Aufrüstsätze
Bei der Softwareausstattung unterscheiden sich Smartphones kaum von Handys – auch die meisten PDAs bringen lediglich das Nötigste mit. Erst Produkte von Drittanbietern werten die Geräte zu nützlichen Begleitern für den Geschäftsalltag auf.
- Kay Glahn
Bei der Softwareausstattung unterscheiden sich Smartphones kaum von Handys – auch die meisten PDAs bringen lediglich das Nötigste mit. Erst Produkte von Drittanbietern werten die Geräte zu nützlichen Begleitern für den Geschäftsalltag auf.
Standardmäßig bietet ein Smartphone meist nur die grundlegenden PIM-Funktionen (Personal Information Manager): Adressbuch, Terminverwaltung, Notizen und Aufgabenliste. Alles, was darüber hinausgeht, muss man als separate Anwendungen installieren. Die verfügbare Software reicht von Instant Messaging über Dokumentenanzeige und Passworttresore bis zu Navigationsanwendungen. Gerade diese erfreuen sich in letzter Zeit zunehmender Beliebtheit, da sie in Verbindung mit einem GPS-Empfänger eine preiswerte Alternative zum festinstallierten Navigationssystem sind. Es gibt zwei Lösungen dieser Art: Onboard- und Offboard- Navigation. Die erste enthält auf einer Speicherkarte alle Kartendaten, bei der zweiten liegen sie auf einem Server, der die Routen berechnet. Die Vorteile aktueller Daten und geringeren Speicherbedarfs erkauft man sich durch Gebühren für die Routenberechnung und den entstehenden GPRS- oder UMTS-Traffic.
Der persönliche Manager
Viele setzen ihr Smartphone oder ihren PDA unter anderem als PIM zur Verwaltung von Adressen, Terminen und Aufgaben ein. Obwohl eigentlich jedes Gerät bereits diese Funktionen bietet, sind die Anwendungen nicht immer besonders komfortabel und lassen viele nützliche Eigenschaften vermissen, die das Leben erleichtern könnten. Inzwischen sind zahlreiche Erweiterungen und eigenständige PIM-Anwendungen auf dem Markt, die die bestehenden ergänzen sollen [2, 3]. Eine ist Agendus von der Firma Iambic. Diese PIM-Software integriert Kontakte, Kalender und Aufgaben in eine mit vielen nützlichen Zusatzfunktionen ausgestattete Anwendung. Sie ist sowohl für Palm OS in einer Standard- und Professional-Edition als auch für Symbian- Smartphones mit UIQ (unter anderem Sony-Ericssons P910 und Motorolas A1000) verfügbar. Unter der Bezeichnung Pocket Informant gibt es eine Variante für Windows Mobile mit ähnlichem Funktionsumfang.
Agendus erlaubt das Verknüpfen von Kontakten mit allen möglichen anderen Arten von Daten, wie Meetings, Events, Telefonanrufen und Aufgaben. Dies hat zum einen den Vorteil, dass allen Kalendereinträgen und Aufgaben immer die richtige Kontaktperson zugeordnet ist; zum anderen lässt sich so die Historie jedes Kontakts verfolgen. Agendus erweitert viele Funktionen, die auch die Standard-PIM-Anwendungen bereitstellen, so ermöglicht sein Kalender sieben verschiedene Ansichten, und jedem Kalendereintrag zuweisbare Icons verbessern die Übersichtlichkeit.
Zur Erleichterung der Bedienung tragen vor allem die Integration der Anwendungen und die so genannten Tip-and-Hold Multifunktionsmenüs bei, mit denen man Aktionen zum Beispiel auf einem Kontakt ausführen kann, ohne zunächst die Ansicht zu wechseln. Die UIQ und die Professional-Version der Palm-Variante bieten neben den PIM-Funktionen einige Online-Dienste wie die Wettervorhersage, eine "Quote of the Day" oder das Anzeigen der ausgewählten Adresse auf einem Stadtplan per Mapquest.
Agendus ist zwar eine komplett eigenständige PIM-Anwendung, greift jedoch auf dieselben Datenbanken zu wie die internen PIM-Anwendungen von Palm und Symbian. Dies hat den Vorteil, dass man die Standardanwendungen verwenden kann und dort alle Daten vorfindet. Außerdem funktioniert das Synchronisieren mit einer Desktop-PIM-Anwendung genauso wie bisher mit der Standardsoftware des jeweiligen Gerätes.
