Wahlhelfer

Mobil übertragene Bytes sind teuer. Wer große Mengen davon zu übertragen hat, kann unter Zuhilfenahme fast schon veralteter Zugangstechniken Geld sparen.

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 5 Min.

Bild 1 [150 x 105 Pixel @ 5,4 KB]

Vergrößern

Wer per Mobilfunk ins Internet will, sei es zum Surfen oder Mailen, muss ähnlich wie beim Festnetz zwischen verschiedenen Zugangstechniken und Tarifen abwägen. Obwohl die Übertragung per GSM langsamer als im Festnetz per DSL oder auch ISDN erfolgt, kostet sie mehr – mobil sind Bytes eben teurer.

Handy-Nutzer haben prinzipiell zwei Verfahren zur Auswahl: paketorientiert wie bei DSL oder leitungsorientiert wie bei einem Festnetzmodem mit Wählverbindung. Sowohl GPRS als auch UMTS übertragen paketorientert. Wählverbindungen lassen sich mit CSD, Circuit Switched Data, oder dem schnelleren HSCSD aufbauen, High Speed Circuit Switched Data. Beide haben den Vorteil, dass man beliebige Modem-Einwahlserver "anrufen" kann, sei es daheim oder in der Firma. Solche Server lassen sich einfach einrichten und, weil die Daten nicht übers öffentliche Internet gehen, muss man nicht unbedingt einen VPN-Server zum Verschlüsseln einsetzen. CSD liefert 9,6 kBit/s oder 14,4 kBit/s, während HSCSD vier CSD-Leitungen für bis zu 43,2 kBit/s bündelt.


CSD/HSCSD-Zugänge
Netz E-Plus O2 T-Mobile Vodafone
Einwahlnummer 123100 464638 4122 229000
HSCSD möglich v - - v
Benutzername eplus go@mobil.de (Anmeldung erforderlich) (beliebig)
Passwort - internet (Anmeldung erforderlich) (beliebig)

Nicht alle Handys beherrschen HSCSD (viele Nokia- und Sony-Ericsson-Geräte, jedoch kein Motorola-Handy) und unter den Netzbetreibern offerieren lediglich E-Plus und Vodafone diesen Dienst. CSD und HSCSD werden nach Verbindungsdauer abgerechnet. Die Netzbetreiber bieten dafür Einwahlnummern mit günstigeren Konditionen gegenüber mobilen Sprachverbindungen.

Noch etwas günstiger geht es, wenn man sich für einen Tarif mit vergünstigten Ortsgesprächen entschieden hat, weil man dabei die Einwahlknoten der Ortsnetze nutzen kann. Eine Übersicht gibt unser Service iTarif.


GPRS-Zugänge für Internet
Netz E-Plus O2 T-Mobile Vodafone
APN internet.eplus.de internet (*1) internet.t-d1.de web.vodafone.de
DNS1 212.23.97.2 195.182.96.28 193.254.160.1 139.7.30.125
DNS2 212.23.97.3 195.182.96.61 - 139.7.30.126
Benutzername eplus - (beliebig) -
Passwort gprs - t-d1 -
*1: für Prepaid-Kunden: pinternet.interkom.de

Alle in Deutschland aktiven Netzbetreiber bieten neben CSD auch GPRS und UMTS an. GPRS bündelt ebenfalls bis zu vier Kanäle von je 13,4 kBit/s für maximal 53,6 kBit/s. UMTS-Handys empfangen bis zu 384 kBit/s und senden bis zu 64 kBit/s. Bei beiden, GPRS und UMTS, zahlt man nicht für die Verbindungsdauer, sondern für das übertragene Datenvolumen. Das Preisniveau ist gegenüber HSCSD und auch gegenüber CSD höher, sodass das paketorientierte Verfahren für die Übertragung großer Datenmengen nicht empfehlenswert ist.

Wenn man wie T-Mobile- oder O2-Nutzer auf GPRS oder UMTS angewiesen ist, sollte man genau abwägen, wem man eine "mobile" Mail-Adresse gibt. Unüberlegt weitergeleitete Witz-Bildchen oder Scherze im aufgeblähten PowerPoint-Format können einem das Öffnen der Mobilfunkrechnung schnell verleiden. Ein MByte kostet, per GPRS übertragen, je nach Anbieter und Tarif über 20 Euro – mit UMTS sind die Daten zwar schneller da (in rund 20 Sekunden), kosten aber gleich viel. Setzt man hingegen eine übliche CSD-Verbindung an, die 19 Cent pro Minute kostet, zahlt man für den Abruf von einem MByte rund zwei Euro.

Es lohnt sich also, den Mail-Client defensiv einzustellen, sodass er zunächst nur die Betreffzeilen abholt. Hat man beide Optionen, sowohl HSCSD als auch GPRS oder UMTS, kann man die Verfahren kombinieren, indem man ein GPRS-Profil für den Abruf der Betreffzeilen und das Lesen kleiner Mails nutzt und ein HSCSD-Profil für den Abruf voluminöser Mails – wenn der Betreff annehmen lässt, dass es sich um eine wichtige Nachricht handelt. Die Einwahlparameter sind im Prinzip dieselben wie bei Festnetzmodems. Bei CSD und HSCSD braucht man die Rufnummer des Internet-Anbieters sowie Name und Kennwort. Für die Einwahl per GPRS oder UMTS benötigt man den Access Point Name des jeweiligen Netzbetreibers. Die APNs der in Deutschland aktiven Anbieter für WAP- und Internet-Kommunikation sind in den Tabellen aufgeführt. ... und bevor man die Haustür hinter sich schließt, sollte man die Netzwerkverbindungen in Ruhe daheim prüfen. (dz)


GPRS-Zugänge für WAP
Netz E-Plus O2 T-Mobile Vodafone
APN wap.e-plus.de wap.viaginterkom .de (*1) wap.t-d1.de wap.vodafone.de
Gateway (IP) 212.23.97.9 195.182.114.52 193.254.160.2 139.7.29.1
IP-Port 9201 9201 9201 9201
Gateway 2 212.23.97.9 - - 10.1.32.10
IP-Port 2 9203 - - 9201
*1: für Prepaidkunden: pwap.viaginterkom.de