Mini-Office
Mit der passenden Software können PDAs weitaus mehr als Adressen, Termine und Notizen verwalten. Wir schauen nach, ob die Programme die Versprechen der Hersteller halten können.
Mit der passenden Software können PDAs weitaus mehr als Adressen, Termine und Notizen verwalten. Office-Programme ermöglichen es, aufwendig layoutete Dokumente, komplizierte Kalkulationen oder animierte Präsentationen auch ohne PC zu erstellen und zu bearbeiten – behaupten zumindest ihre Hersteller.
Ob man mit dem Auto in einen Stau gerät oder untätig in der U-Bahn sitzt, die Wartezeit könne man viel sinnvoller nutzen, indem man einfach den PDA mit der passenden Software aus der Tasche zückt und die im Büro liegen gebliebene Arbeit unterwegs erledigt. Dabei brauche man kaum Abstriche in Kauf zu nehmen und könne die überarbeiteten Dokumente problemlos wieder auf den PC übernehmen. Selbst vor Datenverlust brauche man sich nicht zu fürchten, wirbt Microsoft für die aktuellen Pocket PCs. Andere Hersteller versprechen ähnlich viel.
Doch Zweifel sind angebracht, zumal frühere Tests zum Teil katastrophale Ergebnisse erbrachten. Nach dem Rücktransport der bearbeiteten Dokumente auf den PC war das Layout so gut wie nie im Ursprungszustand. In vielen Fällen waren sogar Bilder, Tabellen und andere wesentliche Teile gänzlich verschwunden.
Einige Pocket PCs der aktuellen Generation sind bereits mit Windows Mobile 5.0 ausgestattet (etwa Dell Axim X51v und T-Mobile MDA Pro), zu dessen Lieferumfang Microsofts Office Mobile gehört, ein Paket aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationssoftware. Es ersetzt die Uralt-Programme Pocket Word und Pocket Excel früherer Betriebssystemversionen. Wer einen älteren Pocket PC besitzt, kann die neuen Anwendungen nur durch ein Betriebssystem-Update nachrüsten, das bislang aber nur wenige Hersteller wie HP, Fujitsu Siemens und Asus anbieten. Wer einen Palm-OS-PDA besitzt, findet ebenfalls Lösungen, die Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien bearbeiten können. Den meisten Geräten mit Palm OS liegt Documents To Go bei.
Auf Pocket-PC-PDAs muss sich Microsofts Office Mobile mit der Textverarbeitung TextMaker 2002 und der Tabellenkalkulation PlanMaker 2004 von SoftMaker messen, die als Einzelprogramme verkauft werden. Da beide Anwendungen aufeinander abgestimmt sind und Funktionen wie die RechtschreibprĂĽfung gemeinsam nutzen, haben wir ihre Beschreibung zusammengefasst. Vor allem mit PlanMaker konkurriert das englischsprachige Kalkulationsprogramm PTab 3.0 von Z4Soft.
Unter Palm OS gilt Documents To Go als Standardpaket, das vom Viewer für Word- und Excel-Dateien zum mächtigen Office-Paket herangereift ist. Die erst kürzlich erschienene Version 8.0 verarbeitet Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien jetzt auch ohne vorherige Konvertierung. Documents To Go trifft auf das Office-Paket MiniOffice 7.1 von "Solutions in Hand" und auf die Textverarbeitung WordSmith 2.2.26 von Blue Nomad.
Die Pocket-PC-Anwendungen haben wir auf zwei PDAs mit 300-MHz-Intel-Prozessor und 64 MByte RAM mit Windows Mobile 2003 und dem aktuellen Windows Mobile 5.0 getestet, die Palm-OS-Software auf einem Tungsten T5 mit 64 MByte RAM und Palm OS 5.4.5.
Die Textverarbeitungen, Tabellenkalkulationen und Präsentationsprogramme mussten auf beiden PDA-Gerätetypen jeweils dieselben Aufgaben bewältigen. Zunächst galt es, Notizen zu sammeln, wie sie normalerweise in Besprechungen anfallen. Einzelne Stichwörter sollten sich dabei durch Nummerierungen und Aufzählungen zur besseren Übersicht thematisch gruppieren lassen, um sie später besser am PC bearbeiten zu können. Das mag simpel erscheinen, stellte aber manchen der Testkandidaten vor eine Bewährungsprobe. Als anspruchsvollere Aufgabe haben wir ein komplexes Word-Dokument mit Kopf- und Fußzeilen, Fußnoten, Bildern, Tabellen und einem Inhaltsverzeichnis auf dem PC erstellt, das wir nach dem Transfer mit den PDA-Programmen bearbeitet und anschließend zurück übertragen haben. Dabei stand mit im Vordergrund, inwieweit sich die Dokumente umgestalten ließen: Wir formatierten Text neu und änderten wenn möglich Tabellen und Fußnoten. Die Aufgabe galt als erfüllt, wenn sich das redigierte Manuskript auf dem PC ohne Verluste in Word öffnen ließ.