Fotografieren statt Tippen
Obwohl viele inzwischen ihre gesamten Kontakte elektronisch verwalten, ist es in der Geschäftswelt immer noch Sitte, Visitenkarten in Papierform und nicht per Bluetooth auszutauschen. Am Ende einer Reise haben sich dadurch oft viele Visitenkarten angesammelt, die es in elektronische Form zu bringen gilt. Im Büro kann das ein Visitenkarten-Scanner mit OCR-Software oder die Sekretärin erledigen. Doch unterwegs bleibt bisher nichts anderes übrig, als die benötigten Daten manuell in den mobilen Begleiter zu übertragen.
QR-Codes können von einer Handy-Kamera gelesen werden. Sie können Informationen enthalten, die man sonst via Visitenkarte übermittel.
In Zukunft könnten Visitenkarten einen zweidimensionalen Barcode enthalten, den man mit einem Kamerahandy einliest und so die Kontaktdaten direkt in dessen Adressverwaltung überträgt. Viele japanische Visitenkarten sind bereits mit so genannten QR-Codes (Quick Response) ausgestattet. Diese zweidimensionalen Barcodes können die kompletten Kontaktinformationen einer Person speichern.
Eine ähnliche Funktion haben die Ezcodes von Scanbuy. Sie kann man per Handy-Kamera von einer Visitenkarte aufnehmen. Sie enthalten eine eindeutige Kennung, in der unter anderem die Handynummer des Kontakts steckt. Eine auf dem Mobiltelefon laufende Anwendung extrahiert sie, sodass man sofort nach dem Einscannen des Barcodes einen Anruf starten oder eine SMS verschicken kann. Wer weitere Informationen benötigt, verbindet sich mit Hilfe der Anwendung zum Scanbuy-Server, auf dem der Inhaber der Visitenkarte seine übrigen Kontaktinformationen hinterlegt hat. Diese kann man sich entweder anzeigen lassen oder direkt als vCard in die Adressverwaltung des Handys oder PDAs übertragen. Die von Scanbuy gelieferte Anwendung Scanlife ist für zahlreiche Handy- und PDA-Plattformen verfügbar. Sie läuft unter anderem auf Windows Mobile, Symbian und Java. Scanlife und das Hinterlegen der Kontaktdaten auf dem Server von Scanbuy sind kostenlos. Nach der Registrierung auf der Webseite bekommt man umgehend per E-Mail den persönlichen Ezcode sowie eine vCard mit den eingegebenen Daten zugeschickt.
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Günstig telefonieren per VoIP
Voice over IP (VoIP) ist eine kostengünstige Alternative zu teuren Mobilfunkgesprächen aus dem Ausland. In der letzten Zeit hat sich der Internettelefondienst Skype immer mehr verbreitet, und der Client steht für einige mobile Geräte zur Verfügung. Zu den bislang erhältlichen Versionen für Microsofts Pocket PC 2003 und Windows Mobile 5.0 soll mittelfristig eine für Symbian hinzukommen. Die Windows-Mobile-Version bietet Skype in zwei Varianten an – einmal für CPUs ab 312 MHz Taktfrequenz und eine mit besserer Tonqualität für CPUs ab 400 MHz.
![Bild 1 [240 x 319 Pixel @ 65,8 KB]](https://www.heise.de/altcms_bilder/68814/1_lores.jpg)
Mit dem Skype Client auf dem PocketPC kann man beim Telefonieren über WLAN Geld sparen.
Mit einem Skype-Client auf dem Pocket PC kann man zu günstigen Konditionen in alle Welt telefonieren. Voraussetzung ist allerdings eine WLAN-, UMTS- oder wenigstens EDGE-Verbindung. Wer lediglich GPRS bekommt, kann damit immerhin noch Instant Messaging betreiben. Sinnvoll ist drahtloses VoIP im Moment jedoch in der Regel nur per Wireless LAN, denn häufig kosten UMTS oder EDGE zu viel.
