Mit dem Handy unterwegs

Im Ausland mal eben per Handy E-Mails oder den Wetterbericht abzurufen, kann ein teurer Spaß werden. Wer sich vorher gründlich informiert, kann kräftig sparen.

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Im Ausland mal eben per Handy E-Mails oder den Wetterbericht abzurufen, kann ein teurer Spaß werden. Auch bei den Anrufen nach Hause greifen einige ausländische Netzbetreiber kräftig Geld von Touristen und Geschäftsreisenden ab. Wer sich vorher gründlich informiert, kann kräftig sparen und muss keinen Verzicht üben.

Jedes Jahr nach dem Ende der Urlaubszeit machen neue Horrorgeschichten die Runde. Hohe Mobilfunkrechnungen, die meist kurz nach der Rückkehr eintrudeln, vernichten den Erholungseffekt gründlich. Schuld daran ist oft nicht das Telefonieren – zum einen haben die Kunden gelernt, das Handy im Urlaub sparsam einzusetzen, zum anderen sind die Roaming-Preise innerhalb der EU seit rund einem Jahr gedeckelt. Extrem-Rechnungen gehen vielmehr immer öfter auf einen unbedachten Umgang mit Datenverbindungen zurück.

Dass die Preisdeckelung für Telefonate nicht überall in Europa gilt, übersehen die Kunden aber auch gerne. Nicht jedem ist bewusst, dass etwa die Schweiz, Norwegen und Kroatien nicht zur EU gehören. Die Minutenpreise können dort deutlich teurer sein als die derzeit 58 Cent für abgehende und 28 Cent für ankommende Telefonate innerhalb der EU. Die günstigen Roaming-Preise gelten auch nicht innerhalb Deutschlands. Wer beispielsweise in Südbaden Urlaub macht und mal eben im benachbarten Elsass einen Tisch im Restaurant bestellen will, bucht sich dazu besser ins französische Netz ein. Denn bei Auslandsgesprächen langen die deutschen Netzbetreiber gerne kräftig hin und verlangen je nach Tarif bis zu zwei Euro pro Minute; wer hingegen das EU-Roaming nutzt, muss für die Gesprächsminute nur 58 Cent bezahlen.

Die per Dekret gesenkten Roaming-Preise führen oft zu dem Trugschluss, dass dann auch die Internet-Nutzung so teuer nicht sein könne. Wer das nicht vorher prüft, zahlt womöglich schmerzhaftes Lehrgeld. Bis zu 60 Euro kann der Download eines einzigen Megabytes kosten. Prepaid-Nutzer müssen zwar im Allgemeinen höhere Verbindungspreise berappen, sind vor solchen Überraschungen aber deutlich besser geschützt als Vertragskunden. Denn wenn das Guthaben aufgebraucht ist, reißt die Verbindung ab. Dazu darf man natürlich die automatische Aufladung nicht aktiviert haben. Andererseits sind Prepaid-Nutzer von vielen Sonderangeboten ausgeschlossen, die die Nutzung im Ausland günstiger machen.

Aber selbst bei der Nutzung in Deutschland lauern Roaming-Tariffallen. Wer im Grenzgebiet, etwa an Hochrhein oder Bodensee, dem Bayerischen Wald oder Vorpommern unterwegs ist, sollte die automatische Netzwahl seines Handys abschalten. Wenn sich das nämlich unbemerkt ins Mobilfunknetz des Nachbarlandes einbucht, können ankommende Gespräche unverhofft teuer werden. Und dazu muss man sich noch nicht einmal unmittelbar an der Grenze befinden, da die Basisstationen bis zu 40 Kilometer weit über die Grenze erreichbar sind. Beim Tippen einer Rufnummer fällt die fremde Netzanzeige dem Anwender mitunter noch ins Auge, bei ankommenden wird sie aber meist ausgeblendet und stattdessen die Rufnummer des Anrufers angezeigt.

Eine weitere Kostenfalle sind Rufumleitungen: Wer in Deutschland eine solche eingerichtet hat und sich anschließend in einem ausländischen Netz einbucht, nimmt diese gewissermaßen mit. Spricht nun ein Anrufer auf die Mailbox, muss der Angerufene gleich doppelt zahlen, einmal für die Umleitung ins Ausland und einmal für die Umleitung von dort auf die Mailbox. Innerhalb der EU kostet das knapp einen Euro pro Minute, in Übersee kann das bis zu zehn Euro oder in Einzelfällen noch mehr ausmachen. Besonders perfide ist, dass man die Umleitungen im Ausland manchmal nicht aufheben kann. Selbst das Abschalten des Handys hilft möglicherweise nicht oder erst mit einer längeren Verzögerung, wenn eine Rufumleitung für den Fall der Nichterreichbarkeit gesetzt ist.

