Space und PocketMac als auch die Entourage-2004-Conduit-Lösung für Palm OS unter die Lupe.

Als Mobil-Testgeräte verwendeten wir exemplarisch für die Kategorie Palm OS das aktuelle Smartphone Palm Centro. Als Blackberry-Vertreter dient das Modell 8110 Pearl von Research in Motion (RIM). Stellvertretend für die Windows-Mobile-Welt kam das HP-Smartphone iPAQ 614c mit Windows Mobile 6 Professional (Pocket PC) zum Einsatz.

Mit einem MacBook Pro und aktuellem Betriebssystem Mac OS X 10.5.2 prĂĽften wir, ob die Synchronisation von PIM- und anderen Daten reibungslos klappte.

Die zentrale PC-Abgleichstelle von Palm OS stellt normalerweise HotSync im Gespann mit der PIM-Applikation Palm Desktop dar. Die Mobil-Geräte docken entweder per USB, Bluetooth oder WLAN an. IrDA- und RS-232-Schnittstellen besitzen aktuelle Macs nicht mehr.

Beim Start des Abgleichvorgangs arbeitet HotSync seine Aufträge in Form mehrerer Plug-ins, sogenannter Conduits, ab. Nach Abschluss des Sync-Vorgangs beendet die Sync-Software die Verbindung zwischen PC und Palm-OS-Gerät.

Auch das Office-Programm Microsoft Entourage 2004 dockt an HotSync an und bereichert es um ein Conduit, welches den direkten Abgleich der MS-PIM-Applikation ermöglichen soll.

Sync-Lösungen für Mac und Palm OS
Produkt Missing Sync Handheld Installer (Entourage 2004)
Entwickler / Distributor Mark/Space / Pdassi Microsoft
Version 6.0.3 (Deutsch) 1.5 (Office 2004 mit aktuellem Patch)
ab Palm-OS-Version 4.0 4.0
ab Mac-OS-X-Version 10.4.9 (Tiger) 10.3
Hotsync zusätzlich nötig - +
Verbindung per Bluetooth, USB, Netzwerk Bluetooth, USB, RS232, Modem
Preis 36 EUR in MS Office 2004 Mac enthalten (450 EUR)

Zur Installation des Entourage-Plug-in wechselt man nach Einrichtung von Palm Desktop und damit auch HotSync im Programm-Ordner in das Verzeichnis "Microsoft Office 2004/Zusätzliche Tools" und startet das "Installationsprogramm für Handheldsynchronisierung". Beim Setup nistet sich das Entourage-Conduit in der Auftragsliste von HotSync ein – und wirft gleichzeitig alle anderen Plug-ins für den Abgleich mit Palm Desktop hinaus.

Mit dem Entourage-2004-Conduit gleicht man Adressen, Termine, Aufgaben und Notizen ab. Die Conduit-Einstellungen sind leicht verständlich und erlauben entweder das Zusammenführen beider Datenbanken oder die Priorisierung von Handheld- oder Entourage-Daten. Fotos, Videos und Musik bedenkt der Applikationszusatz nicht.

Beim Sync eines Palm-OS-Gerätes mit Entourage 2004 per Microsoft-Conduit gibt es einige Schönheitsfehler: Das Plug-in überträgt nur eine Adresse pro Kontakt (bevorzugt die Privatadresse) an Entourage. Auch Geburtstage gehen beim Datentransfer verloren. Immerhin belässt Entourage 2004 die übrigen Einträge auf dem Palm-OS-Gerät. Ansonsten wuppt das Conduit alles in korrekter Form in die PIM-Anwendung. Auch mit Terminen und Aufgaben hat es keine Probleme.

Wer die Daten erst einmal Entourage eingetrichtert hat, kann Adressen, Termine und Notizen unter "Einstellungen/Sync Dienste" mit den Mac-OS-X-eigenen Programmen abgleichen. Allerdings ĂĽbertragen dabei beide Entourage-Versionen keine Kontaktfotos und lediglich die private und die BĂĽro-Adresse finden den Weg in das Mac-OS-X-Adressbuch.