In der Aufgabe für die Tabellenkalkulationen galt es, die in früheren Tests von Office-Paketen verwendete Tabelle zum Erfassen der täglichen Arbeitszeiten nachzubilden. Dabei sollten die monatlichen Kalenderblätter auch den Wochentagsnamen ausgeben und die Arbeitsstunden summieren, wozu man Zeitwerte über 24 Stunden hinaus bilden muss, was nicht jedes Kalkulationsprogramm beherrscht. Die Bezüge auf Zellen anderer Kalenderblätter sollten möglichst über benannte Bereiche erzeugt werden, da man sich Namen wie "Wochenstunden" leichter merken kann als Bezüge wie "Tabelle5!G32". Einige der getesteten Tabellenkalkulationen bieten darüber hinaus die Möglichkeit, mehrere Zellen zu verbinden, um etwa Überschriften über mehrere Spalten hinweg ansehnlicher zu gestalten. AutoFilter vereinfachen das Analysieren großer Tabellen, indem man nur Teilbereiche einer Liste wie die zehn höchsten Werte einer Spalte auswählen kann.
Die Präsentationsprogramme mussten eine in PowerPoint vorbereitete Präsentation mit Animationen für Folienwechsel und Diagrammerzeugung nicht nur anzeigen, sondern auch Korrekturen ermöglichen. Das ist zum Beispiel nützlich, um auf der Anreise zu einem Vortrag letzte Änderungen an der vorbereiteten Präsentation durchzuführen.
Office Mobile
Aus dem ursprĂĽnglichen Dokument ĂĽbernimmt Word Mobile weder Bilder noch komplexere Formatierungen.
Die bisherigen Pocket-PC-Versionen von Word und Excel boten nur einen sehr eingeschränkten Funktionsumfang. Die "weitaus verbesserten" Nachfolger sollen Word- und Excel-Dokumente originalgetreu erhalten, verspricht Microsoft. Zu den beiden Programmen gesellt sich eine Präsentationssoftware; zusammen bilden sie Office Mobile.
Word Mobile bietet alle notwendigen Funktionen, um Texte in unterschiedlichen Schriften und Größen zu formatieren und auch Stichwörter durch Aufzählungszeichen hervorzuheben. Dennoch konnte das Programm die erste Testaufgabe nicht vollständig lösen, da sich Stichwortlisten nicht nummerieren lassen. Entgegen allen Versprechungen von Microsoft scheiterte auch das Bearbeiten des komplexen Dokuments, da nicht nur Nummerierungen, sondern auch wesentliche Bestandteile wie Bilder und Fußnoten aus dem Dokument verschwanden. Damit hatte die überarbeitete Version des Textes kaum noch etwas mit dem Original zu tun. Wer unterwegs wichtige Dokumente bearbeiten will, sollte auf eine Alternative ausweichen.
Als einzige Neuerung in Excel Mobile gibt es jetzt die Möglichkeit, Diagramme darzustellen. Wie in der Desktop-Version lassen sie sich an beliebiger Stelle direkt ins Arbeitsblatt einfügen, wofür allerdings nur wenig anspruchsvolle Balken-, Linien- und Kreisdiagramme zur Verfügung stehen. Zwar bietet das Programm Funktionen für die wichtigsten Standardberechnungen, doch die Zeiterfassungstabelle scheiterte schon daran, dass sich Uhrzeiten über 24 Stunden hinaus nicht addieren ließen. Während man diese in der Desktop-Version in einem solchen Fall über das benutzerdefinierte Format "[h]:mm" festlegen und den Zellen zuweisen kann, kennt Excel Mobile keine benutzerdefinierten Formate.
