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Blackberry ist fast schon zum Synonym fĂĽr E-Mail mit dem Handy geworden. Doch die Konkurrenz hat aufgeholt.

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Blackberry ist fast schon zum Synonym für E-Mail mit dem Handy geworden. Doch der Erfolg des kanadischen Herstellers RIM hat mittlerweile etliche Anbieter ähnlicher Systeme auf den Plan gerufen. Außerdem sind auch gewöhnliche POP3- und IMAP4-Server von Mobilnetzen aus direkt erreichbar. Dabei entscheidet die Software auf dem Mobiltelefon darüber, ob eine Lösung brauchbar ist.

Blackberry und die meisten anderen Speziallösungen für mobile E-Mail setzen auf Microsoft Exchange, Lotus Domino oder Novell GroupWise auf. Private Nutzer wickeln ihre E-Mail aber meist über einen POP3- beziehungsweise IMAP4-Server beim Provider oder einem Mail-Dienst ab. Und auch in Firmen sind solche Server häufig anzutreffen. Bei der mobilen Nutzung dieser Protokolle muss man einige Besonderheiten beachten: Die Verbindung über GPRS ist langsam, die Kosten für übertragene Daten sind hoch und die meisten Geräte haben wenig Speicher.

Ein guter mobiler Client sollte daher im ersten Schritt nicht die gesamten Mails, sondern nur deren Anfang laden, sodass man anhand von Absender, Betreff und den ersten Zeilen entscheiden kann, ob man die ganze Nachricht lesen will. Dies lässt sich sowohl über POP3 als auch über IMAP4 realisieren. Wichtig ist dabei, dass der Client die Nachricht nach dem Herunterladen nicht löscht, sondern auf dem Server belässt, damit sie später auch auf dem PC gelesen werden kann.

IMAP bietet noch weitere Möglichkeiten, die für den mobilen Zugriff auf E-Mail ideal sind. So können die Nachrichten auf dem Server verwaltet werden, indem man dort Ordner anlegt, deren Inhalte kopiert oder verschiebt und Nachrichten nach Belieben löscht. Mails mit Attachments bietet der IMAP4-Server dem Client in Portionen an: Der kann nur den enthaltenen Text und die PDF-Datei laden, das große Bild aber auf dem Server belassen.

Mit IMAP4 scheint die ideale Lösung also schon gefunden. Für Firmen könnte man sie noch um gesichertes Login und eine Verbindung per SSL ergänzen. In der Praxis sieht es aber leider anders aus: Manche IMAP4-Server und die meisten mobilen E-Mail-Clients unterstützen viele der genannten Features nicht.

Handy-Clients

Alle neuen Handys mit Symbian OS oder Windows Mobile und fast alle Geräte mit einer Java Virtual Machine (J2ME) enthalten bereits einen E-Mail-Client. Der eingebaute Handy-Mailer erledigt in der Regel auch den SMS- und MMS-Versand. Darüber hinaus stehen je nach Plattform noch weitere Programme von Drittanbietern zur Wahl. E-Mail-Programme für J2ME-Handys zu programmieren, scheint sich jedoch nicht zu rentieren. So hat die Firma ReqWireless ihren EmailViewer vom Markt genommen [1]. In Software-Verzeichnissen fanden wir nur halbgare Anwendungen, die entweder häufig abstürzten oder einfach nicht funktionierten.

Man ist also auf den Client angewiesen, den der Hersteller einbaut. Ein Blick auf das beliebte Nokia 6230i zeigt exemplarisch, was die E-Mailer der Java-Handys vermögen. Das Programm bietet die Wahl zwischen POP3 und IMAP4. Doch das Nokia-Handy nutzt auch IMAP4 nur wie POP3: Es holt die neuen Nachrichten, die es im Posteingangsordner findet, komplett; die Anzahl ist pro Download auf 50 beschränkt. Eine Vorauswahl anhand der Header-Daten oder gar die Verwaltung von Ordnern auf dem Server fehlen. Man kann lediglich einstellen, ob die Nachrichten nach dem Abruf auf dem Server gelöscht werden sollen. Später ist kein Löschen mehr möglich. Immerhin werden Nachrichten, die auf dem Server verbleiben, kein zweites Mal mehr geladen.

