Mobile Messaging nach Maß

Für die E-Mail-Kommunikation per Handheld gibt es inzwischen zahlreiche Angebote – von WAP-Mail bis zu serverbasierten Diensten. Das Spektrum reicht von Lösungen für kommunikative Nomaden bis zu Corporate Solutions für Unternehmen.

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Lesezeit: 23 Min.
Von
  • Peter Schüler

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So einfach das ist, mal eben eine SMS zu schreiben – viel weiter hilft eine E-Mail, die sich nicht auf zwei Sätze beschränken muss. Diese kann auch ein Bild mitbringen, lässt sich per Signatur schützen und hält vielleicht mit einem Mausklick auch den Terminkalender des Empfängers auf dem Laufenden. Für den drahtlosen E-Mail-Empfang gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Angeboten, die sich beim Funktionsumfang und in puncto Kosten deutlich unterscheiden: Spezialisierte Endgeräte à la Blackberry erscheinen prädestiniert für Firmen, die gleich mehrere mobile Mitarbeiter mit der Zentrale verbinden wollen.

Da diese Lösungen einen Server beim Kunden voraussetzen, erscheinen sie für kommunikationsfreudige Alleinreisende als überdimensioniert und zu kostspielig. Inzwischen bieten die Mobilfunkprovider auch mobile E-Mail-Dienste, die dem Bedarf von Selbständigen und Kleinunternehmen entsprechen. Grundsätzlich gilt es, beim regelmäßigen Download eines gut gefüllten Postverzeichnisses Gebührenfallen zu umgehen – etwa durch den Ausschluss von Mails, die sich auf dem Handy ohnehin nicht angemessen darstellen lassen. Insbesondere Spam kann die drahtlose Übertragung ausbremsen und zugleich verteuern.

Zahlreiche Zugangsvarianten

E-Mail-Lösungen für Handy-Nutzer sind nach drei Gesichtspunkten zu klassifizieren: Das erste Merkmal legt fest, ob beliebige Nachrichten direkt zum Handy gelangen oder ob sie immer erst der Prüfung eines speziellen Gateways standhalten müssen. Für die zweite Unterscheidung kommen sogar drei Varianten in Betracht: Entweder jede Mail wird sofort automatisch ausgeliefert oder sie wartet auf dem Server, bis der Empfänger sein Postfach in einem Rutsch auswertet. Oder aber die Mail bleibt prinzipiell auf dem Server, und der Empfänger lässt sie sich dort wie bei einem Web-Mailer seitenweise vorzeigen. Drittens stehen drei Szenarien zur Wahl, welche Informationen sich auf dem Handy nutzen lassen. WAP-Mail beschränkt sich ähnlich wie eine SMS auf den reinen Text, während die Botschaften von einem POP- oder IMAP-Server mit den verschiedensten Anhängen daherkommen können, ob das Handy damit nun etwas anzufangen vermag oder nicht. Den Mittelweg beschreitet die Blackberry-Mail, in der Attachments in den gängigen Formaten für Office-Dokumente vorkommen können und für welche die Blackberry-Clients ihre eigenen Dateibetrachter schon mitbringen. Dieser Nachrichtenkanal ermöglicht zugleich auch noch weiteren Datenaustausch, etwa den Abgleich mit heimischen Adress- oder Aufgabenlisten, ähnlich wie bei der Synchronisation zwischen PDA und Desktop. Für jede Spielart kommen nur bestimmte Geräte und Dienstanbieter in Betracht, und dafür entstehen auch sehr unterschiedliche Kosten. Die Prospekte und Webseiten der Funknetzbetreiber sind nicht nur unübersichtlich, sondern deren Papier auch geduldig. Oft stellt sich erst nach akribischem Nachfragen heraus, was mit einem bestimmten Handy geht und was nicht. Der aufwendigste Weg zur Überall-E-Mail war bislang der erfolgreichste: Research in Motion (RIM) brachte zigtausende seiner Blackberry-Pager unters Geschäftsvolk, und jedes dieser Geräte hing zwangsweise am Tropf eines teuer zu erstehenden Blackberry Enterprise Servers, der wiederum mit einem Microsoft-Exchange- oder Lotus-Dominoserver zusammen spielt.