Im neuen Mac-Office 2008 fehlt das Palm-Conduit. Entourage 2008 kann mit dem alten Plug-in auch nichts mehr anfangen. Wer also Daten in Entourage 2008 importieren möchte, ohne Geld für eine weitere Sync-Lösung auszugeben, muss den umständlichen Weg über den lokalen Datenimport gehen. Mit Palm Desktop muss der Datenbestand in eine Textdatei exportiert und in Entourage wieder importiert werden. Weil sich bei der Daten/Felder-Zuordnung oft Fehler einschleichen, sollte man anschließend noch einmal mit dem feinen Kamm durch die Kontaktliste gehen.

Weil iSync unter Leopard mit dem Palm-Centro nichts anfangen kann, bleibt Besitzern dieses Smartphones nichts anderes übrig, als Missing Sync für Palm OS zu verwenden – will man direkt mit Mac-OS-internen Anwendungen abgleichen. Aber auch Nutzer anderer Palms mögen auf das Sync-Tool schielen, verspricht es doch, auch Abgleichmöglichkeiten für Multimedia-Inhalte mit iTunes und iPhoto bereitzustellen. Anders als iSync oder Entourage 2004 benötigt Missing Sync für Palm OS HotSync nicht.

Missing Sync spielt mit allen Palm-OS-Geräten ab Systemversion 4 zusammen und kann Mobilgeräte per Bluetooth oder USB kontakten. Die Kopplung klappte im Test problemlos.

Die Applikation von Mark/Space synchronisiert PIM-Daten entweder mit Palm Desktop (Palm-Conduits in HotSync werden hierzu deaktiviert), den Mac-OS-eigenen Programmen Adressen und iCal, Now-up-to-Date oder Microsoft Entourage. Für den Abgleich mit dem Microsoft-PIM verwendet Missing Sync Apples Sync-Services. Notizen, SMS und Anruflisten gleicht Missing Sync mit eigenen Applikationen ab. Wer Missing Sync mit Palm Desktop verwenden möchte, muss erst die Palm-PIM-Suite installieren und dann das Sync-Tool von Mark/Space. Umgekehrt bricht die Synchronisation entweder frühzeitig ab oder startet gar nicht erst.

Im Test klappte die Synchronisation der PIM-Daten mit den Mac-OS-eigenen Anwendungen reibungslos. Sowohl mehrere Adressen als auch Kontaktfotos und zusätzliche Kategorien brachten das Tool nicht aus dem Tritt. Dass es nicht mehr als 15 Kategorien auf dem Palm-Gerät übertragen konnte, liegt am Palm OS.

SMS- und Anruflisten übertrug das Programm ohne Schwierigkeiten in die mitgelieferten Anwendungen SMSLog und CallLog. Schade nur, dass sich die Einträge auf dem Mac lediglich alphabetisch und nicht nach Zeit oder anderen Kriterien ordnen lassen.

MP3-Musik, Songlisten und Audio-Podcasts importiert Missing Sync von iTunes. Gekaufte Songs mit DRM-Schutz aus dem iTunes-Shop bleiben außen vor – Palm-OS-Geräte können sie nicht abspielen. Als Ziel kann man entweder den internen Flash-Speicher oder eine Speicherkarte angeben. Nach Wahl veranlasst der Nutzer Missing Sync dazu, zwischen 5 und 50 MByte auf der Karte frei zu lassen.

Video-Podcasts lässt Missing Sync links liegen, obwohl zumindest auf dem Palm Centro auch ein Player für MPEG-4-Videos vorhanden ist. Warum die Videos auf der Strecke bleiben, merkt man spätestens, nachdem man eines direkt auf die Speicherkarte kopiert hat: Die Filme ruckeln unerträglich, weil sie offenbar den Prozessor überfordern.

Missing Sync für Palm OS enthält auch ein Conduit für Video, das Filme mit bekanntem Format entweder in mp4 oder 3gp beziehungsweise 3g2 mit geringerer Bitrate konvertiert. Doch kann es den erzeugten Film nicht auf eine Speicherkarte schieben, sondern nur in den internen Flash-Speicher. Bei dem üblicherweise nur knapp 32 MByte freien Flash reicht das nur für ein kurzes Filmvergnügen.