PowerPoint Mobile fungiert lediglich als Viewer für bestehende Präsentationen. Da sie sich auf dem PDA nicht ändern lassen, scheiterte das Programm an unserer Testaufgabe. Immerhin: Man kann die Folien im Hoch- oder Querformat anzeigen, um so das kleine Display bestmöglich zu nutzen. Die Wiedergabeoptionen bieten die Wahl, Animationen abzuspielen und bei der automatischen Präsentation die Anzeigedauer aus den gespeicherten Einstellungen zu übernehmen. Sowohl die einzelnen Folien als auch animierte Folienübergänge und Diagramme unserer Testpräsentation zeigte der Viewer korrekt an. Praktisch: Um Details zu lesen, kann man über die Zoom-Funktion Ausschnitte in zwei Stufen anzeigen, wobei man über eine kleine Vorschau den Bildausschnitt mit dem Stift verschieben kann. Über das Menü "Gehe zu Folie" wählt man Folien gezielt aus. Leider gibt es dafür keine Vorschau, die mehrere Folien verkleinert darstellt.
PTab
PTab bietet viele Rechenfunktionen, aber nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Formatierung, sodass sich etwa keine Wochentagsnamen anzeigen lassen.
Die Tabellenkalkulation PTab wirkt schon durch den Umfang der Menüeinträge wie ein ausgewachsenes Windows-Programm, dessen Oberfläche an den Pocket PC angepasst wurde. Der Hersteller verkauft Varianten für beide Plattformen. Neben dem eigenen Format verarbeitet das Programm laut Z4Soft Excel- und Pocket-Excel-Dateien.
249 Rechenfunktionen sollen auch komplexere Berechnungen meistern. Trotzdem ließ sich die Zeiterfassungsaufgabe nicht problemlos erledigen. Zwar standen zahlreiche Optionen zur Formatierung in fünf Dialogen zur Verfügung, aber eine, um negative Werte automatisch durch rote Schrift hervorzuheben, gibt es nicht. In den Datumsformaten fehlt die Möglichkeit, den Wochentagsnamen anhand eines Datums zu ermitteln, wodurch sich das Kalenderblatt nicht wie gewünscht erstellen ließ. Zwar kann man auch hier eigene Formate festlegen, doch dürfen die sich nur aus unterschiedlichen Schreibweisen und aus einer beliebigen Reihenfolge für Tag, Monat und Jahr zusammensetzen. Immerhin rechnet PTab klaglos mit Zeitwerten, die über 24 Stunden hinausgehen.
Trotz der versprochenen Kompatibilität zu Excel klappte der Datenaustausch nur mangelhaft. PTab übernahm zwar die meisten Zellformatierungen, sodass die Tabellen weitgehend den Originalen entsprachen. Einige Formatierungen, die PTab nicht kennt, wurden jedoch falsch umgesetzt. So erschien etwa statt des Wochentagsnamens nur das Tagesdatum. Alle nicht unterstützten Formate gingen beim Speichern verloren, sodass die Tabellen nach dem Transfer auf den PC in Excel kaum wiederzuerkennen waren. Standardarbeiten wie das Berechnen von Krediten lassen sich meist problemlos mit PTab lösen. Wer häufig Daten mit dem PC austauscht, sollte aber lieber mit beiden Versionen von PTab arbeiten als mit einer Kombination aus dem PDA-Programm und Excel.
TextMaker 2002, PlanMaker 2004
Mit dem riesigen Funktionsumfang ist PlanMaker auch fĂĽr anspruchsvollere Aufgaben gerĂĽstet, mit denen Excel Mobile ĂĽberfordert ist.
SoftMaker verkauft die Pocket-PC-Versionen der Textverarbeitung TextMaker und des Kalkulationsprogramms PlanMaker separat. In der Bedienung sind sie aber aufeinander abgestimmt und benutzen gemeinsame Ressourcen wie die Rechtschreibprüfung. Der Funktionsumfang beider Programme ist für PDA-Verhältnisse enorm. TextMaker bietet alles, was man für anspruchsvolle Dokumente benötigt: Fußnoten, Verzeichnisse, Tabellen, Text- und Grafikrahmen zum Einbinden von Bildern stehen auch unterwegs zur Verfügung. Die Tabellenkalkulation lässt ebenso wenig vermissen und bietet mit 250 Rechenfunktionen auch Spezialitäten aus der Statistik wie den Bestimmtheitskoeffizienten zweier Datengruppen.
