Das dreifache Lottchen
Die drei Funk-PDAs der iPAQ-2000-Serie trumpfen mit einem runden Software-Paket und intuitiver Bedienung auf, allerdings zu einem hohen Preis.
- Daniel LĂĽders
Die drei Funk-PDAs der iPAQ-2000-Serie trumpfen mit einem runden Software-Paket und intuitiver Bedienung auf, allerdings zu einem hohen Preis.
Die iPAQs hx2110, hx2410 und hx2750 gleichen sich auf den ersten Blick wie ein Ei dem anderen, unterscheiden sich jedoch in Hardware-Details. So steckt im günstigsten Modell hx2110 ein XScale-Prozessor mit 312 MHz, während der hx2450 einen mit 520 MHz und der hx2750 sogar einen mit 624 MHz enthält. Allerdings bemerkt man die schnelleren Prozessoren vom hx2410 und hx2750 im täglichen Gebrauch nicht. Schon der langsamste Prozessor des hx2110 reicht für flüssiges Arbeiten aus. Jedes Modell besitzt Bluetooth-Funk, die beiden höher getakteten haben zusätzlich WLAN IEEE 802.11b.
Alle drei PDAs enthalten bereits Sicherheits-Software, mit der man Dateiordner verschlüsselt oder das ganze Gerät vor fremdem Zugriff mittels einer PIN sperrt. Das Top-Modell hx2750 wartet zudem mit einem Fingerabdruck-Scanner auf, der den PDA vor unbefugtem Zugriff zu schützen vermag. Im Test klappte dies ohne Probleme und Wartezeit. Falls die Erkennung (beispielsweise wegen einer Verletzung) einmal versagen sollte, kann man vorher alternativ auch eine PIN zur Freigabe einstellen.
Die Transflektiv-Displays der neuen iPAQs mit 240 x 320 Punkten und 16 Bit Farbtiefe spiegeln stark, erlauben aber einen angenehm großen Blickwinkelbereich, ohne dass die Farben beim Neigen merklich verblassen. In hellem Sonnenlicht lässt sich der Bildschirm nur schwer ablesen. Videos oder GPS-Kartenmaterial schaut man sich deshalb lieber in geschlossenen Räumen an. MP3-Sound erklingt sehr ausgewogen und rauscharm aus dem Kopfhörer. Je nach Geschmack regelt man mit dem Equalizer Bässe und Höhen gegebenenfalls nach.
Dank eines HP-eigenen Wireless-Managers braucht man sich nicht durch den verworrenen Optionendschungel von Microsofts Betriebssystem Windows Mobile 2003 SE zu kämpfen, um Bluetooth und WLAN zu konfigurieren. Alle Schaltflächen erklären sich von selbst, und zur Einführung präsentiert der PDA sogar einen kleinen Hilfetext, sodass die Drahtlos-Einrichtung zum Kinderspiel wird. Sofort nach dem Aktivieren der WLAN-Funktion vom iPAQ hx2410 oder hx2750 suchen die PDAs selbstständig nach Funknetzen in ihrer Umgebung und verbinden sich auf Wunsch automatisch mit diesen.
Die Bluetooth-Software besitzt eine umfangreiche Auswahl von Diensten und versteht sich unter anderem mit Headsets, Handys oder sogar Druckern.
Der Akku hält mit einer Ladung bei allen PDAs keinen Messetag durch. Die Modelle hx2450 und hx2750 stehen ohne Strom vom Netzteil gerade mal 6,3 Stunden ohne und nur 4,7 Stunden mit hintergundbeleuchtetem Bildschirm zu Diensten. Wegen des im Vergleich zu seinen Brüdern schwächeren Akkus hält der hx2110 sogar nur wenig über fünf Stunden ohne und mickrige 3,3 Stunden mit Beleuchtung durch. Zum Glück hat HP bereits ein pfiffiges Backup-Programm vorinstalliert, das alle Daten bei niedrigem Akkustand auf einer Speicherkarte sichert. Außerdem laden alle PDAs ihren Akku auch per USB auf, sodass das Netzteil zu Hause bleiben kann – wenn ein Notebook dabei ist.
Selbst das mit 350 Euro günstigste Modell iPAQ hx2110 reicht schon für MP3, Video und die meisten anderen täglichen Aufgaben dicke aus. Wer auf eine Docking-Station verzichten kann, den wird höchstens die kurze Akkulaufzeit stören. Die Prozessorleistung macht sich bei den besser ausgestatteten Modellen beim gewöhnlichen Arbeiten kaum bemerkbar, und die Softwareausstattung bleibt gleich. Für 100 Euro mehr erhält der Nutzer beim hx2410 gerade mal WLAN, ein wenig mehr Akkulaufzeit und eine Docking-Station. Für das gleiche Geld bekommt man anderswo schon einen Pocket PC mit ähnlicher Ausstattung und VGA-Bildschirm. Da trösten auch die pfiffigen Software-Beigaben wenig. Gänzlich überteuert erscheint das Topmodell hx2750. Für 600 Euro wäre bei anderen Herstellern außer einem VGA-Bildschirm schon eine Kamera dabei. Wer auf die Biometrie-Funktion Wert legt, hat allerdings keine Wahl. (dal)
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