Fotos und Alben gleicht Missing Sync mit iPhoto ab und skaliert die Bilder auf Wunsch auch gleich in eine Auflösung nach Wahl. Nutzer des Offline-Reader-Nachrichtensystems AvantGo dürfen sich ebenfalls freuen: Missing Sync für Palm OS enthält auch ein Plug-in zum Abgleich von dessen Nachrichten.

Das Conduit Folder-Sync, mit dem sich beliebige Mac-Ordner mit dem Palm-OS-Gerät abgleichen lassen, die TimeCopy-Funktion, welche das Mobilgerät mit der Mac-Systemzeit synchronisiert, und ein Install-Tool für Palm-OS-Programme runden den Funktionsumfang ab.

Obwohl Missing Sync für Palm OS viele Funktionen mitbringt, lässt es sich leicht einrichten und bedienen. Bei der Synchronisation gab es im Test – sowohl mit iTunes als auch den PIM-Applikationen – kaum Probleme. Lediglich eine bessere SMS- und Anrufliste sowie eine Web-Favoritenverwaltung und Office-Dokumenten-Synchronisation stehen noch auf der Wunschliste.

Der Preis von 36 Euro ist durchaus angemessen. Wer Missing Sync für Palm OS verwendet, kann das Gespann aus HotSync und Palm Desktop getrost entsorgen. Ein paar Tage mit der voll funktionsfähigen Demoversion von der Webseite des Herstellers erleichtern die Entscheidung (siehe Soft-Link).

Blackberry-Smartphones laufen unter dem Betriebssystem RIM-OS der kanadischen Firma Research in Motion (RIM). In der Kernkompetenz sind Blackberrys mobile Mail-Clients, die per Mobilfunk E-Mails senden und empfangen. Dabei kommunizieren sie mit einer Middleware, dem sogenannten Blackberry-Server, der wiederum die E-Mail- und PIM-Server Microsoft Exchange oder Lotus Notes bedient.

AuĂźer E-Mails kann ein Blackberry auch PIM-Daten drahtlos mit einem Server abgleichen. Will man lieber mit einer lokalen PIM-Software synchronisieren, muss man die Funktion fĂĽr den Server-Sync unter "Optionen/Drahtlos-Synchronisation" deaktivieren.

Mittlerweile bedenkt RIM seine Blackberry-Handys auch mit Multimedia-Funktionen. So enthalten aktuelle Modelle, wie auch unser Testgerät Pearl 8110, einen Audio/Video-Medienplayer sowie eine Kamera nebst Bildbetrachter.

Zwei Programme, eines von Mark/Space und eines von PocketMac, wollen die Versorgungslücke auf der Mac-OS-Seite schließen. Das kostenlose PocketMac verspricht immerhin den Abgleich von PIM-Daten mit dem Mac, während Missing Sync für Blackberry auch Multimedia-Daten synchronisiert.

Sync-Lösungen für Mac und Blackberry
Produkt Missing Sync for Blackberry PocketMac for Blackberry
Entwickler / Distributor Mark/Space / Pdassi Information Appliance Associates
Version 1.0.3 4.0.2
Sprache Deutsch Englisch
ab RIM-OS-Version 4.0 4.0
ab Mac-OS-X-Version 10.4.8 10.3.9
Verbindung per USB USB, RS232
Preis 36 EUR kostenlos

Kontakte, Termine und Aufgaben gleicht Missing Sync für Blackberry lediglich mit den Mac-OS-PIM-Programmen ab. In den Optionen wählt man für den Abgleich von Notizen als Gegenstelle entweder das mitgelieferte Programm Notebook von Mark/Space oder Microsoft Entourage. Während die Synchronisation mit Notebook klappte, wollte der direkte Abgleich mit Entourage – egal in welcher Version – im Test nicht funktionieren. Über die Synchronisationsdienste von Mac OS X ist dieses Problem aber schnell gelöst.

