Tablet-PC-Bausatz

Für einen Tablet PC blättert man normalerweise über 1000 Euro hin. Der Duo for Laptop soll für unter 100 Euro jedes Notebook in einen Tablet umwandeln.

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Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Achim Barczok

Der Duo besteht aus zwei Komponenten: Ein batteriebetriebener Stift mit Faserspitze sendet Ultraschallsignale aus, ein ans Notebook angebrachter Sensor berechnet daraus die Entfernung zum Stift, wandelt die Informationen in Mausbewegungen um und gibt sie per USB an den Rechner weiter. Angebracht wird der Sensor am linken, rechten oder oberen Rand des Notebookdeckels; dazu wird ein Magnet an die Notebookrückseite geklebt, an den der Sensor andockt. Das ist optisch nicht besonders ansehnlich, ohne den Magneten hält der Sensor aber nicht.

Den Links- und Rechtsklick erzeugen Tasten am Stift oder ein Drücken der Stiftspitze auf das Display. Anders als bei einem Tablet-PC-Digitizer lässt sich der Stift auch in bis zu 20 cm Abstand vom Empfänger als Maus benutzen. Dieser Umstand stört allerdings, wenn man ihn einmal zu nah am Notebook ablegt oder während des Tippens in der Hand behält. Nach Herstellerangaben erkennt der Duo Stiftbewegungen auf Displays mit bis zu 15,4 Zoll Diagonale zuverlässig, im Test kam das Gerät aber auch mit 17-Zöllern zurecht.

Windows Vista identifiziert den Duo als Stifteingabegerät und schaltet die Tablet-Funktionen inklusive Eingabepanel, Notizeneditor, Schrifterkennung und Freihandeingabe für Office-Tools frei, die in jeder Vista-Edition schlummern. Für XP und Vista stellt Duo einen Notizeneditor, eine Whiteboard-Anwendung und Office-Plug-ins bereit, die in Umfang und Bedienung aber nicht an Microsofts Tablet-PC-Edition heranreichen.

Die wenigsten Notebook-Displays lassen sich bis in die Horizontale aufklappen, deshalb schreibt man mit dem Duo anders als beim Tablet PC in der Regel auf das hochgeklappte Display. Das ermüdet den Arm mit der Zeit, und einige Notebooks kippen bei Druck auf das Display nach hinten. Die Genauigkeit des Stifts ist auch nach Kalibrierung nur mittelmäßig, der Cursor weicht oft mehrere Millimeter von der anvisierten Stelle ab. Das liegt unter anderem daran, dass die Berechnung von der Schräglage des Stifts abhängig ist. Für Skizzen, Malereien und Notizen genügt die Präzision, beim Freistellen oder millimetergenauen Zeichnen werden professionelle Grafiker aber keine Freude haben. Laute metallische Geräusche stören den Empfang des Sensors, dann tanzt der Cursor unkontrolliert über den Desktop. Bei einem Test-Notebook mit lautem Lüfter war der Stift deswegen nicht zu gebrauchen.

Wer mit einem Stift auf einem nicht dafür konstruierten Display herumhantiert, riskiert Kratzer oder schwerere Schäden. Auf unsere Nachfrage schickte der koreanische Hersteller Laborauswertungen als Nachweis für die Unbedenklichkeit der im Duo eingesetzten Stiftspitzen. Eine Schutzfolie mag Kratzer verhindern, gegen mögliche Schäden durch den Druck des Stifts hilft sie allerdings nicht. Wer seinen Bildschirm schonen möchte, kann zumindest zum Bedienen des Desktops oder Markieren von Texten auch einige Zentimeter entfernt von der Oberfläche in der Luft zeichnen.

Rüstet man den Duo-Stift mit speziellen, mitgelieferten Kugelschreiberminen aus und klemmt den Sensor an einen Papierblock, überträgt er die Stiftbewegung auf dem Block an den Rechner und am Ende hat man sein Geschreibsel sowohl auf Papier als auch in digitaler Form vorliegen.

Ein würdiger Tablet-PC-Ersatz ist der Duo for Laptop nicht: Dafür ist das Schreiben auf einem vertikalen Display zu unergonomisch und der Stift zu ungenau und störanfällig. Für Präsentationen oder gelegentliches Zeichnen und Schreiben lässt er sich aber prima einsetzen, wenn man mit dem Risiko möglicher Display-Schäden leben kann. (acb)

Duo for Laptop
Stiftbedienung für Notebooks
Vertrieb Hantz + Partner
Lieferumfang Bedien-Stift, Ultraschallsensor mit USB-Anschluss, Installations-CD, Anleitung, Box mit Ersatzspitzen, Plastiktasche, Klebestreifen und Magnet, Batterien
Betriebssysteme Windows XP/Vista
Preis (Straße) 83 EUR

(ll)