Fotowettbewerb: Geschickt gefälscht ist halb gewonnen
DOCMA und heise Foto suchen für ihren Wettbewerb die besten Bildfälscher im Land. Der Wettbewerb soll auch denjenigen, die Bildfälschungen aufdecken, helfen, ihre Methoden zu verfeinern.
Ein geschönter iranischer Raketenstart, seltsam regelmäßig anmutende Rauchwolken über Beirut und eine schweißfleckenbefreite Angela Merkel: alles Zeugnisse dilettantischen Fälscherhandwerks. Sie können es besser, sind aber eine ehrliche Haut? Dann zeigen Sie Ihre Kunst doch einfach beim DOCMA Award 2009, der unter dem Motto "Richtig falsch" diesmal in Zusammenarbeit mit c't und heise Foto stattfinden wird.
Zunächst sollen Sie sich eine kleine Geschichte ausdenken, die etwa den Umfang einer ausführlichen Bildunterschrift haben sollte. Da kann es um die Ernte einer ganz besonders dicken Kartoffel gehen, einen Blechschaden an Ihrem Auto, gelandete Außerirdische oder auch ein konspiratives Treffen zweier Politiker.
Das Problem bei der Ideenfindung: Originelle Stories geben zwar spektakuläre Montagen her, verraten den Fälschungsexperten aber sofort, an welchen Stellen im Bild sie nach Ungereimtheiten suchen müssen. Hingegen sind gänzlich unauffällige Montagen wie an- oder abmontierte Armbanduhren keine besonders preisverdächtige Idee, aber zumindest als Ablenker zu gebrauchen, um den Gutachtern das Leben schwer zu machen.
Die Idee zum Bildfälscherwettbewerb entstand während der Zusammenarbeit an einem c't-Artikel über digitale Bildforensik. Doc Baumann, Chefredakteur der Zeitschrift DOCMA, war für c't in die Rolle des Bildfälschers geschlüpft, um die technischen Möglichkeiten der Forensiker auf Herz und Nieren zu testen. Was die Forscher derzeit auf der Pfanne haben, um falsch von echt zu unterscheiden, lässt sich in dem auf heise Foto veröffentlichten Bildforensik-Artikel nachlesen.
Auf konkrete Tipps oder gar Bildbearbeitungstutorials wollen wir an dieser Stelle verzichten, schließlich wollen wir keinen Fälschernachwuchs heranziehen. Ganz im Gegenteil: Der Wettbewerb soll auch denjenigen, die Bildfälschungen aufdecken, helfen, ihre Methoden zu verfeinern. Deshalb wird es beim Award 2009 außer der Jury, die die Bilder hinsichtlich ihrer Montagequalitäten und überzeugenden Bildideen bewertet, einen ergänzenden Arbeitskreis geben, der mit den Methoden der Bildforensik versuchen wird, Gefälschtes herauszufiltern.
Unter anderem werden die eingereichten Montagen dem Lehrstuhl für Datenschutz und Datensicherheit der TU Dresden sowie den Fachabteilungen beim Bundeskriminalamt und diversen Landeskriminalämtern zur Verfügung gestellt. Falls Sie dies nicht wollen, können Sie es selbstverständlich bei der Anmeldung ausschließen.
Weitere Beteiligte am DOCMA Award 2009 sind die Gutachter Gerald Huber und Anders Uschold sowie "Spiegel Online" und die Zeitschrift "Photographie". Auch andere interessierte Fachleute sind eingeladen, sich zu melden.
Sie können bis zu fünf Montagen einsenden; sie sollten zwischen dem 13. und dem 27. Juli 2009 bei DOCMA eingehen Um den Gutachtern ihre Arbeit zusätzlich zu erschweren, sollten Sie echte Fotos untermischen, die irgendetwas Ungewöhnliches zeigen. Einzelheiten über Sponsoren, Preise und die Ausstellung veröffentlichen wir in den nächsten Monaten. (atr)