Die übrigen PIM-Daten verteilte Missing Sync zuverlässig auf die Anwendungen Adressen und iCal. Allerdings muss man beim Abgleich von Blackberry-Handys mit den Mac-Applikationen etwas beachten: Neuere RIM-Modelle behalten ihre Kalendereinträge per Werkseinstellung nur 60 Tage lang. Es empfiehlt sich, diese Option unter "Kalender/General Calendar Options/Termin beibehalten" auf "ständig" zu ändern. Im anderen Fall sieht Missing Sync für Blackberry Termine, die älter sind als 60 Tage, als gelöscht an – und entfernt sie aus iCal.

Die Prioritäten bei Aufgaben unterscheiden sich zwischen iCal und Blackberry nur wenig. Während der Blackberry nur die Einteilung in hoch, mittel und niedrig vornimmt, kennt iCal auch Aufgaben ohne Priorität. Missing Sync verpasst letzteren auf dem Blackberry die niedrige Prioritätsstufe. Bei den Adressen sind kaum Feldanpassungen nötig. Den Rest erledigt Missing Sync, indem es benutzerdefinierte Felder des Blackberry automatisch übernimmt. Allerdings limitiert RIM die Anzahl der Anschriften auf eine Firmen- und eine Privatadresse pro Kontakt.

Für den Abgleich von Musik und Fotos mit iTunes und iPhoto ist eine Speicherkarte im Blackberry erforderlich. Wie bei den anderen Sync-Programmen von Mark/Space überträgt das iTunes-Sync-Plug-in nur DRM-freie MP3-Dateien und Audio-Podcasts. Video-Podcasts bleiben außen vor. Weil die meisten Podcasts außerdem den H.264-Codec benutzen, den Blackberry-Geräte nicht abspielen, nützt es auch nichts, eine Podcast-Videodatei direkt auf die Speicherkarte zu kopieren. Ein Plug-in zur Video-Synchronisierung inklusive automatischer Konvertierung fehlt bei Missing Sync für Blackberry ganz.

Missing Sync für Blackberry lässt sich einfach bedienen und funktioniert reibungslos. Allerdings fehlt eine Möglichkeit, seine SMS- und Gesprächslisten abzugleichen. Trotzdem ist die 36 Euro teure Sync-Lösung ihr Geld wert. Wer das Programm erst mal ausprobieren möchte, kann sich von der Webseite des Herstellers eine Testversion herunterladen.

PocketMac for Blackberry verteilt der Hersteller ĂĽber seine Webseite kostenlos (siehe Soft-Link). Es lockt mit PIM-Abgleichfunktionen fĂĽr die Mac-OS-Applikationen Adressen und iCal, Entourage, Notes und sogar fĂĽr Exoten wie DayLite und MeetingMaker. AuĂźerdem verspricht PocketMac for Blackberry die Ăśbertragung von Lesezeichen des Safari-Browsers.

Eine integrierte E-Mail-Weiterleitung soll Nachrichten von Konten auf dem Mac an das Pushmailkonto des Blackberry auf Wunsch automatisch weiterleiten. Allerdings besitzen aktuelle Blackberrys bereits integrierte Software, die das per Funkbefehl automatisch erledigt. Des Weiteren soll eine Backup-Funktion Blackberry-Daten auf Wunsch im Webspace eines .mac-Kontos speichern.

Im Test konnte das Programm aber keines der Versprechen einlösen. Die Applikation erkannte zwar unseren Blackberry Pearl 8110, konnte aber nicht einen einzigen Sync-Auftrag erfolgreich abschließen. Auch ein Austausch des Mobilgerätes und mehrere Neuinstallationen führten nicht zum gewünschten Erfolg. Da tröstet es wenig, dass dieses Programm kostenlos erhältlich ist. Auf Nachfrage versprach uns der Hersteller zunächst Hilfe, doch die blieb bis zum Redaktionsschluss aus.

Außer PIM-Daten konnten Windows-Mobile-Geräte schon immer auch Filme, Musik und Fotos mit Windows-Rechnern abgleichen. Anders als bei allen anderen Mobilgeräten löst bereits die erfolgreiche Verbindung zum Hostrechner einen Synchronisationsvorgang aus und selbst nach diesem bleibt die Verbindung zum PDA/Smartphone bestehen. Daher erkennt das Windows-Sync-Programm ActiveSync – oder bei Vista Windows Mobile Device Center – Änderungen sofort und gleicht sie miteinander ab.

