Robuste Begleiter
Wer auch unterwegs erreichbar sein muss, greift zum Handy. Doch bei rauhen Arbeitsbedingungen stellen viele Geräte ihren Dienst nur allzu schnell ein. Siemens und Nokia bieten spezielle Outdoor-Versionen an.
Im Alltag ist das Handy ein ständiger Begleiter für jeden, der auch unterwegs erreichbar sein will. Inzwischen braucht man auch auf der Baustelle oder beim Kunden vor Ort nicht auf sein Mobiltelefon zu verzichten, denn es gibt Geräte, die unbeschadet eine Landung im Dreck überstehen und Wasserspritzer nicht gleich mit Kurzschlüssen quittieren.
Zur Klasse der Outdoor-Handys gehören das Nokia-Modell 5140 und das Siemens M65. Beide Mobiltelefone bieten mit Adressbuch, Kalender und Aufgabenliste die üblichen Organizerfunktionen und eignen sich mit integrierter VGA-Kamera und MMS auch zum Versenden und Empfangen von Multimedia-Nachrichten.
Nokia 5140
Das handliche All-Wetter-Handy von Nokia wirkt sehr kompakt. Die zweiteilige Gehäuse-Oberschale lässt sich wie ein Überraschungs-Ei auseinanderziehen. Eine flexible, fest mit dem Gehäuse verbundene Klappe schützt die Ladebuchse und den Kontaktkamm des Pop-Ports. Bei der Gummitastatur muss man manche Tasten tiefer eindrücken als andere, was beim schnellen Eintippen von Rufnummern oder Kurzmitteilungen stört. Das kleine Farbdisplay ist in puncto Auflösung und Farbtiefe zwar nicht mehr Stand der Technik, aber gut ablesbar.
Beim Telefonieren fiel uns ein leichtes Rauschen auf, was die sonst gute Verständigung aber kaum störte. Als eines der ersten Handys ist das 5140 schon mit dem Sprachdienst PoC (Push to talk over Cellular) ausgestattet. Damit lässt sich das Handy wie ein Funksprechgerät einsetzen, um etwa alle Mitglieder eines Bautrupps gleichzeitig zu erreichen. Für die Verbindung soll ab 2005 das Mobilfunknetz sorgen. Anders als bei normalen Handy-Telefonaten nutzt PoC aber den für Datenübertragung gedachten Dienst GPRS (General Packet Radio Service). Kosten sollen jedoch nur anfallen, solange die Sprechtaste gedrückt bleibt.
Zu den Sonderfunktionen gehören auch eine Mini-Taschenlampe, ein Thermometer, ein Schallpegel-Messprogramm und ein elektronischer Kompass, der vor dem ersten Einsatz kalibriert werden muss. Dazu legt man das Handy auf eine ebene Unterlage und dreht es langsam in Uhrzeigerrichtung um 360 Grad. Das sollte nicht gerade neben dem heimischen Fernseher oder PC geschehen, da der Handy-Kompass natürlich sehr empfindlich auf störende Magnetfelder reagiert.
Das 5140 braucht sich dabei nicht hinter aktuellen Multimedia-Handys zu verstecken: So versendet und empfängt es MMS-Nachrichten und E-Mails. Bilder der VGA-Kamera lassen sich auch über die Infrarot-Schnittstelle auf Notebooks oder PDAs übertragen, nur Bluetooth-Funk fehlt. Ist das mitgelieferte, ebenfalls spritzwassergeschützte Stereo-Headset angeschlossen, funktioniert auch das UKW-Radio des Handys, das das Hörerkabel als Antenne nutzt.
Als Datenhandy gibt sich das 5140, wie von Nokia-Geräten gewohnt, flexibel. Beim Aufbau von WAP-Seiten geht der Browser zwar sehr gemächlich zu Werke, wer das Handy aber als Funkmodem an einem Notebook betreiben will, dem steht nicht nur der paketorientierte Dienst GPRS, sondern auch HSCSD (High Speed Circuit Swiched Data) zur Verfügung. HSCSD funktioniert nur in den Netzen von E-Plus und Vodafone, kann jedoch beim Surfen Geld sparen, da das Kosten-Niveau oft niedriger liegt. Mit beiden Datendiensten erreicht das Handy hohe Durchsätze. Das Nokia 5140 eignet sich mit seiner Ausstattung nicht nur für den harten beruflichen Einsatz, sondern bietet auch einiges für den Camping- oder Wanderurlaub.
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Siemens M65
Das stoß- und spritzwassergeschützte Gehäuse des Foto-Handys M65 macht schon wegen der Metallspange einen sehr robusten Eindruck. Gummistöpsel schützen Kontaktkamm, Antennenanschluß und das Objektiv der VGA-Kamera. Da sie nicht wie beim Nokia 5140 fest mit dem Gehäuse verbunden sind, gehen die Verschlüsse jedoch leicht verloren. Immerhin liefert Siemens Ersatzstöpsel mit. Die breiten Tasten und ebenso der kleine Joystick lassen sich sicher bedienen. Gefallen hat uns auch das großflächige, gut ablesbare Farbdisplay.
Die Sprachqualität des Triband-Handys ist überdurchschnittlich gut, was auch für die Freisprechfunktion gilt. Fotos lassen sich nicht nur per MMS oder als E-Mail-Anhang versenden, sondern auch über die IrDA-Schnittstelle an PCs oder PDAs übertragen. Für Bilder, Video-Clips und Organizerdaten bietet das M65 genügend Speicherplatz. Zu den reichhaltigen Organizerfunktionen kommen Extras wie ein Foto-Editor oder das Bike-O-Meter, das aus dem Handy zusammen mit einem rund 50 Euro teuren Kit einen Fahrrad-Computer macht. Für 50 Euro gibt es jedoch Radcomputer, die wesentlich mehr können und anstelle des drahtgebundenen Sensors die Tachosignale per Funk an das Steuergerät übermitteln.
Der WAP-Browser des M65 stellt nützliche Funktionen wie Unterordner für Lesezeichen zur Verfügung und zeigt WAP-Seiten zügig an. Beim Einsatz als Funkmodem am Notebook enttäuschte das Handy jedoch etwas, da es beim GPRS-Durchsatz hinter den Erwartungen an ein Gerät der Multislot-Klasse 10 zurückblieb. Das Siemens M65 gefällt als robustes, gut ausgestattetes Business-Handy, das mit seinem Bike-o-Meter zudem Radsportler anspricht. (rop)
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