Rock'n'Call

Das Sony CMD-MZ5 ist ein wenig voluminös.

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Wer sagt denn, dass ein Handy nur zum Telefonieren da ist? Sony kombiniert im CMD-MZ5 Telefon- und WAP-Funktionen mit einem eingebauten MP3-Spieler.

Die Bedienung der verschiedenen Menüs geschieht über den Sony-typischen Jog-Dial, ein kleines Rädchen, das sich drehen lässt. Das Rädchen kann außerdem nach oben, nach unten oder ins Gerät gedrückt werden. Das ist gewöhnungsbedürftig. Wer ein wenig übt, kann das Handy damit aber schnell und komfortabel bedienen. Das Rädchen ist griffig und lässt sich leicht betätigen.

Die Musik wird auf dem eingebauten Memory-Stick gespeichert. Dieses Speichermedium wird derzeit nur von Sony angeboten und unterstützt. Den Memory-Stick gibt es wahlweise mit 64 oder 128 Megabyte Speicherkapazität. Mehr als zwei Stunden Musik in guter Qualität passen also nicht ins Handy.

Besonders lästig: Eine Anschlussmöglichkeit für den Memory-Stick am Heim-PC wird nicht mitgeliefert. Wer Musik aufs Handy bekommen will, dem wird im Handbuch die gute alte Kassettenrecorder-Methode ans Herz gelegt: Aufnahme am Handy drücken, Tonquelle starten und warten, bis die Aufnahme beendet ist. Das Handy bietet an einer Buchse eine Anschlussmöglichkeit für einen digitalen (optischen) oder analogen (elektrischen) Eingang. Der Aufnahmevorgang dauert sehr lange und ist umständlich. Der Sound des Musik-Handys ist knackig, die Lautstärke selbst für techno-geschädigte Ohren ausreichend.

Die Tastatur sitzt weit unten am Gerät. Wenn das Handy in einer Hand gehalten wird, lassen sich die unteren Tastenreihen dadurch nur schwer bedienen. Die Anzeige ist gut ablesbar, allerdings schummerig beleuchtet. Erfolgt keine weitere Eingabe, erlischt die Anzeigefeldbeleuchtung bereits nach zehn Sekunden.

Das CMD-MZ5 bietet fast alles, was man von einem modernen Handy erwartet. Für Kurzmitteilungen (SMS) gibt es die Eingabehilfe T9, die aus den eingetippten Ziffern den richtigen Begriff errät. Auch für Business-Anwendungen ist das Gerät erste Wahl. Das CMD-MZ5 hat sowohl einen E-Mail-Client als auch einen WAP-Browser mit an Bord. Sehr gut: Beim Testgerät waren die WAP-Zugänge für die verschiedenen Netz-Betreiber bereits vorkonfiguriert.

Der Kunde hat die Wahl: Entweder führt er seine Telefonate wie gewohnt, indem er das Handy ans Ohr hält. Oder er verwendet dazu den mitgelieferten Ohrhörer. Besonders angenehm dabei: Die Stimme des Gesprächspartners ertönt auf beiden Seiten, erhöht so die Verständlichkeit, besonders in lauter Umgebung. Der Ohrhörer ist leicht und ermüdungsfrei auch über längere Zeit zu tragen. Die Sprachqualität ist allerdings mäßig, wenn man nicht darauf achtet, den Kragenclip mit dem Mikrofon möglichst nahe am Mund zu tragen. Bei der Übertragung mischte sich in Sprechrichtung ein knarrendes Geräusch in die Sprache: Offenbar hat man die Abschirmung gegen Funkwellen bei der Konstruktion der Sprechgarnitur zu sehr vernachlässigt. Die Funkwellen des Handys kommen auf der Gegenseite deutlich hörbar an.

Für circa 1000 Euro erhält der Kunde ein Handy mit einem eingebauten Digital-Recorder. Einzeln gibt es die Geräte auf jeden Fall preiswerter.

Positiv Negativ
+ gute Ausstattung
+ beherrscht sämtliche Grundfunktionen
+ E-Mail-Client
+ WAP-Browser
- unpräziser Klappen-Mechanismus
- keine Dateiübertragung möglich
- hoher Preis