Hotline-Nummern der Netzbetreiber aus dem Ausland
E-Plus +49 1 77 10 00
O2 +49 17 95 52 22
T-Mobile +49 18 03 30 22 02
Vodafone +49 1 72 12 12

Abhilfe schafft nur, entweder alle Rufumleitungen noch in Deutschland zu deaktivieren oder sämtliche Anrufe ausnahmslos auf die Mailbox umzuleiten, denn dann werden diese schon im deutschen Netz abgefangen, egal wo man gerade eingebucht ist. Das geht nicht immer automatisch – einige Prepaid-Anbieter etwa lassen die Einstellung durch den Kunden nicht zu. In diesem Fall ist ein Anruf bei der Hotline notwendig, die die Konfiguration freigeben oder die Umstellung vornehmen kann. Wenn eine unbedingte Umleitung auf die Mailbox gesetzt ist, erhält man natürlich keine Anrufe mehr, sondern bekommt nur eine Benachrichtigungs-SMS, wenn jemand auf die Mailbox gesprochen hat. Der Empfang von SMS im Ausland ist in der Regel kostenlos, das Abhören der Mobilbox jedoch nicht.

Wer auch im Urlaub viel telefonieren will, sollte sich vor Ort einfach eine SIM-Karte mit einer dortigen Rufnummer holen, was die zusätzlichen Kosten für eingehende Gespräche spart. In den meisten Ländern ist das ohne Probleme möglich. Den Ausweis sollte man allerdings zum Kauf mitnehmen, da in vielen Ländern namentlich registriert wird, wer eine Mobilfunkkarte gekauft hat. Die kann man sich auch schon in Deutschland besorgen, entweder über spezialisierte Händler wie Globilo oder über eBay, zahlt aber dabei möglicherweise einen saftigen Handling-Aufschlag. Das hat den Vorteil, dass man, etwa am Arbeitsplatz oder beim Haussitter, bereits vorab die für den Urlaub gültige Rufnummer mitteilen kann. Ideal dafür sind Dual-SIM-Geräte (Knochenarbeit), die ohne lästiges Gefummel die Nutzung zweier Karten zulassen.

Urlaubs-Checkliste

Beim Start in den Urlaub gilt es, nichts Wichtiges zu vergessen. Reisepass einstecken, Fenster zu, Herd aus – und natürlich sollte man sich auch ums Handy kümmern.

Einige Tage vor der Abreise:

  • Tarife fürs Urlaubsland beim Mobilfunk-Provider abfragen und notieren
  • Abklären, ob das in Deutschland verwendete GSM- oder UMTS-Gerät im Zielland funktioniert
  • International erreichbare Hotline-Nummer des Mobilfunk-Providers für den Fall des Diebstahls der SIM-Karte notieren
  • IMEI (Seriennummer) des Geräts notieren (Abfrage per *#06#)
  • PIN für die Mobilbox setzen und gegebenenfalls notieren Kurz vor dem Aufbruch:
  • Gerätesperre (Geräte-PIN) aktivieren
  • Handy-Rufumleitungen abschalten oder Umleitung für alle Anrufe setzen

Aber auch im Urlaub kann man jederzeit auf ein günstiges Angebot vor Ort wechseln: Man schaltet dazu am besten bereits in Deutschland eine Umleitung aller Anrufe direkt auf die Mailbox ein. Sobald man eine ausländische Prepaid-Karte ins Handy eingelegt hat, kann man auf den Anrufbeantworter in Deutschland einfach eine neue Ansage auf sprechen, in der man die vorübergehend gültige Rufnummer mitteilt. Dazu muss man allerdings noch in Deutschland eine PIN für die Abfrage des Anrufbeantworters festlegen.

