WLAN-Verlängerung

Je nach Umgebungsbedingungen kann die Reichweite eines WLANs schon mal deutlich unter die versprochenen 300 Meter sinken. Wenn im hintersten Winkel aber eine Netzverbindung gebraucht wird, muss ein Kabel her -- oder ein WLAN-Relais.

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Benjamin Benz
  • Benjamin Benz


Access Points mit zwei WLAN-Ports schließen sich über den einen zu einem Funk-Backbone zusammen und versorgen über den anderen Endgeräte in ihrer Umgebung. So decken sie ganz ohne Kabelverbindungen untereinander große Gebiete ab.

Im Unterschied zu den gewöhnlichen WLAN-Anbietern setzt 4G-Systeme mit seinen Access Cubes auf eine modulare Hardware: Der Einsteiger erwirbt den Mesh-Cube-Bausatz mit nur einer WLAN-Karte (802.11b, Prism 2,5) für rund 200 Euro. Auf der mitgelieferten Mini-PCI-Trägerkarte bleibt so noch ein Slot für ein weitere Karte, die mit weiteren 55 Euro zu Buche schlägt. Wer mehr Steckplätze benötigt, erweitert den Cube mit ein oder zwei weiteren Trägerkarten. Das mitgelieferte robuste Gehäuse bietet dafür aber zu wenig Platz. 4G-Systeme will in Zukunft auch Treiber für andere Mini-PCI-Module wie VGA-Karten anbieten. Für eigene Experimente hält der Würfel einen USB-Host- und einen USB-Device-Port bereit. Der 100-MBit-LAN-Port unterstützt auch Power over Ethernet, allerdings nicht standardkonform. Mit der Phantomspeisung eines 3Com-Superstack-Switches kam er nicht klar.

Im Inneren des Cubes arbeitet eine 400-MHz-MIPS-CPU (AMD AU 1500), der 64 MByte RAM und 32 MByte Flash zur VerfĂĽgung stehen. Die Firmware basiert auf einem Debian-Linux (Kernel 2.4.24-mtx) und steht komplett unter der GNU General Public License (GPL). Mit den frei verfĂĽgbaren Cross-Tools lassen sich auch eigene Anwendungen auf die Cubes portieren.

Bild 3 [100 x 42 Pixel @ 1,6 KB]
Die modulare Hardware der Cubes lädt zu eigenen Experimenten ein: An dem USB-Host-Port arbeiten USB-Platten und Webcams. Vergrößern

Nur für den bereits montierten und vorkonfigurierten, dann Access Cube genannten Würfel bietet der Hersteller überhaupt Support an - verständlich, denn die Weboberfläche weist noch so viele Fehler auf, dass zur Konfiguration aller Cubes nur die Linux-Kommandozeile, die man per ssh erreicht, übrig bleibt. In einer getesteten Software-Revision fehlten sogar die Konfigurationsdateien für den Webserver. Die Dateien für die einzelnen Einstellungen sind über das Dateisystem verstreut. Für eine Änderung der IP-Adresse muss man beispielsweise zwei verschiedene Dateien bearbeiten; welche das sind, steht jedoch nirgends. Bis 4G-Systeme soweit ist und die Dokumentation und Beispielkonfigurationen für die Parameter des MIPS-Linux fertig hat, bleibt das Setup der Würfel ein Puzzlespiel.

Die Messergebnisse des Datendurchsatzes auf der Funkschnittstelle sind erfreulich: Gegen eine Netgear-WLAN-Karte (WG511) und bei einer Distanz von 20 Metern in den Redaktionsräumen erreichte der Cube 11b-übliche Transferraten von 510 KByte/s.

Die Cubes bieten dank ihrer offenen Hardware eine interessante Bastelplattform, sind aber mit der aktuellen Software nur fĂĽr Linux-Freaks mit viel Freizeit geeignet. Wir haben es nach mehreren Stunden und zwei Telefonaten mit dem Support aufgegeben, ein Testszenario mit zwei Cubes und einem verschlĂĽsselten Funkbackbone aufzubauen. (bbe)

Mesh Cube/Access Cube
Access Point mit Funk-Backbone
Hersteller 4G Systeme GmbH
Preise Mesh Cube Bausatz (1 x 802.11b) 200 EUR
Mesh Cube montiert (1 x 802.11b) 240 EUR
Access Cube (2 x 802.11g) 580 EUR