Wie beim Blackberry ist auch der Besitzer eines Windows-Mobile-Gerätes auf Sync-Software von Fremdherstellern angewiesen, will er sein Mobilgerät mit dem Mac abgleichen. Zwei Applikationen buhlen hierfür um die Gunst des Anwenders.

Sync-Lösungen für Mac und Windows Mobile
Produkt Missing Sync for Windows Mobile PocketMac Pro for Windows Mobile 5 & 6
Entwickler / Distributor Mark/Space / Pocketland Information Appliance Associates
Version 4.0.2 3.9.2
Sprache Deutsch Englisch
ab Windows-Mobile-Version Windows Mobile 2002 (Smartphone & Pocket PC) Windows Mobile 5 (Smartphone & Pocket PC)
ab Mac-OS-X-Version 10.4.9 (Tiger) 10.4.5 (Tiger)
Verbindung per Bluetooth, USB, Netzwerk USB
Preis 36 EUR 30 US-$

Missing Sync für Windows Mobile installiert sowohl auf dem Mobilgerät als auch auf dem Mac-OS-X-Rechner Komponenten. Der Sync-Vorgang kann – anders als bei Windows-PCs – nur auf dem Mac-Rechner gestartet werden.

Bevor man per Bluetooth abgleichen kann, muss man nach der Kopplung mit dem Mac auf dem Windows-Mobile-Gerät in ActiveSync die Schnittstelle auf Bluetooth ändern. Danach klappt der Verbindungsaufbau problemlos.

Per USB kann es zuweilen zu Schwierigkeiten kommen, aber ein kurzes An- und Abstöpseln des USB-Kabels schafft meist Abhilfe. In unserem Test stürzte außerdem manchmal Pocket Outlook auf unserem HP iPAQ 614c ab, wenn Missing Sync den Abgleich startete. Daten gingen hierbei jedoch nicht verloren.

PIM-Daten synchronisiert Missing Sync fĂĽr Windows Mobile entweder direkt mit den Mac-OS-X-PIM-Applikationen und Entourage 2004/2008 oder ĂĽber die Synchronisationsdienste des Systems auch mit anderen Programmen. FĂĽr Notizen akzeptiert es beispielsweise Entourage, den Informationsmanager Yojimbo oder die mitgelieferte Applikation Mark/Space Notebook.

Selbst mehrere Postadressen pro Kontakt, Kontaktfotos, wiederkehrende Aufgaben und Termine sowie viele Datensätze sortierte das Programm ohne Schwierigkeit in die entsprechenden Applikationen ein.

Ohne Probleme läuft auch die Synchronisation mit iTunes und iPhoto ab. Allerdings bleiben wie bei allen anderen Missing-Sync-Produkten DRM-geschützte Musik, Video-Podcasts und andere iTunes-Filme außen vor.

Um Filme kümmert sich das Video-Plug-in, das Filme in bekannten Formaten automatisch in MPEG-4 mit einer Auflösung von 320 × 240 bei 15 Bildern/s und einer maximalen Bitrate von 400 kBit/s konvertiert. Hierzu zieht man Filmdateien einfach über das Hauptfenster von Missing Sync, worauf ein Programm namens Video Helper startet, das den Film konvertiert.

Allerdings können nur einige wenige Windows-Mobile-Smartphones wie das HTC Touch von Haus aus überhaupt MPEG-4-Filme anzeigen. Ein hierfür gerüsteter Videoplayer wie der Coreplayer kostet knapp 30 US-Dollar.

Trotz der Patzer bei der Video-Synchronisation kann Missing Sync für Windows Mobile durchaus überzeugen. Es lässt sich leicht einrichten und punktet mit intuitiver Bedienung.

Im Unterschied zu den Mitbewerbern muss man das Sync-Tool von PocketMac über das Internet aktivieren. Mit einer Seriennummer klappt das laut Hersteller nur zwei Mal. Eine Testversion gibt es nicht – der Nutzer muss die Katze im Sack kaufen.