Für Anrufer aus dem Festnetz macht es von den Kosten her kaum einen Unterschied, ob sie eine deutsche oder beispielsweise eine spanische Mobilfunknummer anrufen. Mit dem Einsatz einer Sparvorwahl aus dem Festnetz der Telekom kann diese Variante für den Anrufer sogar deutlich günstiger werden als ein Anruf auf der normalen deutschen Handy-Nummer. Gespräche in die thailändischen Mobilfunknetze etwa kosten weniger als zwei Cent pro Minute; das ist nur ein kleiner Bruchteil dessen, was beim Anruf in ein deutsches Mobilfunknetz fällig würde, ganz zu schweigen von den happigen Weiterleitungsgebühren nach Südostasien, die der Angerufene noch zusätzlich tragen müsste.

Vor der Abreise muss man ohnehin prüfen, ob man am Urlaubsort mit der deutschen Karte überhaupt telefonieren kann. Prepaid-Karten der deutschen Netzbetreiber funktionieren nur in bestimmten Ländern und dort häufig nur in einem bestimmten Partnernetz. Außerdem muss der Anrufer das Gespräch häufig per Rückruf (Callback) einleiten. Damit stellt der deutsche Netzbetreiber sicher, dass das verfügbare Guthaben nicht überschritten wird. Bei Vertragskunden besteht die Abdeckung fast weltweit, wenn man von Diktaturen oder Bürgerkriegsgebieten wie Myanmar, Nordkorea oder Somalia absieht.

Für Globetrotter bieten sich sogenannte internationale SIM-Karten an, etwa von GlobalSIM, die eingehende Anrufe in vielen Ländern ohne Roaming-Gebühren erlauben. Für die Anwahl eines Teilnehmers muss man allerdings jeweils einen Rückruf abwarten. Der Teilnehmer erhält eine britische Mobilfunkrufnummer, die aus dem deutschen Festnetz ab rund zehn Cent pro Minute erreichbar ist. Anrufe aus den Handy-Netzen auf eine solche Rufnummer sind aber meist recht teuer und können bis zu zwei Euro pro Minute kosten.

Anrufe nach Hause sind mit einer vor Ort gekauften Prepaid-Karte, deren Guthaben sich bei Bedarf in der Regel nachladen lässt, oft günstiger als die Roaming-Gebühren des deutschen Netzbetreibers, der auf den im jeweiligen Netz höchstmöglichen Standardpreis noch einen saftigen Roaming-Aufschlag von rund 25 Prozent erhebt.

Nachteil ist allerdings, dass man im Ausland kaum eine Chance hat, Tarifrecherche zu betreiben. Man ist auf eine faire Beratung im dortigen Mobilfunk-Shop angewiesen, wenn man nicht auf Erfahrungen aus den Vorjahren zurückgreifen oder gut informierte Geschäftspartner oder Freunde vor Ort befragen kann. Außerdem verfällt das Guthaben solcher Prepaid-Karten meist bis zum nächsten Urlaub. Man kann sie möglicherweise nach der Rückkehr bei eBay versteigern, was sich bei einer auf den eigenen Namen registrierten Karte jedoch nicht unbedingt empfiehlt.

Die Netzverfügbarkeit ist in vielen Ländern flächendeckend. Meist kommt dabei der in Europa übliche Standard GSM 900/1800 zum Einsatz. In einigen Ländern Nord- und Südamerikas benötigt man ein Tri- oder Quadband-Handy, das auch GSM 850 und 1900 beherrscht. Man muss schon sehr abgelegene und unbewohnte Gegenden wie das Inlandeis von Grönland oder die Sahara besuchen, damit ein modernes Quadband-Handy keinen Empfang mehr hat. Bei einer Trecking-Tour durch Nepal oder einem Ausflug ins Hinterland von Uganda kann man meist problemlos telefonieren. An dicht besiedelten Küsten reicht die Netzabdeckung oft bis zu 80 Kilometer aufs Meer hinaus. Der Ausbau der Mobilfunknetze in Entwicklungsländern ist indes kein Luxus, sondern schlichte Notwendigkeit: Kupferkabel in jedes Dorf zu legen ist deutlich teurer und störungsanfälliger, als einige hundert Quadratkilometer mit einer einzigen zentralen Basisstation an einem erhöhten Standort funktechnisch auszuleuchten.

Selbst an Bord von Schiffen gibt es inzwischen Handy-Netze, etwa auf Ostseefähren oder Kreuzfahrern. Vor der Nutzung sollte man sich aber über die Gebühren informieren. Von der Reederei kann man erfahren, welcher Anbieter für das Netz verantwortlich zeichnet und ob möglicherweise Extragebühren für die Nutzung anfallen, der eigene Netzbetreiber informiert über die Roaming-Preise.