Firmenlösung mit eigenem Server ...

Nach diesem Modell verkehrt ein mobiler Client immer nur mit der zuständigen Firmen-Mail-Zentrale, die zugleich als Filter agiert. So kann der Benutzer noch im Büro vorgeben, welche Mails er auf Reisen nachgeschickt bekommen will und profitiert automatisch vom Spamfilter und Virenschutz seines Firmennetzwerks. Außerdem kann er sich darauf verlassen, dass die automatisch verschlüsselte Mail auf dem Weg vom Firmen-Server bis in seine Hemdtasche vor Manipulationen und ungebetenen Mitlesern geschützt ist und darf das Archivieren der Botschaften getrost dem Mail-Admin in der Firma überlassen.

Der Ansatz hat Schule gemacht: Ähnliche Lösungen wie Blackberry offerieren auch Konkurrenten wie Space2go oder Smartner. Für kleinere Etats gibt es zum Beispiel Tobits Messaging-Server David.

Der eigene Weiterleitungs-Server kostet allerdings nicht nur Lizenzgebühr, sondern verlangt auch einen allzeit bereiten Rechner im Haus, der betreut sein will und zudem ständig mit dem Internet verbunden sein muss.

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Je nach Anforderungen, Nachrichtenquelle und Endgerät gibt es unterschiedliche Lösungen für die Zustellung von E-Mails und deren Eintreffen (gelb).

... und Dienste für Einzelnutzer

Öffentliche Mailserver im Web geben sich da pflegeleichter. Fast so bequem wie per PC kann man seine Postzustellung auch per Handy organisieren, doch sollte man beachten, dass nicht jede neue Nachricht die teure Übertragung per Funknetz rechtfertigt. Einerseits lassen sich viele Inhalte etwa einer HTML-Mail auf einem Handy gar nicht angemessen darstellen. Andererseits muss ein durchdachtes Konzept auf den Tisch, wo die persönlichen Mails für den späteren Zugriff gelagert werden sollen. Das Handy mit seinem begrenzten Speicherplatz und gelegentlich tief entladenem Akku eignet sich nicht als zentrales Mail-Archiv, allenfalls als Zwischenspeicher, der einige Nachrichten für die Dauer einer Dienstreise aufbewahrt. Da ist es ganz sinnvoll, dass POP-Clients für Mobiltelefone gar nicht in der Lage sind, Mail auf dem Server zu löschen. So verhindert man nicht nur, dass irgendwann eine wichtige Nachricht der Volumenbegrenzung des Mail-Kontos zum Opfer fällt, sondern verringert auch den Zeitaufwand für die Mail-Abfragen vom Handy aus. Auch RIM hat seine Dienste neuerdings für private Benutzer geöffnet. Der zum Beispiel von T-Mobile angebotene Service Blackberry-Mail for Consumers lässt sich nutzen wie ein Freemailer, kommuniziert aber nur verschlüsselt mit Blackberry-Clients – seien das Original-Geräte für dieses Protokoll oder Software-Clients, die aktuell für MDA/XDA/Qtek 2020, Palm Treo und Siemens SK 45 angekündigt sind.


E-Mail-Dienste für unterwegs
Tabelle 1: Netzbetreiberunabhängige Anbieter
Service Club.Tobit office2go, enterprise2go
Anbieter Tobit space2go
Software-Entwickler Tobit
unterstützte Client-Plattformen WAP-Handys, PDA mit Windows Mobile 2003 Symbian-Handys, M/XDA II/Qtek 2020, Nokia 9500
erforderlicher Server beim Nutzer David Info Server Engine + Mail Access + InfoCenter PDA v
E-Mail-Protokolle/verschlüsselte Anmeldung/Übertragung POP/–/v frei wählbar/v/v
Push-E-Mail (*1) v v
aufs Handy übertragbare Attachments v v
Desktop-Synchronisation v v
Kosten ab 450 EUR für die Software, außerdem Nutzungsgebühren für Nachrichtenübertragung 3500 EUR für den Server; außerdem ab 10 EUR/User und Monat + GPRS-Kosten des Handy-Providers
*1 auch Benachrichtigung nach E-Mail-Eingang     v vorhanden     – nicht vorhanden

