Designer-Netbook
Hewlett-Packard versucht sich mit dem knallroten Mini 1099eg im Pfingstrosen-Stil der chinesischen Designerin Vivienne Tam vom Netbook-Einerlei abszusetzen.
Die inneren Werte der meisten Netbooks unterscheiden sich nur marginal voneinander, umso wichtiger ist das äußere Erscheinungsbild. Hewlett-Packard versucht mit dem knallroten Mini 1099eg im Pfingstrosen-Stil der chinesischen Designerin Vivienne Tam vor allem bei der weiblichen Kundschaft zu punkten.
Der weltgrößte Notebookhersteller HP hatte einen schwierigen Start im Netbook-Markt: Während sich Intels Atom-Plattform zum De-facto-Standard entwickelte, konnte HP mit seinem Erstlingswerk 2133 Mini-Note auf Basis von VIAs C7-M-Prozessor nicht überzeugen. Aus diesem Fehler hat HP offenbar gelernt: In der "ersten digitalen Handtasche" (so die Hersteller-Homepage) steckt das Netbook-typische Intel-Gespann aus Atom-N270-CPU und 945GSE-Chipsatz.
Das 10,1-Zoll-Display im 16:9-Format zeigt lediglich 1024 × 576 Pixel an – üblich sind bei Netbooks derzeit 1024 × 600 Pixel (15:9). Es ist gleichmäßig ausgeleuchtet und gibt Farben kontrastreich wieder. In hellen Umgebungen eignet es sich aufgrund seiner spiegelnden Oberfläche jedoch mehr für Korrekturen am Lidschatten als an Excel-Tabellen. Die Tastatur nimmt die volle Gehäusebreite ein und ist dadurch auch für Zehnfingerschreiber groß genug. Ihre goldene Beschriftung auf rotem Grund lässt sich bei schwachem Licht aber nur mit Mühe ablesen. Ein beleuchteter Knopf über dem Touchpad deaktiviert selbiges auf Wunsch, sodass der Cursor während des Tippens nicht durch den Handballen verschoben werden kann. Die Mausersatztasten finden sich auf der linken und rechten Seite des Touchpads. Für die Musikwiedergabe eignet sich das Netbook nur bedingt, da es sowohl über die Lautsprecher als auch über den Kopfhörerausgang ein ziemlich bassarmes Audiosignal ausgibt. Kopfhörer und Mikrofon lassen sich nicht gleichzeitig anschließen, weil nur eine Kombibuchse eingebaut ist.
Erwartungsgemäß liegt die Rechenleistung auf dem Niveau der meisten anderen Vertreter der Netbook-Gattung: Für Standardanwendungen und das Surfen im Netz ist das Mini 1099eg ausreichend dimensioniert, für aufwendige Spiele eignet es sich hingegen nicht. Als Betriebssystem kommt Windows XP Home SP3 zum Einsatz, das auf einer 1,8-Zoll-Platte mit mageren 60 GByte vorinstalliert ist. Das fernöstlich anmutende Designerstück bringt nur knapp 1,1 Kilo bei einer maximalen Dicke von 2,6 Zentimetern auf die Waage, womit es zu den leichtesten und flachsten Geräten im Zehn-Zoll-Format zählt. Der VGA-Anschluss ist der kompakten Bauform zum Opfer gefallen. Stattdessen setzt HP auf eine flachere proprietäre Schnittstelle, an die externe Monitore nur mittels eines optionalen, in Deutschland noch nicht lieferbaren Monitorkabels Anschluss finden.
Der Akku ist nur neun Millimeter dick und verschwindet vollständig im Gehäuse. Seine 25 Wh ermöglichen etwa zweieinhalb Stunden Dauerbetrieb bei maximaler Displayhelligkeit. Leichten Druck quittiert er mit einem deutlich hörbaren Knarzen, was den Gesamteindruck von der sonst tadellosen Verarbeitungsqualität etwas trübt. Einen Hochkapazitätsakku bietet HP derzeit nicht an. Ein farblich auf das Gerät abgestimmter Tragebeutel und das essenzielle Putztuch zur Pflege der glänzenden Oberfläche von Display, Gehäuse und Tastatur zählen zum Lieferumfang.
Fazit
Das HP Mini 1099eg Vivienne Tam ist nicht nur sehr rot, sondern auch sehr teuer – vergleichbar oder besser ausgestattete Netbooks wie das Acer Aspire One D150 oder das IdeaPad S10e von Lenovo, beide ebenfalls in Rot erhältlich, kosten etwa 200 Euro weniger. Davon abgesehen handelt es sich um ein durchschnittlich ausgestattetes Netbook mit einem angenehmen Formfaktor. All dies bietet jedoch auch das annähernd baugleiche Compaq Mini 701EG aus dem gleichen Hause, das zudem noch mit einem höher auflösenden 15:9-Display (1024 × 600) ausgestattet ist und lediglich 400 Euro kostet. Mit einer Pfingstrosen-Bemalung kann das rabenschwarze Gerät, das uns HP noch nicht liefern konnte, jedoch nicht auftrumpfen. (jow)
| HP Mini 1099eg Vivienne Tam | |
| Spezifikation | Intel Atom N270 (1,6 GHz), 1 GByte RAM, 10,1-Zoll-Display (1024 × 576, glänzend), Intel 945GME mit Grafik GMA950, 60-GB-Festplatte (1,8 Zoll), LAN 10/100 MBit/s, WLAN (802.11b/g), Speicherkartenleser (SD/SDHC/MMC), Bluetooth 2.1+EDR, Kamera |
| Schnittstellen | USB, LAN, VGA per Adapter, Mikrofon/Kopfhörer (Kombibuchse) |
| Gewicht / Größe | 1,09 kg / 26,2 cm × 16,7 cm × 2,6 cm |
| Preis | 599 EUR |
(ll)