Textdokumente und Tabellen lassen sich auf dem PDA in demselben Umfang wie auf dem PC bearbeiten, sodass man nicht nur kleine Korrekturen an bestehenden Dokumenten vornehmen, sondern sie auch auf dem PDA vollständig erzeugen und layouten kann. TextMaker und PlanMaker verarbeiten neben den Formaten ihrer Desktop-Versionen auch Word- und Excel-Dokumente. Der Funktionsumfang geht sogar so weit, dass sich die integrierte Rechtschreibprüfung auch während der Eingabe aktivieren lässt, was kein anderes der getesteten PDA-Programme bietet. Allerdings sind viele Dialoge durch die Menge an Optionen so groß geraten, dass sie nicht vollständig auf das Display passen. So muss man dauernd nach unten scrollen, um an alle Einstellungen zu gelangen. All das fordert Platz und Leistung: Beide Programme belegen jeweils mehr als 5 MByte auf dem PDA und reagierten auf unseren Test-PDAs stets sehr langsam, wenn wir Menüs oder Funktionen aufriefen.
Dafür konnten TextMaker und PlanMaker alle Aufgaben makellos bewältigen. Beim Bearbeiten bestehender Word-Dokumente setzte TextMaker Schriften, die auf dem PDA nicht installiert waren, lediglich für die Anzeige um, beließ die Informationen aber in den Dokumenten, sodass das Druck-Layout unangetastet blieb. In PlanMaker bereitete es keinerlei Probleme, Zeitwerte über 24 Stunden hinaus zu summieren. Mit Hilfe bedingter Formatierungen ließen sich die Wochenenden problemlos grau hinterlegen, sodass wir das Kalenderblatt exakt nach Vorbild erstellen konnten.
Documents To Go
Obwohl das Palm-OS-Paket Documents To Go Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien direkt liest, bietet das Desktop-Utility standardmäßg die Konvertierung an.
Mit dem Paket Documents To Go lassen sich Word-Dokumente, Excel-Tabellen und seit der Version 7 auch PowerPoint-Präsentationen unter Palm OS bearbeiten. Während frühere Versionen Dokumente mit dem mitgelieferten Desktop-Utility erst in die eigenen Formate konvertierten, um sie beim Rücktransport in die ursprünglichen Formate zurückzuwandeln, macht die jüngst erschienene Version 8 diesen Umweg überflüssig und verarbeitet Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumente jetzt direkt.
Weiterhin dient eine Windows-Anwendung zum Übertragen der Dokumente vom PC auf den PDA. Nach Auswahl der Dateien kann man für jede angeben, ob sie auf den Organizer übertragen oder synchronisiert werden soll, um Änderungen auf dem PDA mit dem Originaldokument auf dem PC abzugleichen. Wahlweise konvertiert Documents To Go die ausgewählten Dokumente ins eigene Format oder überträgt sie im Original auf den PDA. Unnötigerweise ist hier standardmäßig die Konvertierung aktiviert. Über die Optionen kann man das abstellen.
Abgesehen von der Unterstützung der MS-Office-Dokumentformate entspricht der Funktionsumfang der drei Hauptanwendungen dem der Version 7. Für das Bearbeiten von Texten unterstützt Word To Go mit Arial, Courier New, Helvetica, Symbol und Times New Roman allerdings nur wenige Schriften, die das Programm für die Anzeige in die internen Palm-Schriften umsetzt. So kann man nicht auf dem Display erkennen, um welche Schriftgröße es sich bei einem Text handelt, man muss erst den Formatierungsdialog öffnen. Zum Erfassen formatierter Notizen bot das Programm aber alle nötigen Funktionen inklusive Nummerierungen und Aufzählungen, die sich anstandslos in Word übernehmen ließen.
Beim Bearbeiten des komplexen Word-Dokuments markierte Word To Go die Teile im Dokument, die es nicht bearbeiten kann, jeweils mit einem Fragezeichensymbol, darunter Kopf- und Fußzeilen, Fußnoten und Verzeichnisse. Leider gab das Programm keine Informationen darüber aus, worum es sich jeweils genau handelte. Das wäre nützlich gewesen, zumal man leicht dazu neigt, den Platzhalter und damit das zugehörige Objekt aus dem Dokument zu löschen – wodurch er natürlich auch für die Weiterberarbeitung auf dem PC verloren ist. Bilder und Tabellen zeigte das Programm anstandslos an. Durch Tippen auf ein Bild öffnet sich eine Großansicht, die sich allerdings nicht an die Displaygröße anpassen lässt. Den angezeigten Ausschnitt kann man lediglich mit dem Stift verschieben. Über einen Editiermodus konnten wir in unseren Testdokumenten auch den Inhalt von Tabellen bearbeiten, aber Funktionen für berechnete Werte wie SUM nicht ändern. Alle Elemente, die Word To Go nicht unterstützt, blieben in unseren Testdokumenten auch nach umfangreichen Änderungen erhalten – auch beim Konvertieren ins eigene Format und zurück.