Zustellungsarten und Timing

Die zweite Unterscheidung der unterwegs verfügbaren Nachrichtenkanäle betrifft das Timing der Mail-Zustellung: Push-E-Mail kommt wie eine SMS sofort zum Empfänger und macht diesen mit einem Signalton auf sich aufmerksam. Das funktioniert freilich nur, wenn auch immer eine Internet-Verbindung besteht, zum Beispiel über die Signalling-Kanäle von GPRS. In diesem Fall nutzt der Zusteller einen IP-Port, um die Nachrichten über ein virtuelles Netzwerk auszuliefern. Wer die Kosten für den ständigen GPRS-Connect scheut und damit auskommt, seine Mails zum selbst gewählten Zeitpunkt herunterzuladen, kann bei praktisch jedem Handy-Provider auch einen herkömmlichen Mailserver nutzen. Dann sind aber regelmäßige Polls fällig, um Wind von neuen Nachrichten zu bekommen – es sei denn, man lässt sich vom Provider per SMS über Postzugänge benachrichtigen.

Nach jedem Entschluss zur Server-Abfrage – zum Download oder zur Anzeige – fällt erst einmal eine Wartezeit an. Und wer beispielsweise in der Bahn spontan seine Fahrzeit auf die E-Mail verwenden will, stellt nicht selten fest, dass der Download gerade dort wegen der Übergänge zwischen Netzwerkzellen, Tunnels und auch sonst mäßiger Signalqualität viel Geduld verlangt. In den meisten Fällen kostet das Abfragen zusätzliches Geld, denn selbst wenn keine neue Mail auf den Abruf wartet, verursacht ein Poll ja etwas Datenverkehr, den man nach KByte oder Minuten bezahlen muss.

Bei der dritten Methode des Mail-Zugriffs gelangen die Nachrichten gar nicht als Dateien aufs Endgerät, sondern werden nach einer Server-Anfrage nur angezeigt, ohne dass man sie auf dem Handy speichern könnte. Diese Vorgehensweise kennt man von Web-Mailern, wo nach einer Server-Anfrage nur eine Webseite erscheint; WAP-Mailserver liefern stattdessen eine WML-Seite, die nicht mehr als etwa 1400 Zeichen Inhalt wiedergeben kann.

Das Warten auf den Server-Output fiele nicht ins Gewicht, könnte man beim Verlassen der Kneipe mal eben nach Mail fragen und diese etwas später im Bus nach Hause durchsehen. Aber Pustekuchen: WAP-Clients laden jede WML-Seite einzeln und nehmen sich dafür sogar unter optimalen Bedingungen zig Sekunden Zeit. Passt die Mail dann nicht ganz auf diese Seite, wird die nächste Wartezeit für Teil 2 fällig und wieder weitere, wenn man am Textanfang noch einmal etwas nachlesen wollte. Nicht einmal Cut and Paste gehört zum Repertoire der uns bekannten WAP-Browser, geschweige denn das Speichern ganzer WAP-Seiten in einem lokalen Posteingangs-Verzeichnis. So geht das Mail-Lesen recht schnell auf die Nerven und ins Übertragungsvolumen, und beim Schreiben muss der Absender vom ersten bis zum letzten Zeichen die WAP-Seite seines Mail-Portals auf dem Browser haben. Setzt die Verbindung einmal zwischendurch aus, stockt auch das Briefeschreiben.

Handy-Mail-Programme, die über POP oder IMAP kommunizieren, sind in der Regel flexibler und können zumindest mit ganzen Mails am Stück umgehen. Die Fähigkeiten, auch lokale Dateien direkt als Mails zu verschicken, unterscheiden sich jedoch von Gerät zu Gerät. Außerdem finden sich POP-Clients meist nur auf neueren und besser ausgestatteten Handy-Modellen, allerdings gibt es für diese Anwendung auch herunterladbare Java-Programme, die sich zumindest auf Handys mit einer passenden Laufzeitumgebung installieren lassen.