Auch Fluglinien denken inzwischen laut darüber nach, ihren Reisenden die Mobilfunknutzung an Bord während des Reisefluges zu gestatten. Die Mobilfunk-Basisstation an Bord kann die Sendeleistung der dort eingebuchten Handys auf ein Minimum herunterregeln und deren Aktivität gegebenenfalls ganz unterbinden. Sie verringert so Störungen der Bordelektronik durch versehentlich eingeschaltete Handys. Das Telefonieren an Bord mit dem eigenen Handy ist weniger ein technisches Problem als ein soziales – viele Passagiere sind froh, wenn sie wenigstens während eines Fluges von den neuesten Jamba-Klingeltönen und langen, lautstarken Telefonaten verschont bleiben.

Damit der Zugang ins Internet auf Reisen problemlos funktioniert, sollte man unbedingt alle Gerätschaften und die wichtigsten Funktionen, die man unterwegs benötigt, zu Hause in Ruhe ausprobieren. Wer üblicherweise kein mobiles Internet nutzt und erst am Vorabend der Abreise versucht, Laptop und Handy per Kabel, Infrarot oder Bluetooth zu verheiraten, wird möglicherweise in Probleme laufen, zu deren Lösung der PC mit Internetverbindung den Schlüssel darstellt. Am Strand lassen sich solche Dinge eben nicht googeln. Idealerweise setzt man ein UMTS-Gerät ein, das im Notfall auch auf die GSM-Netze zurückgreifen kann. Sofern der Netzbetreiber und das Handy EDGE unterstützen, ist der Geschwindigkeitsnachteil gegenüber UMTS ohne den Datenturbo HSDPA nur gering.

Es muss aber nicht unbedingt der Laptop sein. Wer nicht geschäftlich unterwegs ist, wird das teure und empfindliche Gerät nicht unbedingt mitnehmen wollen, sondern eher das Handy, das auch mal in den Sand fallen darf und für potenzielle Diebe nicht gar so leicht zu finden ist. Auch hier empfiehlt sich ein bisschen Vorbereitung. Beispielsweise kann man bei vielen Handy-Modellen zusätzlich zum vorinstallierten Browser eine Alternative wie Opera Mini aufspielen, der deutlich weniger Probleme beim Darstellen von Webseiten macht als die oft rudimentären Mini-Browser der Handy-Hersteller. Eine sinnvoll zusammengestellte Lesezeichensammlung (siehe auch Reduziert auf das Wesentliche, Links für Handy- und PDA-Nutzer) vermeidet im Urlaub unnötige Suchoperationen und teuren Datenverkehr.

Selbst Wenig-Surfer, die nur ein- oder zweimal am Tag ihre E-Mail checken und möglicherweise noch schnell den Wetterbericht für morgen abrufen, können in eine Tariffalle laufen. Das beginnt schon mit der Taktung: Viele GSM- und UMTS-Geräte sind so eingestellt, dass sie bereits nach kurzer Leerlaufzeit die Verbindung trennen. Wer nun übersieht, dass das Handy alle paar Minuten prüft, ob neue Mails eingetroffen sind, läuft damit womöglich in eine Tariffalle. Viele Anbieter rechnen in 10- oder 100-Kilobyte-Schritten ab. Obwohl das Mail-Polling nur einen winzigen Bruchteil davon umfasst, wird dennoch für jede neue Verbindung ein kompletter Datenblock abgerechnet. Bei einem Poll alle fünf Minuten kommen so rechnerisch in der Stunde bereits 12 Datenblöcke zusammen, je nach Abrechnungstakt sind das 0,12 bis 1,2 MByte. Läuft das Handy zwei Wochen rund um die Uhr, kommen auf diese Weise bis zu 400 Megabyte zusammen. Das klingt nicht nach viel, bei Megabyte-Preisen im zweistelligen Euro-Bereich kann es aber teurer sein als der komplette Luxusurlaub all inclusive für eine vierköpfige Familie. Und die Netzbetreiber zeigen selten Bereitschaft, solche Rechnungen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, wenn das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen ist.

