Impressionist
Das Touchscreen-Handy KC910 Renoir von LG Electronics nimmt nicht nur Bilder mit seiner 8-Megapixel-Kamera, sondern auch Videos in VGA-Auflösung auf und bietet sogar einen Zeitlupen- und Zeitraffer-Modus.
Das Touchscreen-Handy KC910 Renoir von LG Electronics nimmt nicht nur Bilder mit seiner 8-Megapixel-Kamera, sondern auch Videos in VGA-Auflösung auf und bietet sogar einen Zeitlupen- und Zeitraffer-Modus.
Das großzügig ausgestattete Mobiltelefon mit dem Namen des französischen Malers bedient man wie schon seinen Vorgänger Viewty fast ausschließlich über den 3-Zoll-Touchscreen mit dem Finger. Den mitgelieferten Stift braucht man nur für die Handschrifterkennung. In der Sonne stören Spiegelungen beim Ablesen, sonst gefällt das kontraststarke Display gut. Das flache, kratzempfindliche Gerät nimmt man gerne in die Hand. Für microSD-Karten – unser 16-GByte-Testmedium wurde erkannt – gibt es einen gut erreichbaren Slot an der linken Seite.
Auf der Bereitschaftsanzeige lassen sich Widgets frei positionieren. Die Auswahl der Minianwendungen umfasst unter anderem einen Kalender, einen Musikplayer, einen Notizzettel und einen Wettermelder. Das Handy reagiert zwar zügig auf Touchscreen-Eingaben mit dem Finger, beim Scrollen durch Menülisten startet man jedoch regelmäßig ungewollt eine Funktion. Das brauchbare Telefonbuch bietet Platz für Postadressen, Geburtstage und Notizen; eine Sprachwahl fehlt. Außer dem Terminkalender stellt das KC910 Renoir eine einfache Aufgabenliste und einen Datumsrechner bereit. Der dank Touchscreen gut bedienbare Taschenrechner mit wissenschaftlichen Funktionen und der praktische Einheiten-Umrechner gefallen.
Das Surfen mit dem träge reagierenden Browser macht wenig Freude: Er braucht lange, um eine Webseite zu rendern. Zum Zoomen blendet er einen Schieberegler ein, die gemächliche Bildaktualisierung verhindert jedoch Zoomen in Echtzeit. Weblinks werden – abhängig von der Zoomstufe – nicht vernünftig dargestellt: Oft fehlen Leerzeichen, Unterstreichungen liegen zu tief. Der Mail-Client fragt POP3- und IMAP4-Server ab, zum Schreiben von Mails muss man sich mit der gewöhnungsbedürftigen Handschrifterkennung oder einer virtuellen Wähltastatur mit T9-Textfunktion begnügen. Als Funkmodem am Notebook liefert das HSDPA-Handy hohe Durchsätze, so man es per USB-Kabel mit dem Rechner verbindet.
Trotz GPS-Empfänger mit brauchbarer Empfindlichkeit und Assisted-GPS taugt das Renoir mangels Software nicht als Navigator. Zum Orientieren in fremden Städten ist immerhin Google Maps installiert. Auch der integrierte Jogging-Trainer nutzt die GPS-Positionsdaten.
Multimediales
Der Mediaplayer spielt die Audio-Formate WMA, M4A, AAC und MP3 ohne Murren ab. Zu Gehör bringt das Multimedia-Handy die Musik über das Stereo-Headset mit einer 3,5-mm-Klinkenbuchse am Mikrofonteil (deutliche Bässe und kräftige Höhen), über Bluetooth-Stereohörer oder über den basslosen, eingebauten Minilautsprecher. Die Dolby-Mobile-Schaltung soll die Räumlichkeit des Sounds verbessern, liefert aber nur einen dumpfen, verhallten Klang mit überbetonten Bässen – Geschmackssache.
Bei Videos trumpft das Renoir mit ruckelfreier Wiedergabe der Formate 3GP, MPEG-4, AVC (H.264-Codec) und sogar DivX Mobile auf. Es spielte im Test auch Clips mit Auflösungen bis 480 × 270 problemlos ab. Das große Display ist ein weiterer Pluspunkt für das Video-Handy.
Zum Fotografieren öffnet man den Verschluss vor dem Schneider-Kreuznach-Objektiv, die Kamera-Anwendung startet automatisch. Der Autofokus braucht 2 bis 2,5 Sekunden zum Scharfstellen – für Schnappschüsse zu langsam. Mäßig nachgeschärft und entrauscht zeigen die Bilder nur wenig Artefakte an Kanten. Auch das Überstrahlen hält sich in Grenzen. Im Tageslicht gelingt der automatische Weißabgleich gut, im Kunstlicht stört ein kräftiger Gelbstich. Hier sollte man manuell Kunstlicht oder Leuchtstoff einstellen. Der kräftige Xenon-Blitz überblitzt nahe Motive bis ein Meter völlig. Videos nimmt das Handy in VGA-Auflösung oder im Breitformat 640 × 384 (15:9) mit 30 Bildern pro Sekunde auf, die ruckelfrei und ohne auffallende Artefakte, aber unscharf wiedergegeben werden. Begnügt man sich mit QVGA-Auflösung (320 × 240), lassen sich auch Zeitlupe- (120 fps) oder Zeitraffer-Clips (5 fps) aufzeichnen – eine nette Spielerei.
LGs KC910 Renoir punktet mit guter, abzugtauglicher Fotoqualität und netten Videofunktionen. Negativ fallen der lahme Mobilbrowser und die mäßige Leistung beim Datenversand auf, bald wünscht man sich dazu das deutlich schnellere HSUPA. (rop)
| KC910 Renoir | |
| Touchscreen-Handy mit 8-Megapixel-Kamera und HSDPA | |
| Hersteller | LG Electronics |
| Lieferumfang | Ladegerät, Stereo-Headset, USB-Kabel, Eingabestift, Software, Handbuch |
| UMTS-Durchsatz | 351,2 KByte/s Empfangen, 39,2 KByte/s Senden (gemittelt) |
| EGPRS-Durchsatz | 25,3 KByte/s Empfangen, 22,6 KByte/s Senden (gemittelt) |
| Technische Daten | Handy-Galerie |
(ll)