Das 6230i lässt sich zwar mit einer Speicherkarte aufrüsten, nutzt diese aber leider nicht zum Speichern von Mail. Mit rund 30 durch HTML aufgeblähten Spam-Mails ist die Mailbox im internen Speicher voll. Das Handy taugt daher nur als mobiler Mail-Client, sofern man dafür einen eigenen Mail-Account anlegt und mit Filtern dafür sorgt, dass dort nur wirklich wichtige Nachrichten landen.

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Nokias Online-Konfigurator macht es einfach, E-Mail-Accounts auf dem Handy einzurichten. Vergrößern

Bei der kleinen Zahl vorhaltbarer Nachrichten fällt es kaum ins Gewicht, dass der Benutzer zusätzlich zu den fünf vorgegebenen Mail-Ordnern keine weiteren anlegen kann. HTML beherrscht der Nokia-Mailer ebenso wenig wie Attachments. So ist es leider nicht möglich, mit dem Handy aufgenommene Fotos per E-Mail zu versenden. Das ist vermutlich ein Zugeständnis an die Mobilfunkprovider, um deren Geschäft mit den wesentlich teureren MMS zu erhalten. Der Nokia-Mailer kann zwar mehrere Accounts verwalten, der Wechsel von einem zum anderen ist aber sehr umständlich.

Die Trennung von Absender- und Rückantwortadresse ist beim Filtern über einen zusätzlichen Mail-Account nützlich: Obwohl der Angeschriebene die gewohnte Adresse sieht, landen seine Antworten ohne Umweg auf dem Handy. Beim Senden über SMTP kann man Benutzername und Passwort übergeben – wichtig für die Nutzung der meisten Freemail-Dienste. Das Handy unterstützt dabei auch die gesicherte Übertragung der Anmeldedaten; SSL-Verbindungen zum Mailserver sind nicht möglich.

Das Einrichten eines Mail-Accounts ist auf mehrere Untermenüs verteilt. Immerhin hat Nokia einen komfortableren Web-Dienst eingerichtet. Dabei muss der Nutzer allerdings die Zugangsdaten seines Accounts in einem Web-Formular eingeben. Andere Parameter wie Server-Adressen und die unterstützten Protokolle sind für viele deutsche E-Mail-Provider bereits vorgegeben, lassen sich aber auch ergänzen. Anschließend sendet der Dienst eine Konfigurations-SMS aufs Handy [2]. Noch komfortabler lassen sich E-Mail-Accounts mit dem Nokia E-Mail Configuration Tool über Bluetooth oder Datenkabel auf dem PC einrichten.

Symbian

Als Beispiel für Symbian-Handys dient ein Nokia 3230. Der eingebaute Mailer Mitteilungen beherrscht POP3 und IMAP4, auf Wunsch auch über verschlüsselte Verbindungen. Bei IMAP4-Accounts lädt er allerdings wie das 6230i nur stumpf die Nachrichten aus dem Posteingang herunter. Auch kann der Symbian-Mailer keine HTML-Nachrichten anzeigen. Immerhin stellen Attachments für ihn kein Problem dar, wobei natürlich Viewer für die jeweiligen Dateiformate installiert sein müssen. Der Benutzer kann im Handy eigene Ordner anlegen, um Nachrichten zu sortieren. Alles in allem geht die Bearbeitung von E-Mails viel flotter von der Hand als mit dem Java-Handy.

Wesentlich leistungsfähiger als der Symbian-eigene Mailer ist das Programm ProfiMail. Die Shareware für 24,99 US-Dollar beherrscht ebenfalls POP3 und IMAP4, wobei sie aber Nachrichten aus beliebigen IMAP4-Ordnern herunterladen kann. Dies tut sie erst auf Anforderung durch den Benutzer, was Bandbreite und Kosten spart. Auf Wunsch stellt ProfiMail eine verschlüsselte Verbindung zum Server her.

HTML-Mails stellt ProfiMail so gut dar, wie es das kleine Handy-Display zulässt. Attachments vermag das Programm mit einem eigenen Browser im Dateisystem abzulegen oder von dort für den Versand zu laden. Bilder zeigt es mit einem eigenen Viewer an. Regeln ermöglichen es, E-Mails automatisch zu bearbeiten, etwa um ihnen eine hohe Priorität zuzuweisen oder sie in bestimmte IMAP4-Ordner zu verfrachten. Selbst die Verwaltung mehrerer Signatur-Dateien etwa für private und geschäftliche Mails ist kein Problem.