Wer sein Handy nicht für den Internet-Zugang nutzen und sicherstellen will, dass er nicht in diese Falle läuft, sollte die Internet-Einstellungen verändern, beispielsweise indem er die Datenverbindungen per GPRS/UMTS komplett abschaltet oder einen ungültigen APN in der Konfiguration einträgt. Solange ein Tarif nur nach Volumen und nicht nach Zeit abgerechnet wird, sollte man die Verbindungsdauer deutlich erhöhen, um nicht unnötig viele Datenblöcke anzubrechen, statt sie komplett auszunutzen.

Besonders ärgerlich für iPhone-Nutzer ist die Tarifpolitik von T-Mobile. Auf unsere Anfrage bestätigte uns die Pressestelle, dass diese keinen Datentarif besitzen, der eine günstigere Nutzung im Ausland erlauben würde. iPhone-Nutzer zahlen also im Ausland den ganz normalen Megabyte-Preis, der jedem Vertragskunden berechnet wird (siehe Tabelle). Wenigstens hat das iPhone eine eingebaute Kostenbremse: Per Default ist das Roaming für Datenverbindungen in der Firmware des Geräts gesperrt und muss manuell freigegeben werden. Das allerdings sollte man sich in Anbetracht der happigen Megabyte-Preise und dem allgemeinen Datenhunger des iPhone sorgfältig überlegen. Günstiger fährt man, wenn man sich auf die Suche nach einem günstigen WLAN-Einstieg macht.

Für die Vertragskunden bieten T-Mobile und Vodafone inzwischen Sondertarife für die Internetnutzung im Ausland an. Der Nutzungstag mit einem Transfervolumen von 50 MByte kostet 14,95 Euro. T-Mobile lässt die Buchung allerdings nur pro Kalendertag zu, beendet die Verbindung also um Mitternacht, wobei nicht ganz klar ist, ob sich das auf die Ortszeit des Urlaubsortes oder die Zeit in Deutschland bezieht. Vodafone rechnet freundlicher und gewährt dem Kunden 24 Stunden Nutzungszeit ab Buchung. Bei Vodafone muss der Anwender einen bestimmten APN in der Konfiguration seines Mobilfunkgeräts eintragen. Der erste HTTP-Aufruf wird kostenfrei auf eine Login-Seite umgeleitet, wo er die Zahlung bestätigen muss. Sind 24 Stunden verstrichen oder ist das Freivolumen aufgebraucht, erfolgt wieder die automatische Umleitung auf die Freischaltseite.

Verglichen mit den sonst fälligen Gebühren pro Megabyte ist dieses Angebot geradezu ein Schnäppchen und sorgt obendrein für eine brauchbare Kostenkontrolle. Wer allerdings nur ein bisschen surfen will, wählt besser ein anderes Tarifmodell. Aus gutem Grund fordern die Mobilfunkbetreiber ihre Kunden auf, sich schon vor der Abreise mit der Hotline in Verbindung zu setzen und sich individuell beraten zu lassen. Ob die Hotline-Mitarbeiter tatsächlich die jeweils günstigste Lösung finden, sei dahingestellt, eine Nachkontrolle auf den Internetseiten kann jedenfalls nicht schaden. Erfahrungsgemäß kennen die Mitarbeiter der Mobilfunkunternehmen aber zumindest die Standard-Tarife für die Auslandsnutzung. Wichtig ist dabei, dass man Preis- und Mengenangaben miteinander in Relation setzt. Oft werden die Preise pro Datenblock angegeben, und der kann zwischen 10 und 100 kByte umfassen.

Inzwischen bieten die Mobilfunkbetreiber auch Optionstarife fürs Ausland an, die die Datennutzung insgesamt deutlich verbilligen. Diese richten sich aber vornehmlich an Geschäftskunden. Die langen Vertragslaufzeiten und hohen Grundgebühren machen die Angebote für Urlauber unattraktiv, mitunter sind die Optionen auch nur in Business-Tarifen buchbar. Interessant könnte das aber beispielsweise für LKW-Fahrer sein, die oft und lange im europäischen Ausland auf Achse sind.

Deutlich günstiger als die Mobilfunknutzung ist die Nutzung von WLAN. Immer mehr Handys sind in der Lage, sich in WLAN-Netze einzuklinken. Besonders in den USA findet man in den Großstädten jede Menge kostenlose Zugänge, über die man nach Herzenslust surfen kann. Wer etwa mit dem Wohnmobil über Land fährt, sollte sein Fahrzeug vorzugsweise vor einer Tourist Information parken – deren Service umfasst oft auch einen WLAN-Zugang.