Spreadsheet To Go stellt mit 110 Rechenfunktionen einen umfassenden Satz an Funktionen zur Verfügung. Die Gestaltungsmöglichkeiten für Tabellen beschränken sich auf Text- und Hintergrundfarbe, Ausrichtung und Fettdruck; die Schriftart lässt sich nicht ändern. Für Zahlenwerte stellt das Programm die wichtigsten Formate mit definierbarer Anzahl an Nachkommastellen bereit und bietet zusätzlich die Option, negative Zahlen rot darzustellen. Für Datum, Zeit und Währung gibt es einige wenige Formate, die allerdings bei weitem nicht an den Umfang von Excel heranreichen und sich nicht durch benutzerdefinierte Formate ergänzen lassen, wodurch sich im Test keine Wochentagsnamen ermitteln ließen.
Die Präsentationssoftware Slideshow To Go erlaubt es, Folien zu editieren und neue anzulegen. Dabei bietet der Editiermodus die Möglichkeit, Text optional auch mit Aufzählungszeichen einzugeben. Damit erschöpfen sich allerdings schon die Bearbeitungsoptionen, zumal sich der Text nicht formatieren lässt; das Programm übernimmt einfach die Standardschrift der vorhergehenden Folie. Im Betrachtungsmodus kann man die Präsentation kontrollieren und über die Zoom-Funktion mittels Stift einen beliebigen Ausschnitt wählen. Das ist hilfreich, da sich der Text sonst auf dem kleinen Display nicht entziffern lässt. Beim Abspielen unserer Präsentationen unterschlug Slideshow To Go alle PowerPoint-Animationen. Leider fehlt eine verkleinerte Vorschau mehrerer Folien, sodass man sie nur per Menü auswählen kann. Mit seinem Funktionsumfang eignet sich Slideshow To Go so zwar nicht zum effektvollen Vorzeigen von Präsentationen, ist aber hilfreich, wenn man in der sonst fertigen Präsentation nur kleine Korrekturen am Text vornehmen muss, um sie später etwa per Notebook abzuspielen. Unsere Testaufgabe konnte das Programm aber nicht vollständig lösen.
MiniOffice
MiniOffice für Palm OS besteht aus der Textverarbeitung MiniWrite und der Tabellenkalkulation MiniCalc. Auf dem PC richtet das Installationsprogramm jeweils ein Add-in für Word und Excel ein, um das aktuelle Dokument auf den PDA zu übertragen. Über eigene Menüs startet man den Konvertierungsvorgang, der Dateien im Palm-Doc-Format erzeugt. Beim nächsten Hotsync werden diese Dateien auf den PDA übertragen.
Anders als Documents To Go speichert MiniWrite keinerlei Formatierungen, Bilder oder Tabellen. Damit lassen sich Textdokumente nicht bearbeiten, in denen man das Layout auch nur ansatzweise erhalten möchte. MiniWrite entpuppt sich letztendlich als einfacher Editor für Palm-Doc-Dokumente, der die Dateien auf Wunsch komprimiert und so gegenüber den Palm-internen Notizen kaum mehr als den Vorteil bietet, Platz zu sparen. In den Einstellungen kann man die Schriftart lediglich global anhand der Palm-eigenen Fonts für die Display-Anzeige ändern. Zum schnelleren Zurechtfinden in umfangreichen Dokumenten speichert MiniWrite auf Wunsch beliebige Textstellen als Lesezeichen, sodass man sich später etwa direkt von Überschrift zu Überschrift bewegen kann. Bei diesen wenigen Funktionen lässt sich MiniWrite allerdings nur zum Bearbeiten reiner Textinformationen einsetzen und konnte keine der beiden Aufgaben auch nur ansatzweise lösen.
MiniCalc eignet sich nur für kleinere Tabellenblätter, da es mangels Zoom-Funktion lediglich einen kleinen Ausschnitt mit wenigen Spalten und Zeilen anzeigt. Zur Textformatierung stehen nur die internen Palm-Schriften zur Verfügung. Auch an Zahlenformaten gibt es nur eine geringe Auswahl wie Dezimalwert, Datum, Uhrzeit und Währung.