Windows Mobile

Am MDA Pro von T-Mobile (siehe Beitrag Mobile Tippzeuge in heise mobil) haben wir Mail-Clients für Windows Mobile untersucht. Das zum Lieferumfang gehörende Pocket Outlook ist unter Messaging mit der SMS- und MMS-Software zusammengefasst. Wie beim großen Outlook navigiert der Benutzer über einen ausklappbaren Ordnerbaum zum gewünschten Postfach.

Der E-Mailer beherrscht neben POP3 auch IMAP4. Er zeigt zwar die Ordnerhierarchie auf dem Server an, Mails lädt er aber nur aus der Inbox herunter. Verschlüsselung unterstützt er nicht. Obwohl Windows Mobile einen Browser besitzt, werden HTML-Mails als Text dargestellt. Attachments kann das Programm empfangen und versenden. Bei der Einrichtung von E-Mail-Diensten hilft ein Assistent mit einer Reihe voreingestellter deutscher E-Mail-Provider.

Vielseitiger als der eingebaute Client ist die Shareware WebIS Mail fĂĽr 24,95 US-Dollar. Sie unterstĂĽtzt zum Beispiel mehrere Darstellungsmodi wie die von Desktop-Clients gewohnte Drei-Fenster-Ansicht. WebIS Mail beherrscht POP3 und IMAP4, auch ĂĽber eine verschlĂĽsselte Verbindung. Bei IMAP4-Konten kann man festlegen, welche Ordner synchronisiert werden und welche nicht. HTML-Nachrichten und Attachments stellen ebenfalls kein Problem dar. AuĂźer WebIS Mail steht fĂĽr Windows Mobile auch eine Version von ProfiMail bereit.

Palm OS

Zum Mindestumfang der Palm-Treo-Smartphones gehört ein einfacher Client namens E-Mail. Er unterstützt nur POP3-Postfächer, lädt aber immerhin von jeder Mail nur eine vorgegebene Menge von Daten. Danach kann man entscheiden, mehr zu holen und etwaige Attachments abzurufen. Der Client sendet und empfängt auch über SSL-verschlüsselte Verbindungen und zeigt HTML-Mails korrekt an. Ein Assistent hilft bei der Einrichtung neuer Accounts und kennt für Deutschland die Parameter von T-Online und web.de.

Alternativ zu E-Mail liegt einigen Palm-Modellen das Programm VersaMail bei. Sein Einrichtungsassistent kennt sieben deutsche E-Mail-Provider. VersaMail kann Nachrichten mit einer Reihe von Desktop-Anwendungen synchronisieren (Outlook, Lotus, Eudora und Outlook Express) und soll neben POP auch IMAP4 sprechen. Uns wollte es aber nicht gelingen, mit dem Programm eine Verbindung zum Web.de-IMAP-Server aufzubauen.

SSL-verschlüsselte Verbindungen sind für VersaMail kein Problem. Mit Attachments kommt es ebenfalls gut klar. HTML-Mails stellt das Programm nur rudimentär dar; immerhin kann man auf Links klicken, was die entsprechende Seite im Browser öffnet. Der Benutzer kann eigene Ordner zur strukturierten Mail-Ablage auf dem Handy anlegen.

Blackberry

Im Unterschied zu Handys sind Blackberry-Endgeräte perfekt auf mobile Mail-Nutzung eingerichtet. Die Server komprimieren die Daten und übertragen zunächst nur einige Header-Felder wie Absender und Betreff sowie den Anfang der Nachricht an den Client. Bei längeren Nachrichten entscheidet der Anwender, ob er auch den Rest lesen will. Anhänge werden getrennt zum Download angeboten, wobei der Server Office-Dokumente und PDF-Dateien in Formate umkodiert, die der Client darstellen kann.

