Auf Empfang
Die Absender wichtiger E-Mails setzen inzwischen als selbstverständlich voraus, dass der Empfänger diese jederzeit abrufen und beantworten kann.
Von unterwegs lassen sich nicht nur SMS, sondern auch E-Mails verschicken und empfangen. Das klappt per Handy sogar mit beliebigen bestehenden E-Mail-Konten.
E-Mail per SMS
- Für Empfang und Versand fällt jeweils der Preis einer SMS an, üblicherweise wird jede Mail mit 19 bis 20 Cent in Rechnung gestellt.
- Beim Empfang werden E-Mails nach 160 Zeichen abgeschnitten. Wer von einer einzelnen Nachricht mehr sehen will, muss sich per WAP oder Internet einloggen.
- Beim Versand geht von den ohnehin knappen 160 Zeichen noch die Zieladresse und ein Leerzeichen ab. Wer eine Mail an eine lange Zieladresse mit beispielsweise 30 Zeichen verschickt, kann dann gerade noch 129 Zeichen eingeben.
- Geht auf dem SMS-Account Spam ein, können die Kosten unkontrolliert explodieren. Der Nutzer ist gezwungen, die Adresse wie eine Geheimsache zu behandeln, um die Kosten im Griff zu behalten.
E-Mail per WAP
E-Mails versenden
Wer von unterwegs eine E-Mail versenden will, stößt auf unerwartete Probleme. Kaum jemand hat E-Mail-Adressen wirklich im Kopf. Die finden sich im Adressbuch des PCs - und der steht zu Hause. Zwar bieten fast alle Handys inzwischen auch ein Adressbuch mit E-Mail-Adressen, aber die meisten Nutzer tragen dort aus Bequemlichkeit nur den Namen und die Telefonnummer ein. Wer E-Mail-Adressen nicht griffbereit hat, kann lediglich reagieren: Das Antworten auf eine E-Mail funktioniert problemlos.
Der Schreibvorgang selbst erfordert Geduld und Übung: Bei den meisten Handys funktioniert die Eingabehilfe im WAP-Browser nicht. Und so sind für jeden Buchstaben zwischen ein und vier Tastendrücke erforderlich. Das Handy eignet sich in der Praxis lediglich für kurze Nachrichten, wie man sie typischerweise auch per SMS versendet. Für den Versand ist das SMS-E-Mail-Gateway daher noch nicht einmal unkomfortabel, da hier die Eingabehilfen wie T9 funktionieren. Allerdings enthält es eine Kostenfalle: Mit jedem Versand über das Gateway wird auch der kostenpflichtige Empfang aktiviert.
E-Mail-Handys
Den Trend zur E-Mail haben auch die Handy-Hersteller erkannt. Immer mehr Handy-Modelle verfügen über einen E-Mail-Client. Das Ericsson T68i oder das Siemens S45i sind zwei Beispiele dafür. Mit gängigen E-Mail-Programmen für Desktop-Computer können die Mini-Clients des Handys aber bei weitem nicht mithalten. Zwar sind sie meist in der Lage, HTML-Mails so zu entschlüsseln, dass diese zumindest lesbar sind, aber schon bei Anlagen und größeren Textmengen müssen die Geräte passen. Knackpunkt ist der mangelnde Speicherplatz und die dadurch fehlende Möglichkeit, zusätzliche Applikationen zum Verarbeiten verschiedener Dateitypen bereitzustellen.
Auch E-Mails mit großen Textmengen überfordern die Handys. So ruft das Siemens S45i beispielsweise nur Mails ab, die einen einstellbaren Grenzwert für die Gesamtgröße nicht überschreiten. Damit ist es lediglich für einfache E-Mails mit gängigen Textmengen einsetzbar. Schneller und günstiger arbeiten E-Mail-Clients, die zunächst die Kopfzeilen herunterladen und dem Anwender die Wahl überlassen, welche Nachrichten er tatsächlich abrufen will.
Eventuelle Anhänge an Mails sind für Handys in aller Regel nutzlos. Einige Smartphones der neuesten Generation stellen angehängte Bilddateien zumindest ansatzweise dar, aber die Darstellung von Office-Dokumenten erfordert zusätzliche Anwendungen. Die jüngste Handy-Generation indes löst das Problem bereits: Für das Nokia 7650 ist der E-Mail-Viewer 1.1 von Reqwireless verfügbar. Für zehn Euro bietet das Programm die Anzeige von Bildern, Office- und PDF-Dokumenten auf dem Handy. Es unterstützt nicht nur POP3, sondern auch IMAP. Es gehört keine prophetische Gabe dazu, um vorherzusehen, dass diese Funktionen bei Handys der oberen Mittelklasse bereits im kommenden Jahr als Serienausstattung zu finden sein werden. (em)
Tipps fĂĽr den WAP-Abruf
Um beim Mail-Abruf per GPRS-Handy Kosten zu sparen, sollten Sie den verwendeten Dienst optimal konfigurieren und nutzen.
Die wichtigsten Tipps dazu: Laden Sie möglichst viele Daten auf einmal. Denn einige Anbieter rechnen nicht nur nach übertragener Datenmenge, sondern auch nach Anzahl der Seitenaufrufe ab. Stellen Sie beispielsweise statt nur fünf gleich 20 Kopfzeilen auf einer Seite dar, können die Kosten für die gleiche Informationsmenge um bis zu 75 Prozent niedriger ausfallen.
Benutzen Sie die Zurück-Taste des Browsers, um zur vorherigen Seite zu gelangen. Diese ist in der Regel noch im Browser-Cache verfügbar, das Handy lädt sie dann aus dem Speicher. Wenn Sie stattdessen eine Seite über einen Menüaufruf erneut anfordern, wird die Seite aus dem Netz geladen und in Rechnung gestellt, auch wenn sich der Inhalt seit dem letzten Aufruf nicht geändert hat. Schalten Sie das Laden von Grafiken im WAP-Browser ab, falls der Browser Ihres Handys dies zulässt. Die kleinen WAP-Bildchen enthalten weder Navigationselemente noch Informationen, verursachen aber Übertragungsvolumen, das bezahlt werden muss.
Wenn Sie hohe Datenvolumina übertragen müssen, beispielsweise um eine große E-Mail mit Anhang auf einen PDA oder Laptop herunterzuladen, fahren Sie mit dem herkömmlichen Datendienst (CSD, Circuit Switched Data) in der Regel günstiger. Denn pro Minute lassen sich rund 50 KByte übertragen, die entsprechende Datenmenge per GPRS ist meist teurer als der Minutenpreis für eine CSD-Verbindung. Falls Handy und Netz HSCSD (High Speed Circuit Switched Data) unterstützen, können die Daten nochmals deutlich schneller und preiswerter übertragen werden als mit einer CSD-Verbindung. Derzeit unterstützen nur Vodafone und E-Plus HSCSD, nur wenige Handys sind dafür gerüstet, beispielsweise das Nokia 6210 oder 6250. (em)