DSL schneller: Australischer Doktorand bekämpft Leitungsinterferenzen
Durch "Übersprechen" zwischen Kupferleitungen wird die mögliche Übertragungsrate oft immens gebremst. Dynamische Leistungsanpassung innerhalb der Frequenzbänder soll Abhilfe schaffen.
200 Mbit pro Sekunde sind zur Zeit mit DSL-Technik möglich – doch oft gilt das nur in der Theorie. Durch schlecht geschirmte Kupferkabel sinkt die Übertragungsrate oft drastisch. Der australische Doktorand John Papandriopoulos hat sich dieses Problems jetzt im Rahmen seiner Doktorarbeit angenommen, diese Woche wurde er dafür mit einem Preis der Universität Melbourne ausgezeichnet.
Eines der Hauptprobleme für gebremste Übertragungsraten ist das Übersprechen zwischen Kabeln von der Telefondose bis zur Vermittlungsstelle – je länger die Kabel, desto größer die Verluste. Allerdings kann es bereits bei kurzen Leitungen zu solchen störenden Interferenzen kommen. Papandriopoulos hat nun ein Verfahren entwickelt, mit dem die Leistung innerhalb der einzelnen Frequenzbänder dynamisch angepasst werden kann. Wenn ein Anschluss also beispielsweise in einem Frequenzband besonders stark in andere Leitungen überspricht, kann dieses Band entsprechend "abgeschaltet" werden. In Fachkreisen ist das Verfahren als "Dynamic Spectrum Management" (DSM) bekannt, siehe auch c't-Artikel "Brüderlich surfen".
Laut Papandriopoulos lassen sich so die möglichen Übertragungsraten immens steigern, bis zu 250 Mbit/s (Down- und Upstream kombiniert) seien möglich. Der Wissenschaftler hat im Rahmen der Technologie bereits zwei Patente angemeldet, nun werden Lizenznehmer gesucht. Um das Verfahren vollends auszunutzen, ist es notwendig, das DSL-Modem entsprechend anzupassen; Verbesserungen seien aber auch schon ohne Veränderungen auf Seiten der DSL-Nutzer möglich, so Papandriopoulos. (jkj)