Die Verknüpfung von Server und Endgerät über ein eigenes Protokoll und die exakte Abstimmung der Funktionen auf jeder Seite sind das Erfolgsrezept von Blackberry. Wer den Server installiert, muss die Nutzer mit passenden Endgeräten ausstatten und wer erst einmal viel Geld in diese Geräte investiert hat, wechselt nicht so schnell den Server. Diese Kundenbindung schützt RIM zwar vor der wachsenden Konkurrenz, schreckt aber auch potenzielle Kunden ab, die offene Lösungen bevorzugen. Daher öffnet RIM seine Plattform allmählich. So gibt es einen Client namens Blackberry Connect, der unter Windows Mobile beispielsweise auf dem T-Mobile MDA III läuft oder auf Smartphones mit Symbian OS wie dem Nokia 9300. Für den Palm Treo 650 ist ebenfalls ein Blackberry-fähiger Client geplant. Und schließlich gibt es mit dem Siemens SK65 ein Blackberry-fähiges Handy.

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Die Übertragung der Mails vom Blackberry-Server zum Client erfolgt verschlüsselt. Vergrößern

Die Firmenlösung heißt Blackberry Enterprise Server (BES) und arbeitet mit Microsoft Exchange, Lotus Domino und Novell GroupWise zusammen. Er kostet bei Vodafone mit zwanzig Teilnehmerlizenzen 4624 Euro, für zehn weitere Lizenzen zahlt man 791 Euro. Dazu kommen Gerätekosten zwischen 1 und 100 Euro pro Stück und eine monatliche Pauschale ab 20 Euro (bis 5 MByte Mailverkehr) pro Anwender. Privatleute und kleine Firmen können Blackberry über einen Dienstleister nutzen, der die Server betreibt. Bei den Mobilfunknetzbetreibern etwa kostet das knapp 20 Euro im Monat (siehe E-Mail mobil).

Blackberry tut sich durch die Push-Technik hervor: Ankommende E-Mails werden sofort vom Server auf den Client geschickt. Die klassische Methode, unterwegs sicher E-Mail abzurufen, wäre eine Verbindung per SSL oder VPN, über die der Client regelmäßig anfragt, ob neue Mails beim Server eingetroffen sind (Polling). Doch in Mobilnetzen sind solche Verbindungen unzuverlässig. Zudem führt Polling zu Zeitverzögerungen und unnötigem Datenverkehr.

RIMs Lösung ist eine Erweiterung der TCP/IP-Header, die über GPRS den Aufbau sicherer Sessions erlaubt. Zur Verschlüsselung der Daten nutzt RIM die als sicher anerkannten Verfahren Triple-DES (112 Bit) und AES (aktuell mit 256 Bit). Der Blackberry Enterprise Server kann auf einem eigenen PC installiert werden, sodass keine kritischen Änderungen am laufenden Mail-System nötig sind.

Der Server schickt die verschlüsselten Mails über das Internet an eines der drei Network Operating Center (NOC) von RIM in Kanada oder Großbritannien. Wenn der Empfänger sein Blackberry-Gerät im Mobilfunknetz anmeldet, sendet es seine Daten an das zuständige NOC. Dort werden sie in eine Routing-Tabelle eingetragen, anhand derer das NOC die Nachrichten dann ins richtige Mobilfunknetz leitet. Neben Kommunikations-ID und PIN wird bei der Anmeldung auch die Gerätenummer (IMEI) des Clients erfasst. Ein E-Mail-Zugang via Blackberry ist also immer an ein bestimmtes Gerät gebunden.

Aufholjagd

Der Erfolg von Blackberry ist auch Microsoft nicht entgangen. Die Redmonder basteln schon länger an einer Push-Lösung auf Basis von Exchange und Windows Mobile. Bislang fiel das Ergebnis aber eher kläglich aus: Die Lösung namens Always up to date (AUTD) wird ihrem Namen nicht gerecht. Denn die Empfangsgeräte bleiben im Unterschied zu Blackberry-Clients nicht ständig mit dem Server verbunden. Polling in kurzen Intervallen scheidet aus Kostengründen aus. Microsoft wählte daher einen Umweg über SMS. Diese veranlassen den mobilen Client, über den ActiveSync-Mechanismus von Exchange neue E-Mails abzurufen. Allerdings kann der Exchange-Server die Benachrichtigung des Clients nur als E-Mail absetzen. Der Netzbetreiber muss daher ein Gateway bieten, über das sie als SMS weitergeleitet wird. Kostet der SMS-Empfang dann auch noch Geld, wird die Sache schnell teuer. Außerdem kann sich die Zustellung einer SMS schon mal um Stunden verzögern, sodass der Empfänger alles andere als up to date ist.