Der Datenaustausch mit dem PC erfolgt wie bei MiniWrite über ein Add-in, das in Excel ein eigenes Menü für Export und Import einrichtet und die Konvertierung vornimmt. Dabei lässt sich immer nur die in Excel aktive Tabelle auf den PDA exportieren. Die exportierten Tabellen speichert das Add-in in einem eigenen Verzeichnis auf dem PC, das zum Datenabgleich mit dem PDA dient und auf dem PDA geänderte Tabellen aufnimmt. Den Inhalt des Verzeichnisses zeigt der Import-Dialog des Excel-Add-in in einer Liste an, aus der man die zu importierende Datei auswählt.
Im Test klappte die Synchronisierung aber alles andere als reibungslos. Zwar blieben die Zeichenformatierungen größtenteils erhalten, doch weder die Spaltenbreiten noch die Reihenfolge der einzelnen Arbeitsblätter der Originaltabelle konnte das Import-Add-in wiederherstellen. Zudem fehlten in den importierten Tabellen fast alle ursprünglichen Zahlenformate und sämtliche Namensbezüge, sodass die Tabellen praktisch unbrauchbar waren. Da mag es ein schwacher Trost sein, dass MiniCalc die Benutzer vom Überschreiben der Originaldateien verschont: Beim Import erzeugt das Excel-Add-in immer eine neue Datei, die man manuell möglichst ohne Überschreiben der Originaldatei speichern muss.
WordSmith
Die Palm-OS-Textverarbeitung WordSmith wickelt die Synchronisation der Dokumente über ein eigenes Tool ab, das Word- und RTF-Dokumente beim nächsten HotSync zwischen PDA und PC abgleicht. Das Tool gibt es auch für Mac OS X; Linux-User können sich mit einer Kommandozeilenvariante behelfen.
Zur Darstellung nutzt WordSmith ausschließlich die internen Palm-Schriften, wobei sich nicht darstellbare Fonts wie Times New Roman einer der internen Schriften zuordnen lassen. Das dient nur der Bildschirmanzeige und wirkt sich nicht aufs Dokument aus. Auf diese Weise kann man immerhin Unterschiede zwischen einzelnen Schriften erkennen. Durch diese eingeschränkten Möglichkeiten lassen sich Dokumente allerdings nur schwer layouten. Zwar eignet sich WordSmith bestens, wenn es darum geht, Notizen oder auch längeren Text, bei dem es nicht aufs Layout ankommt, zu erfassen und zu korrigieren. Die erste Aufgabe konnte es aber mangels Nummerierung nicht vollständig bewältigen.
Auch das Bearbeiten des bestehenden Dokuments klappte nicht wie erwartet. Alle Textformatierungen inklusive Kapitelnummerierungen und Fußnoten waren zwar nach dem Rücktransport in Word vorhanden, der Inhalt von Textrahmen wurde jedoch mitten in den Textkörper verschoben, Bilder verschwanden vollständig. Immerhin überschreibt das Konvertierungstool nicht ungefragt die Originaldokumente auf dem PC, sondern hält sie in einem eigenen Synchronisationsverzeichnis und bietet die Wahl, sie in einem beliebigen Ordner zu speichern.
Fazit
Kaum jemand dürfte einen PDA zu dem Zweck kaufen, um mit ihm ausgewachsene Office-Aufgaben zu bewältigen oder gar Präsentationen mit allem Schnickschnack vorzuführen. Die Arbeit mit Texten und Tabellen dürfte sich, wenn überhaupt, meist auf einfache Notizen oder simplere Kalkulationen wie Zinssatzrechnung reduzieren. Dafür bringen aktuelle Pocket PCs mit Windows Mobile wie auch ältere Geräte mit Pocket Word und Pocket Excel aber schon alles Notwendige mit.
Wer dagegen umfangreiche Dokumente vom PC mitnimmt, um unterwegs Wartezeiten mit Korrekturen sinnvoll überbrücken zu können, muss sich anderweitig umsehen. Auch wenn Microsoft behauptet, alle Elemente des Originals blieben in der neuesten Version ihrer Applikationen erhalten, konnten unsere Tests dies nicht einmal ansatzweise bestätigen. Wer seine Dokumente nach Änderungen auf dem PDA originalgetreu wieder auf den PC zurückbringen will, findet für Pocket-PC-PDAs in TextMaker und PlanMaker und für Palm-OS-Geräte mit Documents To Go alltagstaugliche Lösungen. (db)
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