E-Mail-Dienste für unterwegs
Tabelle 2: Angebote von T-Mobile – mit Blackberry
Service BlackBerry Solution BlackBerry Solution t-zones Mail
Anbieter T-Mobile T-Mobile T-Mobile
Software-Entwickler RIM RIM
unterstützte Client-Plattformen Blackberry-Geräte, Treo 600, M/XDA/Qtek 2020, SK65 Blackberry-Geräte, Treo 600, M/XDA/Qtek 2020, SK65 WAP-Handys
erforderlicher Server beim Nutzer Blackberry Enterprise Server
E-Mail-Protokolle/verschlüsselte Anmeldung/Übertragung Blackberry Push-Mail/v/v Blackberry Push-Mail/v/v WAP mit SMS-
Benachrichtigung/–/–
Push-E-Mail (*1) v v v
aufs Handy übertragbare Attachments Word, Excel, Powerpoint, WordPerfect, PDF, HTML, TXT Word, Excel, Powerpoint, WordPerfect, PDF, HTML, TXT
Desktop-Synchronisation v
Kosten ab 1000 EUR für den Server; außerdem 25 EUR je Monat und Benutzer bei max. 10 MByte/Monat 25 EUR/Monat bei max. 10 MByte/Monat 10 EUR/Monat bei max. 10 MByte/Monat
*1 auch Benachrichtigung nach E-Mail-Eingang     v vorhanden     – nicht vorhanden

Mehr als Worte

Wo ausschließlich Textübermittlung gefragt ist, mag SMS durchaus als Einfachlösung durchgehen. Die Stückelung einer längeren Textbotschaft in 160-Byte-Häppchen stiftet allerdings meist Verwirrung, weil als Erstes meist die vermeintlich neueste Teilbotschaft gelesen wird, die in Wirklichkeit aber nur den hintersten Teil der Nachricht enthält. Und dieser Inhalt ergibt vor dem Betrachten der zuvor übermittelten Textbrocken nur wenig Sinn.

Auf den oft winzigen Handy-Bildschirmen lassen sich nur wenige Zeichen darstellen.
Auf den oft winzigen Handy-Bildschirmen lassen sich nur wenige Zeichen darstellen.

Zudem handelt es sich bei SMS und E-Mail unpraktischerweise um zwei verschiedene Medien, für die man separate Adresslisten und auf den meisten Handys auch eigene Nachrichtenverzeichnisse pflegen muss. Lösungen für diese Aufgabe bietet ein selbst betriebener Unified-Messaging-Server wie Tobit David oder Microsoft Exchange mit Zusatzsoftware.

Und richtige E-Mail hat einer SMS ja nicht nur den größeren zulässigen Textumfang voraus: Sie kann mit einer elektronischen Signatur die Echtheit einer Botschaft dokumentieren und außerdem vermag sie ebenso viele Multimedia-Inhalte zu transportieren, wie es MIME-Datentypen (Multipurpose Internet Mail Extensions) gibt – selbst wenn diese sich nicht immer auf einem Handy wiedergeben lassen. Dagegen erscheint die Multimedia-SMS (MMS) wie ein blasser Abklatsch: Sie erreicht herkömmliche E-Mail-Adressen ebenso wenig wie ihr Ziehvater, stellt aber ähnliche Anforderungen an Handy und Provider wie eine E-Mail und kommt den Versender deutlich teurer zu stehen. Und per MMS lassen sich zwar prinzipiell alle erdenklichen Inhaltstypen übermitteln, aber nur bis zu einem Maximalumfang von derzeit 300 KByte.


