All-Inclusive mit Ausnahmen
Einen PDA mit 4-Band-Handy, Bluetooth, Mail, Internet und Chat sowie Navigationssystem mit eingebautem GPS-Empfänger stellt HP mit dem iPAQ hw6515 vor. Wirklich komplett ist das Bundle jedoch nicht.
- Daniel LĂĽders
- Peter Röbke-Doerr
HP stellt mit dem iPAQ hw6515 ein mobiles Universalgerät vor: PDA, 4-Band-Handy mit Bluetooth, Mail, Internet und Chat sowie Navigationssystem mit eingebautem GPS-Empfänger. Dazu kommen viele Kommunikations-Programme, vorinstallierte Navisoftware und ein halbwegs vernünftiges Display. Die Ausstattung ist allerdings nicht so komplett, wie sie auf den ersten Blick erscheint.
Der iPAQ hw6515 ähnelt von außen den Blackberry-E-Mail-Kommunikatoren. Wegen seiner Mini-Tastatur eignet er sich vorzüglich für E-Mail und Chat. Hierfür bringt das Windows-Mobile-System Pocket Outlook und den MSN Messenger mit. Das Tasten-Layout ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig und Umlaute erreicht man nur über Tastenkombinationen. Nach der Eingewöhnung macht aber besonders das Chatten Spaß. Trotz der geringen Auflösung von 240 x 240 Punkten vermisst man bei den meisten Aufgaben den bei Pocket PCs gewöhnlich größeren Bildschirm selten. Die Bedienoberfläche der Handy-Funktion entspricht dem Windows-Standard. An der Sprachqualität gibt es nichts zu bemängeln.
Als MP3-Player überzeugt der iPAQ nur bedingt. Die Kopfhörer-Buchse nimmt nur 2,5-mm-Stecker auf; für die handelsüblichen 3,5-mm-Stecker braucht man einen Adapter. Die Musik klingt bei hoher Lautstärke verzerrt, ansonsten aber angenehm neutral und ausgewogen. Wer mehr Bass oder Höhen braucht, regelt diese einfach mit dem Equalizer hinzu. Der kräftige, interne (Mono-)Lautsprecher reicht für die Navigations-Ansagen; Musik hört sich allerdings nicht schön an.
Die Akkulaufzeit reicht weder für eine Tagesreise noch für einen Messe-Arbeitstag: Gerade mal vier Stunden hält der iPAQ bei hellster Beleuchtung und abgeschalteter Funktechnik durch. Im Auto reduziert sich die Laufzeit mit eingeschaltetem Handy und GPS-Navigation auf drei Stunden, und HP legt nicht einmal ein Adapterkabel für den Zigarettenanzünder bei.
Die Fixfokus-Kamera hat zwar Megapixel-Auflösung, aber nicht die Qualität einer Digicam. Die unscharfen, verrauschten Bilder taugen bestenfalls zum MMS-Versand. Wer aus Sicherheitsgründen kein Kamera-Handy mit zur Arbeit nehmen darf, dem bietet HP das gleiche Modell auch ohne integrierte Knipse - allerdings zum gleichen Preis.
Der iPAQ Messenger hat je einen Slot für SD/MMC- und MiniSD-Karten. So kann man eine zweite Speicherkarte für Backups, Musik und andere Daten nutzen, während die SD Card mit den Navi-Daten den einen Slot belegt.
Navigation
Die Navi-Software befindet sich vorinstalliert auf einer Speicherkarte; im Prinzip hat sich Hewlett-Packard mit TomTom 5 dabei nicht den schlechtesten Partner ins Boot geholt.
Wenn man den hw6515 im Auto in eine der ĂĽblichen Universalhalterungen steckt, muss man auf ausreichend Luft zwischen RĂĽckwand und Halterung achten - ansonsten ist die Schallabstrahlung zu leise.
Doch wenn der Käufer eines vermeintlichen "Navi-Bundles" auf dem Karton nicht genau das Kleingedruckte studiert hat, ist er nach dem ersten Einschalten und dem Starten einer Navigationsaufgabe recht enttäuscht: Es fehlt die Straßenkarte. Eine kostenlos über Internet und ActiveSync downloadbare Regionalkarte ist nicht viel mehr als ein Stadtplan, und auch der digitale Gutschein zum verbilligten Kauf der Deutschlandkarte tröstet nicht über die 129 Euro hinweg, die zum bundesweiten Betrieb des Geräts zusätzlich noch zu berappen sind.
Das Navigationsprogramm selbst folgt dem bewährten TomTom-Konzept mit intuitiver Bedienung; ein Blick ins Handbuch ist auch für Anfänger nicht erforderlich. Die Routenberechnung erfolgt sekundenschnell. Sprachansagen klingen durch den großen Lautsprecher in der Rückwand extrem laut und klar - man darf das Gerät nur nicht auf den Sitz legen oder in eine Halterung ganz hineindrücken.
Die Ansagen kommen nicht mehr ganz so früh, wie wir das von den Vorgängerversionen des Tom-Tom-Navigators her gewohnt waren, daher standen wir an einigen Abbiegepunkten unserer Testroute bereits auf der Abbiege-Kreuzung, als die entsprechende Ansage kam. Für einen ortsfremden Fahrer wäre das zu spät gewesen. Dieser Fehler trat allerdings nicht an allen Abbiegepunkten auf. Ansonsten war die Sprachführung klar verständlich und detailliert. Eine Ansage längerer Strecken mit "xy Kilometer geradeaus" fehlt aber noch immer. (roe/dal)
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