Schon während der Installation konfiguriert PocketMac iTunes und iPhoto für den Abgleich mit Windows Mobile. Das Setup-Programm generiert dabei eine eigene iTunes-Playlist und ein iPhoto-Album für Mobil-Medieninhalte.

Während des Setup muss man festlegen, an welchem USB-Port das Windows-Mobile-Gerät hängt – eine automatische Erkennung gibt es genauso wenig wie die Möglichkeit, per Bluetooth abzugleichen.

Nach der Installation befinden sich im Programm-Ordner außer dem PocketMac-Programm noch ein Ordner mit Extras, der unter anderem Betrachter für PocketExcel- und PocketWord-Dateien enthält.

Adressen, Termine und Aufgaben soll PocketMac mit den Mac-OS-X-Programmen Adressbuch und iCal oder Entourage, Now und Daylite abgleichen können. In unserem Test wollte die Software aber nicht mit unserem Testgerät HP iPAQ 614c zusammenspielen. Auch nochmaliger Start des Device Locator Assistant schaffte keine Abhilfe. Auch bei anderen Geräten wie einem HP iPAQ114 oder dem Samsung i780 versagte der Test.

Erst nach einem Update, das sich allerdings nicht durch eine neuere Versionsnummer von unserer Version unterschied, konnte diese Hürde genommen werden. Dazu musste allerdings erst auf unserem HP-Gerät unter "Einstellungen/USB zu PC" das Häkchen bei "erweiterte Netzwerkfunktionen aktivieren" gesetzt werden.

Froh wurden wir mit der PocketMac-Software dennoch nicht, denn schon beim Auslösen des ersten Sync-Vorgangs stürzte die Mac-Software ohne Hinweis oder Fehlermeldung ab. Nach mehreren Versuchen und Neuinstallationen gaben wir schließlich auf. Mit einem Gespann aus aktuellem Windows-Mobile-Gerät und Mac kommt PocketMac offenbar nicht zurecht.

Da der Hersteller ferner keine Demoversion zum Ausprobieren mit der eigenen Hardwarekombination anbietet, können wir von diesem Produkt nur abraten.

Nach dem Test zeigt sich ein ungewohnt klares Bild: Während kein einziges PocketMac-Produkt mit unserer Testkonfiguration zusammenarbeitete, konnten die Sync-Tools von Mark/Space sowohl für Palm OS, Blackberry als auch für Windows Mobile beim Abgleich mit PIM-Daten und zumindest Musik und Fotos überzeugen.

Nutzer des Palm Centro, denen es nur auf die Einspeisung ihrer Adressen, Termine und Aufgaben in die Mac-PIM-Anwendungen ankommt, dürften sich schon mit dem Sync-Conduit von Entourage 2004 zufriedengeben. Wer zusätzlich MP3-Musik, Fotos oder Videos mit seinem Palm-Gerät abgleichen möchte, muss zu MissingSync für Palm OS greifen.

Blackberry- und Windows-Mobile-Nutzer haben sowieso keine Wahl, denn PocketMac hält für beide Mobilplattformen nicht, was es verspricht. Selbst nach vielem Herumprobieren konnte die PocketMac-Software im Test keinen einzigen Abgleichvorgang absolvieren. Wer das kostenlose PocketMac for Blackberry aufgrund ähnlicher Schwierigkeiten wieder von seinem Rechner entfernt, wird sich nicht so sehr darüber ärgern wie ein Käufer von PocketMac for Windows Mobile, der 30 US-Dollar bezahlt hat. Eine Möglichkeit zum Ausprobieren sieht der Hersteller nicht vor, doch immerhin wirbt er mit einer 90-Tage-Geld-zurück-Garantie.

Die Konkurrenzprodukte von Mark/Space können durch bessere Bedienung und Stabilität punkten. Außerdem bietet Missing Sync jedem Nutzer die Möglichkeit, das Produkt vor dem Kauf unproblematisch zwei Wochen zu testen. (dal) (ll)