E-Mail-Dienste für unterwegs
Tabelle 3: o2 und Vodafone – ohne Blackberry
Service E-Mail o2-Mail MobileMail
Anbieter o2 o2 Vodafone
Software-Entwickler
unterstützte Client-Plattformen WAP-Handys WAP-Handys WAP-Handys oder solche mit Mailclient oder J2ME3 (*3)
erforderlicher Server beim Nutzer
E-Mail-Protokolle/verschlüsselte Anmeldung/Übertragung POP/–/– WAP mit SMS-
Benachrichtigung/–/–
WAP, POP, IMAP/–/–
Push-E-Mail (*1) v v
aufs Handy übertragbare Attachments beliebig v
Desktop-Synchronisation
Kosten 11,20 EUR bei max. 10 MByte/Monat 2,95 EUR/Monat flat 9,86 EUR/Monat bei max. 10 MByte/Monat
*1 auch Benachrichtigung nach E-Mail-Eingang     *3 als Basis für herunterladbaren Mail-Client     v vorhanden     – nicht vorhanden

Solche und solche Mail

Beim Mail-Verkehr per WAP muss man sich mit reiner Text-Darstellung zufrieden geben, doch das ist für die meisten Handys gerade richtig. Mail-Anhänge, HTML-Zierrat und eingebettete Links bleiben dann der Darstellung am PC vorbehalten, wenn man seinen Account später noch einmal per Web-Browser flöht.

Eine Stufe weiter reichen Mail-Clients für POP oder IMAP. Sie vermögen auch Mail-Attachments zu befördern, die sich dann je nach Ausstattung des Endgeräts sinnvoll verarbeiten lassen oder auch nicht. Der Empfang lohnt sich vielleicht auch dann, wenn das Handy-Display mit der Darstellung überfordert ist, der Anhang aber per Speicherkarte oder Bluetooth ans Notebook weitergereicht wird. Wenigstens über Makroviren müssen sich Mail-Leser am Handy oder Telefon-PDA zurzeit keine Gedanken machen, da die mitgelieferten Anwendungen der meisten Handy-PDAs selbst gar keine Makros ausführen können. Zwar wurden schon Viren und Trojaner für Symbian-, Pocket-PC- und Java-Handhelds verbreitet, doch keiner dieser Übeltäter ist derzeit in E-Mails zu finden. Doch dürfte es angesichts wachsender E-Mail-Nutzung via Handy nur eine Frage der Zeit sein, bis Störenfriede wie ein für Nokias 60er Serie geschriebener Trojaner oder manipulierte Java-Applikationen in größerem Umfang auftreten.

Hinter einem zusätzlichen Schutzwall darf man sich bei der dritten E-Mail-Kategorie geborgen fühlen: Blackberry-Mail kann ebenfalls Anhänge mitbringen, diese beschränken sich aber auf eine überschaubare Liste gängiger Office-Dokumentenformate, für die der Blackberry-Client folgerichtig eigene Betrachter mitbringt. Zumindest als Firmenlösung mit eigenem Server sollte das System mit einiger Sicherheit keimfrei bleiben. Ab Domino- oder Exchange-Ausgangspunkt findet der Datenverkehr nur noch verschlüsselt statt und gewährleistet obendrein eine zweifelsfreie Identifikation des Absenders.

Auf mächtigen Empfangsgeräten wie PDAs oder Blackberry-Pagern erfüllen manche Mails auch ungelesen ihren Zweck, wenn sie zum Beispiel den Kalender ihres Empfängers aktualisieren. Im Fall des so genannten Calendaring kommen Mail-Attachments zum Einsatz, aber einige Systeme bieten auch die komplette Funk-Synchronisation mit dem Desktop des Bürorechners – diese Funktionen von Blackberry, Space2go und Smartner werden zwar zusammen mit der normalen Mail-Anbindung vermarktet, gehen aber streng genommen über die Möglichkeiten dieses Mediums hinaus. Dies gilt erst recht für die OneBridge Mobile Groupware von Extended Systems, die der Hersteller nur am Rande auch zum Verbreiten von E-Mail anbietet.