Mit Service Pack 2 für Exchange 2003 hat Microsoft Mitte Oktober jetzt eine neue Lösung vorgestellt, die allerdings nur mit Clients unter Windows Mobile 5.0 funktioniert, auf denen das Messaging & Security Feature Pack installiert ist. Dabei soll das Endgerät über eine HTTP- oder HTTPS-Verbindung mit dem Server in Kontakt bleiben. Darüber erhält es Kenntnis von neu eingegangenen Mails, die es dann per ActiveSync abholt.

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Hewlett-Packard liefert die Pocket PCs der iPAQ-6500-Serie mit einem GoodLink-Installer aus, der die Einrichtung fast ebenso einfach gestaltet wie bei den Geräten des kanadischen Vorbilds. Vergrößern

Außerdem bietet die neue Microsoft-Lösung auch etliche Sicherheitsfeatures: Die Clients können sich über einen zertifizierten Schlüssel beim Server anmelden. Die E-Mail-Übertragung lässt sich über SSL sichern. Kommt ein Endgerät abhanden, kann der Server-Administrator die darauf gespeicherten Daten remote löschen, solange das Gerät online ist. Eine automatische Offline-Löschung etwa bei wiederholt falsch eingegebenem Passwort ist ebenfalls möglich. Verschlüsselung und digitale Signaturen über S/MIME werden unterstützt und Microsoft gibt an, dass die übertragene Datenmenge durch Komprimierung um 35 bis 50 Prozent verringert wird.

Push at Home

Ein Produkt, das sich sowohl an private Anwender als auch an Firmen richtet, hat die Firma TMND (www.tmnd-gmbh.de) angekĂĽndigt: TMpush versorgt xDA-Smartphones mit Mails von POP3- und IMAP4-Servern. Der TMpush-Server wird auf einem PC unter Windows, Linux oder Unix installiert. Der PC kann ĂĽber eine DSL-Leitung mit dem Internet verbunden sein, muss dann seine Adresse aber ĂĽber einen DynDNS-Dienst bekannt geben. Er sammelt die E-Mails von beliebigen POP3- oder IMAP4-Servern ein.

Der Client fragt periodisch an, ob neue Mails beim Server eingetroffen sind. Dadurch sollen täglich etwa 10 bis 60 KByte an Datenvolumen zusätzlich zu den E-Mails anfallen. Der Hersteller empfiehlt einen GPRS-Tarif mit mindestens 10 MByte Volumen inklusive. Neue Mails holt der Client ab und reicht sie an das erwähnte E-Mail-Programm Pocket Outlook weiter. Alle Verbindungen sind durch SSL gesichert. Die Preise für TMpush standen zum Redaktionsschluss noch nicht fest. Der Hersteller kündigte an, die Lizenzen zum Festpreis abzugeben, statt monatliche Gebühren zu verlangen.

Fazit

Praktisch alle modernen Mobiltelefone unterstützen den Datentransfer via GPRS, eine Grundvoraussetzung für mobile E-Mail-Nutzung. Doch die mitgelieferten Mail-Programme der Handys und Smartphones haben viele Einschränkungen. Für Geräte mit Windows Mobile und Symbian OS gibt es immerhin brauchbare Mailer zum Nachrüsten. Die bessere Lösung sind oft spezielle Dienste, die E-Mail beispielsweise über WAP aufs Handy bringen (siehe E-Mail mobil). Am meisten darf man von Diensten wie Blackberry erwarten, bei denen Server und Endgeräte optimal auf einander abgestimmt sind. (ad)

Literatur
[1] Dusan Zivadinovic, Urs Mansmann, Mobile Postfächer, Handreichungen für mobile E-Mail, c't 25/04, S. 144
[2] Nokia-Service zur Handy-Konfiguration: www.nokia.de/de/service/.../15350.html
[3] Volker Weber, Botendienste, Push-Aufsatz fĂĽr MS-Exchange,
www.heise.de/mobil/artikel/62458
[4] Volker Weber, E-Mail auf's Handy Treo-E-Mail-Client fĂĽr sofortige Zustellung
www.heise.de/mobil/artikel/65772