Auch in anderen Ländern sind unverschlüsselte und kostenlose Zugänge in vielen Restaurants, Cafés und Hotels verfügbar. In Deutschland sieht das ein wenig anders aus; hier wollen die meisten Hotspot-Anbieter ein Stunden- oder Tagesticket für die Nutzung verkaufen. Wer eine umfangreichere Sitzung plant und keine Daten-Flatrate hat, fährt mit dem Tagesticket eines Hotspot-Anbieters aber oft immer noch günstiger als mit den Standard-Tarifen des Mobilfunkbetreibers. In vielen Mobilfunk- und DSL-Tarifen ist die Nutzung von ganzen Hotspot-Netzen bereits enthalten.

Die Verzeichnisse über Hotspots sind allerdings recht unvollständig. Am besten schaltet man einfach das WLAN-Gerät ein und sucht nach vorhandenen Zugängen. Erfolgversprechend sind beispielsweise Einkaufspassagen oder Fußgängerzonen. Bei kommerziellen Angeboten wird man zunächst auf eine Begrüßungsseite geleitet, die auch Preisinformationen enthält.

Nützliche Links

Hotspot-Verzeichnisse

  • http://www.hotspot-locations.de
  • http://www.jiwire.com/search-wifi-hotspots.htm
  • http://hotspots.spotigo.net

Länderinformationen

  • http://www.heise.de/mobil/laenderliste

Internationale SIM-Karten

Beim Surfen über Hotspots sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass die Daten unverschlüsselt übertragen werden. Kritische Daten wie Benutzernamen und Passwörter sollten daher nur über SSL-verschlüsselte Seiten übertragen werden. Noch sicherer ist eine VPN-Verbindung ins heimische LAN.

In Hotels der gehobenen Preisklasse finden sich bisweilen sogar Netzwerksteckdosen auf den Zimmern. Dort kann man einen Laptop einfach einstecken und lossurfen; häufig muss man dazu ein Tagesticket erwerben, entweder online auf einer Begrüßungsseite oder an der Rezeption des Hotels. Gut ausgerüstete Reisende haben also für alle Fälle auch ein Netzwerkkabel dabei.

Wer im Urlaub keine Internet-tauglichen Geräte herumschleppen möchte, kann natürlich auch ins Internet-Café gehen. Die gibt es inzwischen überall auf der Welt, selbst in unterentwickelten ländlichen Regionen. Wer aber beispielsweise bei einem Zwischenstopp des Busses von Phnom Penh nach Battambang mal schnell seine E-Mails checken will, muss sich viel Zeit nehmen. In Entwicklungsländern wie Kambodscha müht sich im Internet-Café mitunter nur ein einziges 56k-Modem, ein halbes Dutzend PCs mit einer Internetanbindung zu versorgen. Schon das Laden der mit Werbung befrachteten Login-Seite eines Freemailers kann mehrere Minuten in Anspruch nehmen. In den Großstädten hingegen sind solche Cafés meist mit 512 kBit/s oder mehr angebunden, oft wird die Geschwindigkeit auf großen Schildern beworben, um Nutzer anzulocken.

Sonderfall USA

Wer in die USA reist, muss vorher sorgfältig prüfen, ob seine Geräte dort funktionieren. In den USA setzen viele Netzbetreiber auf den Standard CDMA. Die in Deutschland verkauften Handys beherrschen diesen durchweg nicht. Auch beim GSM-Netz braten die USA eine Extrawurst: Statt der hierzulande üblichen 900/1800 MHz arbeiten die Netze dort mit 850/1900 MHz. Diese Frequenzbänder decken moderne Quadband-Handys ab. Im Zweifel sollte man einen Blick in das Handbuch werfen.

Selbst bei den UMTS-Netzen ist in den USA alles anders als im Rest der Welt. Auch diese arbeiten auf einem anderen Frequenzband, sodass sich europäische UMTS-Geräte in den USA nicht einsetzen lassen. Die GSM-Abdeckung in den USA ist obendrein längst nicht flächendeckend. In einigen Staaten ist der Netzausbau jedoch ausgezeichnet, beispielsweise in Texas. Andernorts übernehmen die älteren CDMA-Netze die Versorgung in der Fläche, GSM steht dann nur in den größeren Städten bereit. Wer unbedingt durchgängig erreichbar bleiben muss, sollte sich vor Ort mit geeigneten Gerätschaften versorgen, die meist auch verliehen werden, etwa zusammen mit einem Mietwagen.