So vielseitig die PDA-Handy-Zwitter auch werkeln, die Kehrseite der Medaille präsentiert nicht nur ein stattliches Preisschild, sondern je nach wählbarem Gerät auch noch den einen oder anderen Kompromiss. Beispielsweise brauchen Benutzer der neueren Blackberry-7100-Modelle viel Übungsdisziplin, um sich an deren integrierte Suretype-Tastatur zu gewöhnen. Die klassischen Modelle dieser Pager tun sich mit ihrer umfangreicheren Tastatur leichter, aber sie ermöglichen das Telefonieren ausschließlich per Headset. Besitzer eines Treo, MDA oder Symbian-Smartphones haben es da besser, doch sie müssen sich wie beim traditionellen Blackberry damit abfinden, dass ihre "Handys" je nach Display-Abmessungen um einiges sperriger als der Durchschnitt ausfallen und die Hemdtasche spürbar ausbeulen.

E-Plus koppelt Dienste an Tarifvarianten

Praktisch jeder Handy-Provider hat ein Angebot für E-Mail-Interessenten im Katalog, bei einigen Gesellschaften wie zum Beispiel E-Plus gibt es gleich ein ganzes Sortiment unterschiedlicher Lösungen, die untrennbar mit den Telefonie-Diensten desselben Providers und dessen Endgeräte-Portfolio gekoppelt sind – viele dieser Optionen erschließen sich daher nur, wenn man beim Provider der Wahl einen neuen Vertrag abschließt. Auch können Wählverbindungen wie CSD oder HSCSD eine kostensparende Alternative zum paketweisen Datenabruf per GPRS sein.


E-Mail-Dienste für unterwegs
Tabelle 4: Angebote von E-Plus – ohne Blackberry
Service E-Mail mobil (*2) i-mail E-Mail
Anbieter E-Plus E-Plus E-Plus
Software-Entwickler Smartner
unterstützte Client-Plattformen PDA/Smartphones mit PocketPC 2002 oder Palm OS, Symbian i-mode-Handys Handys mit Mailclient oder J2ME (*3)
erforderlicher Server beim Nutzer Smartner Enterprise Gateway
E-Mail-Protokolle/verschlüsselte Anmeldung/Übertragung k. A./v/v POP (*4)/–/– POP (*4)/–/–
Push-E-Mail (*1) v v
aufs Handy übertragbare Attachments v v beliebig
Desktop-Synchronisation v
Kosten k. A. 20 EUR/Monat bei max. 5 MByte/Monat 10 EUR/Monat bei max. 10 MByte/Monat
*1 auch Benachrichtigung nach E-Mail-Eingang     *2 mit Office-Option     *3 als Basis für herunterladbaren Mail-Client     *4 siehe Text     v vorhanden     – nicht vorhanden     k. A. keine Angabe

Wer schon vertraglich gebunden ist und kein Geld für die Erneuerung seines zumindest Java-tauglichen Handys ausgeben mag, kann sich aber auch mit herunterladbarer Zusatzsoftware oder Server-basierenden Dienstleistungen behelfen. So lässt sich auf vielen Handys ein Client-Programm für WAP-Mail nachrüsten, und damit lassen sich über WAP-Gateways auch die Nachrichten von Freemailern abfragen.

Einige Mobilfunk-Provider richten ihren Kunden eigene E-Mail-Adressen auf ihrem WAP-Gateway ein, das sich mit verbilligten Gebühren abfragen lässt. Zum Beispiel können o2-Kunden für drei Euro pro Monat inklusive aller Benachrichtigungs-SMS eine WAP-Mail-Flatrate nutzen. Wie zahlreiche andere Mail-Gateways kann auch dieser WAP-Server Nachrichten von anderen Mailservern einsammeln. Ansonsten sind meist etwas höhere Tarife fällig; wer reine Textbotschaften am Handy erwartet, wird aller Voraussicht nach mit einem Datenvolumen von 10 MByte je Monat auskommen und sollte sich nach Providern mit dafür günstigen Paketangeboten umschauen.

Für POP- oder IMAP-Mail fällt meist derselbe Tarif an wie für anderen Internet-Datenverkehr. Praktisch alle Handys verstehen POP, einige beherrschen sogar die verschlüsselte Anmeldung beim Server. Manche Clients kommen auch mit IMAP-Servern klar, etwa die von E-Plus vermarkteten i-mode-Handys, die über den i-mail-Dienst auch die IMAP-basierende AOL-Mail händeln können. Anders als der Name andeutet, lässt sich der i-mail-Server nicht über das für andere Dienste genutzte i-mode-Protokoll ansprechen, sondern über POP. Jedoch legt E-Plus für die von einem i-mode-Handy aus abgerufene i-mail ein anderes Abrechnungsmodell zu Grunde als für "normale" E-Mail zur Versorgung anderer Endgeräte.

