Oberklasse neu gemischt
Dem kleinen Bruder des Communicators 9500 fehlt es zwar an Kamera und WLAN, für Business-Bedürfnisse ist das Smartphone jedoch bestens gerüstet.
Lange haben die Fans der Communicator-Serie auf neue Handy-Organizer-Kombis gewartet. Rund zwei Monate nach dem 9500er Modell hat Nokia einen kleineren Bruder auf den Markt gebracht. Das 9500er Modell hat heise mobil bereits im Januar vorgestellt, in diesem Artikel steht der 9300 Communicator im Vordergrund.
Zusammengeklappt lässt sich der Communicator wie ein normales Mobiltelefon mit angenehm großen Wähltasten bedienen, beim Telefonieren überzeugt er mit guter Sprachqualität. Die Qwertz-Tastatur im Inneren eignet sich gut zum Tippen mit zwei Fingern, nur die links von der Leertaste liegenden Tasten für Punkt und Komma sind gewöhnungsbedürftig. Mittels eines Mini-Joysticks manövriert man bequem durch die Menüs. Das kontrastreiche Farbdisplay bleibt auch im Hellen lesbar.
Als Betriebssystem kommt Symbian OS in der Version 7 zusammen mit Nokias Communicator-Bedienoberfläche Series 80 zum Einsatz. Für größere Datenmengen gibt es im 80 MByte fassenden Internspeicher des Smartphones ausreichend Platz, der sich mit Hilfe von im Betrieb wechselbaren MMCards erweitern lässt. Nokia liefert eine 128-MByte-Karte mit.
Als Organizer gefällt das Gerät mit sinnvollen Anwendungen und einer übersichtlichen Menüstruktur. Für die wichtigsten Dienste gibt es acht Funktionstasten. Insgesamt reagiert die Bedienoberfläche aber zu träge. So braucht der Start einer Applikation etwa drei Sekunden. Offenbar reicht die Rechenleistung des Smartphones für flüssiges Arbeiten nicht aus.
Zu den Organizerfunktionen gehört die flexible Kontaktdatenbank, bei der sich zu jedem Eintrag zusätzliche Felder, etwa für mehrere Handy-Nummern oder Postadressen anlegen lassen. Der Terminkalender verwaltet auch die Aufgabenliste und besitzt sogar einen Jahresüberblick. Unter Mitteilungen versendet und empfängt man E-Mails, SMS- und Multimedianachrichten, Letztere jedoch nur bis zu einem Umfang von 100 KByte – während die Netzbetreiber inzwischen maximal 300 KByte erlauben.
Die Programme für Texte und Tabellen können Word- und Excel-Dateien importieren, aber nur eingeschränkt anzeigen. So fehlen etwa bei Excel-Tabellen dem Symbian-Programm unbekannte Formeln. Diagramme zeigt es dagegen an. Speichert man bearbeitete Dateien, bleiben beispielsweise Formeln unwiderruflich verschwunden. Weiterhin gibt es eine Präsentationsanwendung, die Powerpoint-Dateien abspielt und bearbeitet, und einen gut funktionierenden Acrobat-Reader. MP3-Dateien spielt der Musik-Player klaglos ab, unsere AAC-Testdateien erkannte er zwar als Audioformat, wollte sie jedoch nicht wiedergeben. Nokia legt nur ein Mono-Headset bei, ein passendes Stereo-Headset kostet 25 Euro.
Für die mobile Datenkommunikation ist das Smartphone gut gerüstet, die GPRS- und HSCSD-Durchsätze liegen im Rahmen des Üblichen. Der Browser hatte mit den meisten Webseiten keine Probleme. Er kennt WAP 2.0, JavaScript und CSS und passt große Webseiten auf Wunsch an das Display an.
Trotz einiger Multimedia-Goodies ist Nokias Communicator-Modell vor allem für Geschäftskunden gedacht. Gerade diese Klientel könnte am 9300er Modell Gefallen finden, eben weil es ohne Kamera daherkommt und so kein Werksverbot bekommen kann. Für den Abgleich im heimischen Netz fehlt jedoch eventuell die drahtlose Verbindung über das beim 9500 bereits eingebaute WLAN. Der kompaktere 9300 geht durchaus als Handy durch; als handliches Business-Gerät dürfte er viele Freunde finden. Dagegen steht jedoch der hohe Preis ohne Kartenvertrag. (rop)
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