Wer bereits heute eine vergleichbare Lösung für Symbian-Geräte nutzen möchte, kann auf Usefull GPRS-3G Skype der Firma Usefulapps zurückgreifen, das mit den meisten Series-60-Handys zusammenarbeitet. Die Software besteht aus einem auf dem Telefon zu installierenden Teil und einem zweiten, der auf einem PC mit Skype-Client und öffentlicher IP-Adresse als Gateway fungiert. Baut man nun eine VoIP-Verbindung auf, werden die Daten zunächst per UMTS oder GPRS an den PC übertragen. Von dort gehen sie den üblichen Weg über den Skype-Client ins Internet und schließlich zur jeweiligen Gegenstelle. Eine Übersicht über VoIP-geeignete Headsets gibt der heise mobil-Artikel Garnituren in blau [4].
Sicher ins Heimatnetz
Für den Zugriff auf Mails oder wichtige Unternehmensdaten von unterwegs sind geeignete Sicherheitsvorkehrungen unabdingbar. Während bei einer UMTS- oder GPRS-Datenverbindung einiger Aufwand erforderlich ist, um die übertragenen Daten mitzuschneiden, stellen die meist unverschlüsselten WLAN-Verbindungen in öffentlichen Hotspots kein nennenswertes Hindernis dar. Schutz gegen Lauscher bietet per SSL/TLS verschlüsselter E-Mail-Verkehr oder besser ein Virtual Private Network (VPN) [5, 6], das gleich sämtlichen Datenaustausch kodiert. Viele Smartphones oder PDAs liefern standardmäßig entweder gar keine VPN-Software mit oder lediglich eine mit eingeschränktem Funktionsumfang, die beispielsweise keine zertifikatsbasierte Authentifizierung bietet.
Abhilfe schafft Software von Drittanbietern, etwa die IPSec-Implementierungen anthaVPN und movianVPN. Ersteres ist ein Client für Windows Mobile; das ursprünglich von Certicom stammende movianVPN wiederum läuft auf Palm OS, Symbian sowie Linux-Geräten wie dem A760/A768 von Motorola. anthaVPN vertreibt beide Produkte und entwickelt sie weiter. Die vollwertigen IPSec-Clients schlagen allerdings bei einer Einzelplatzinstallation mit 79 Euro zu Buche, bei größeren Installationen sinken die Preise, und ab 1000 Clients fallen nur noch 29 Euro pro Stück an. Allerdings unterscheiden sich die Versionen für die verschiedenen Plattformen im Funktionsumfang, etwa bei Anzahl und Art der VPN-Server, mit denen sie zusammenarbeiten. Der Symbian-Client versteht sich zum Beispiel nur mit bestimmten VPN-Gateways von Cisco und Nortel, was den Einsatzbereich erheblich einschränkt.
Weitere VPN-Lösungen bieten Nokia und Appgate an. Allerdings funktioniert Nokias Software nur mit der Server-Infrastruktur aus demselben Haus, und der Appgate-VPN-Client arbeitet nur mit dem eigenen Mobile Security Server zusammen. Der VPN-Client von Appgate ist zwar für das Sony-Ericsson P800/900 konzipiert, läuft aber auch auf vielen anderen Smartphones und PDAs, die PersonalJava unterstützen. (ck)
Literatur
| [1] Volker Weber, Individualisierungskampagne, Pfiffige Anwendungen für Smartphones, www.heise.de/mobil/artikel/62464 |
| [2] Daniel Lüders, Datenspediteure, Windows-Programme für den flexiblen Abgleich von PC und Mobilgerät, www.heise.de/mobil/artikel/67553 |
| [3] Rudolf Opitz, Kontaktverdoppler, Telefonbucheinträge und Termine zwischen Handy und PC abgleichen, www.heise.de/mobil/artikel/67528 |
| [4] Dusan Zivadinovic, Garnituren in Blau, Bluetooth-Headsets für Handy- und VoIP-Telefonate, www.heise.de/mobil/artikel/67032 |
| [5] Stephan Scholz, Handreichungen, Windows-Mobile-PDAs für VPN einrichten, www.heise.de/mobil/artikel/67998 |
| [6] Stephan Scholz, Sicher zur Arbeit, VPN-Verbindungen über UMTS und GPRS, www.heise.de/mobil/artikel/67955 |