Freilich kommt man bei Mail-Sammeldiensten nicht umhin, dem Gateway-Betreiber die erforderlichen Passwörter mitzuteilen – sicher keine Lösung für Paranoiker. Bei der Wahl des Postverteilers zählt also auch dessen Vertrauenswürdigkeit. Ansonsten kann man sich den passenden nach Platzangebot, Qualität des Spamfilters und Preisliste aussuchen. Im Übrigen lohnt sich die Überprüfung, ob das Mail-Gateway der Wahl die Post nach dem Einsammeln von anderen Mailservern dort zurücklässt oder automatisch löscht – schlecht, wenn man einen dieser Server als zentrales Archiv nutzen will. Wer eine bessere Kontrolle über seine Nachrichtenwege braucht und vielleicht ohnehin einen Server hosten lässt, kann sich auch ein eigenes Gateway einrichten.

Fazit

Welcher E-Mail-Dienst im Einzelfall der richtige ist, hängt einerseits von den Anforderungen an die Postzustellung, andererseits aber auch von den Konditionen der in Frage kommenden Dienstanbieter ab. Schließlich gilt es beim Provider der Wahl auch die Telefontarife zu berücksichtigen, und außerdem spielt es eine Rolle, ob für die gewünschte E-Mail-Anbindung zusätzlich ein neues Handy fällig wird.

Handy-Besitzer, die sich vorrangig für billige Drahtlos-Mail interessieren, sollten sich zuerst eine Übersicht über die Datentarife der Provider verschaffen. Die kommende Cebit wird die Zahl der Tarifoptionen und verfügbaren Endgeräte weiter erhöhen. Letztendlich bleibt die Entscheidung beim Nutzer, ob die Vorteile eines woanders vielleicht attraktiveren E-Mail-Zugriffs den Aufwand eines Provider-Wechsels rechtfertigen. Erst wenn man feststellt, dass sich das vorzeitige Ausscheiden aus laufenden Handy-Verträgen nicht rechnet, stellt sich die Frage nach der Tauglichkeit der vorhandenen Handys. (hps)


E-Mail-Dienste für unterwegs
Tabelle 5: Blackberry-Angebote von E-Plus, o2 und Vodafone
Service BlackBerry BlackBerry BlackBerry L
Anbieter E-Plus o2 Vodafone
Software-Entwickler RIM RIM RIM
unterstützte Client-Plattformen Blackberry-Geräte, Treo 600, M/XDA/Qtek 2020, SK65 Blackberry-Geräte, Treo 600, M/XDA/Qtek 2020, SK65 Blackberry-Geräte, Treo 600, M/XDA/Qtek 2020, SK65
erforderlicher Server beim Nutzer Blackberry Enterprise Server Blackberry Enterprise Server
E-Mail-Protokolle/verschlüsselte Anmeldung/Übertragung Blackberry Push-Mail/v/v Blackberry Push-Mail/v/v Blackberry Push-Mail/v/v
Push-E-Mail (*1) v v v
aufs Handy übertragbare Attachments Word, Excel, Powerpoint, WordPerfect, PDF, HTML, TXT Word, Excel, Powerpoint, WordPerfect, PDF, HTML, TXT Word, Excel, Powerpoint, WordPerfect, PDF, HTML, TXT
Desktop-Synchronisation v v
Kosten ab 1000 EUR für den Server, außerdem 7,50 EUR je Monat und Benutzer bei max. 1 MByte/Monat ab 1000 EUR für den Server, außerdem 25 EUR je Monat und Benutzer bei max. 10 MByte/Monat 29 EUR/Monat bei max. 10 MByte/Monat
*1 auch Benachrichtigung nach E-Mail-Eingang     v vorhanden   – nicht vorhanden