Beim Umgang mit persönlichen Daten ist jedoch höchste Vorsicht geboten. Die Betreiber der Cafés haben mitunter wenig Ahnung von ihren PCs, die dann womöglich eifrig Benutzernamen und Passwörter mitspeichern und per Autocomplete jedem nachfolgenden Nutzer bereitwillig andienen. Außerdem könnten die Geräte von einem unvorsichtigen Nutzer mit einem Trojaner infiziert worden sein. Wer das Risiko dennoch eingehen will, sollte zumindest gespeicherte Passwörter sowie den Browser-Cache zurücksetzen. Das kann recht schwierig werden, wenn Browser und Betriebssystem in einer lokalisierten Variante vorliegen und man die verwendete Sprache weder in Wort noch in Schrift beherrscht. Als Notbehelf kann man dann als letzte Aktion das Benutzerpasswort des gerade genutzten Accounts ändern – und muss hoffen, dass diese Änderung nicht auch noch mitgeloggt und womöglich irgendwo ausgewertet wird.

In vielen Ländern müssen sich Nutzer von Internet-Cafés registrieren lassen. Man sollte also sicherheitshalber seinen Ausweis oder Reisepass mitführen, um nicht abgewiesen zu werden. Oft drücken aber die Inhaber bei Touristen beide Augen zu, wenn die glaubhaft versichern, den Ausweis gerade nicht zur Hand zu haben.

Vielerorts sind die Internet-Cafés gleichzeitig Telefonläden, die günstige Preise für internationale Gespräche per VoIP anbieten. Die Qualität der Verbindungen variiert aber stark und hängt vor allem von der verfügbaren Bandbreite und der internationalen Anbindung des jeweiligen Landes ab. Oft bieten die Betreiber noch zusätzliche Dienste an, etwa das Erstellen einer Sicherheitskopie von der SD-Karte der Digitalkamera auf DVD.

Unterwegs zu surfen ist technisch kein Problem mehr, sondern eher eine Geldfrage. Wer bequem und sicher per GPRS oder UMTS ins Netz will, muss dafür vielerorts kräftig zahlen. Allerdings sind die Preise für die Auslandsnutzung bereits ins Rutschen geraten; je nach Netzbetreiber und Tarif sprengt die Internetnutzung nicht mehr unbedingt die Urlaubskasse. Trotzdem sollte man sich informieren und den automatischen Mail-Abruf abschalten. Wer ein wenig mehr Aufwand treiben kann und will, sucht sich einen kostenlosen Hotspot und surft damit gratis, muss aber selbst für ein Mindestmaß an Abhörsicherheit sorgen.

Internet-Cafés sind für vertrauliche Daten eher ein schlechter Platz. Schon das Checken von E-Mails birgt die Gefahr, dass die Passwortdaten abgegriffen und missbraucht werden. Aber dort kann man wenigstens das Reise-Blog auf den Stand bringen bringen, den Wetterbericht abrufen oder nach lohnenden Ausflugszielen suchen.

Günstige Telefonate bieten vor allem Prepaid-Karten, die vor Ort erworben werden. Das ist zwar etwas aufwendiger, schont die Urlaubskasse aber deutlich. Insbesondere beim Urlaub in Übersee kann man damit 90 Prozent und mehr im Vergleich zu den Roaming-Tarifen des deutschen Netzbetreibers sparen. Gerade netzinterne Anrufe vor Ort, beispielsweise um den Partner nach dem Einkaufsbummel wiederzufinden, kosten dann nur ein paar Cent statt insgesamt ein bis zehn Euro pro Minute, wenn das Gespräch über die deutschen SIM-Karten läuft. Aber auch hier ist Besserung in Sicht: Einige Provider, etwa in Sri Lanka, leiten die Gespräche zwischen Handys mit deutscher SIM-Karte, die in ihr Netz eingebucht sind, nicht über Deutschland, berechnen also die günstigen lokalen Gebühren und informieren darüber per Begrüßungs-SMS. Dann allerdings muss man höllisch aufpassen, auch bei allen beteiligten Handys das richtige Netz zu benutzen, um nicht doch noch überraschende Kosten zu produzieren. (ll)