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E-Mails wie SMS aufs Handy gesendet bekommen - das erledigen Push-E-Mail-Systeme, die Nachrichten via Mobilfunk automatisch aufs Smartphone schieben. Die GoodLink-Lösung der US-Firma Good arbeitet weitgehend geräte- und providerunabhängig.
E-Mails wie SMS aufs Handy gesendet bekommen – das erledigen Push-E-Mail-Systeme, die Nachrichten via Mobilfunk automatisch aufs Smartphone schieben. Die GoodLink-Lösung der US-Firma Good arbeitet weitgehend geräte- und providerunabhängig.
Die Client-Software des GoodLink-Systems läuft auf Palm-OS-Smartphones, etwa der Treo-Serie, und auf Pocket-PC-Handys mit Windows Mobile. Als erster Anbieter liefert Good eine Plattform aus, die vollständig per Funk administriert werden kann. Das heißt, es ist nicht länger nötig, das Mobilfunkgerät in eine Docking-Station zu stecken, um Software-Updates oder PIM-Daten abzugleichen. Sogar beim Verlust eines Gerätes kann der Administrator aus der Ferne entweder eine Sperrung oder Löschung des Speichers veranlassen, sodass kein Unbefugter Zugriff auf sensible Daten bekommt.
Damit der Anwender seine E-Mail drahtlos empfängt, muss der Administrator zunächst eine Middleware installieren, die auf den Firmen-E-Mail-Server aufsetzt und eingehende Nachrichten sofort per Mobilfunk zum Handheld weiterleitet. Anders als bei Standardprotokollen wie POP3 oder IMAP muss das Mobilgerät dazu den Server nicht regelmäßig nach neuen Nachrichten abfragen und vermindert so das anfallende Datenvolumen.
GoodLink bietet den Push-E-Mail-Service unter anderem fĂĽr die Treo-Smartphones von PalmOne an.
Die Software GoodLink spielt mit allen GSM- und CDMA-Netzen weltweit zusammen, weil es keine Infrastruktur auf Providerseite voraussetzt. Es benötigt lediglich eine IP-Verbindung – typischerweise per GPRS oder UMTS – zum Good Security Operation Center, das als Clearingstelle fungiert: Es stellt die Identität des Clients sicher und vermittelt die Verbindung zum passenden GoodLink-Server in den Firmen-Netzwerken. Die Kommunikation zwischen GoodLink-Server und Client wird dabei komplett an den Endpunkten mit dem hinreichend sicheren AES-Protokoll ver- und entschlüsselt.
Einen Nachteil hat die Lösung allerdings: Als Mailserver unterstützt GoodLink ausschließlich Microsoft Exchange (5.5, 2000 und 2003). Firmen, die beispielsweise auf Lösungen von Lotus bauen, gucken bislang in die Röhre.
Abgeglichen
Der Benutzer lädt den Client initial von der Good-Webseite und aktiviert nach der Installation seinen Account mit der Eingabe eines Passwortes. Die gesamte Synchronisation des Outlook-Postkorbes mit E-Mails, Terminen, Adressen, Aufgaben und Memos, egal ob auf dem Server oder PDA eingegeben, erfolgt ab dann über die drahtlose Verbindung. Der GoodLink-Client speichert abgeglichene Informationen in einer eigenen Datenbank auf dem PDA, die von den bereits installierten PIM-Programmen, etwa dem Palm-OS-Adress- und Termin-Manager, nicht genutzt werden kann.
Die Push-E-Mail-Lösung GoodLink braucht nur eine IP-Verbindung per Mobilfunk und arbeitet deshalb mit fast allen Providern und Mobilgeräten unter Windows Mobile oder Palm OS zusammen.
Die GoodLink-Software auf dem Mobilgerät nimmt ihre Arbeit erst nach Eingabe eines Passwortes auf. Deshalb sind diese Daten bei Verlust des Gerätes geschützt und können von der zentralen Administration per Funk auf dem Handheld gelöscht werden. Im Unterschied zur Blackberry-Plattform, die Office-Dokumente auf dem Server in ein eigenes, schlankeres Format umwandelt, transportiert GoodLink die Office-Dokumente unverändert zum Client. Beim Treo setzt Good zum Betrachten auf das Office-Paket DocsToGo; Windows-Mobile-User müssen mit der Pocket-Office-Suite vorlieb nehmen, die allerdings keine Layout-Spezialitäten von MS-Office kennt. Der Anwender kann Anhänge zwar auf dem Mobilgerät speichern, betrachten oder bearbeiten, sofern ein entsprechendes Programm vorhanden ist, nicht jedoch mit Mails versenden.
Im Unterschied zum Lizenzierungsmodell der Firma RIM, die für jeden einzelnen Middleware-Server plus zugeschaltete Benutzer-Lizenz einmalig kassiert, zahlt man an Good pro Client und Monat einen Obolus. Je länger die Vertragslaufzeit, umso niedriger die Monats-Abgabe. Kunden können Verträge von einem bis drei Jahren Laufzeit abschließen. Client- und Serversoftware, der Telefon-Support sowie alle Softwareaktualisierungen sind bei diesem Subskriptionsmodell eingeschlossen. Dazu kommen dann noch die Kosten für Mobilfunkvertrag und Datenvolumen sowie die Anschaffungskosten der Mobilgeräte.
Fazit
Das Pushmail-System Goodlink ist vor allem für Firmen interessant, deren Mitarbeiter viele unterschiedliche Geräte verwenden und die weitgehend unabhängig vom Mobilprovider interagieren möchten. Durch den ständigen Abgleich per Mobilfunk bleiben die Geräte aktuell. Allerdings muss die Firma auf der Microsoft-Schiene fahren, denn GoodLink versteht sich derzeit ausschließlich mit Microsoft Exchange. Ein weiterer Nachteil: Der Client verwaltet außer Mails zwar auch Adressen, Termine, Aufgaben und Notizen, gleicht diese aber nicht mit den vorinstallierten Anwendungen des Mobilgeräts ab. In diesem Sinne bildet Goodlink eine abgeschlossene Welt auf dem Smartphone, die nicht mit anderen Programmen interagiert. (dal)
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