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Handys stellen den Nutzern immer mehr Funktionen bereit - doch selten ĂĽberzeugt ein Multifunktions-Telefon in allen Disziplinen.

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Sie knipsen Fotos in Megapixel-Auflösung, spielen stundenlang MP3-Musik, verwalten umfangreiche Adressbücher und einige führen sogar mit integriertem GPS-Empfänger und Navigationssystem ans Ziel. Handys stellen den Nutzern immer mehr Funktionen bereit – doch selten überzeugt ein Multifunktions-Telefon in allen Disziplinen.

Es ist wie bei japanischen Autos: Die Ausstattungsliste von Handys wird von Modell zu Modell länger. Speziell die Mobiltelefone für das UMTS-Netz locken mit vielen Zusatzfunktionen. So gehört die zweite Kamera für Videofonie und Selbstportraits zusätzlich zur Megapixel-Kamera auf der Rückseite schon fast zum Standard. Selbst GPS für die Navigation integrieren Hersteller vereinzelt in ihre Geräte. Doch sollte sich der Käufer vorher gut überlegen, auf welche Funktionen er besonderen Wert legt. Denn selbst ein Fotohandy mit Autofokus kann es nicht mit einer richtigen Digitalkamera aufnehmen [1], und wer sein Telefon als MP3-Player einsetzen will, sollte auf einen Standard-Anschluss für seinen Lieblings-Kopfhörer achten, der vielen MP3-fähigen Handys fehlt.

Wir haben daher fünf aktuelle UMTS-Modelle nicht nur auf ihre Eignung als Mobiltelefon, sondern auch auf ihre Fähigkeiten als Schnappschusskamera oder Musikplayer getestet: Motorolas UMTS-Einsteiger-Handy E770v, das Klapphandy V3x im Razr-Design, Nokias Symbian-Smartphone N70, das Walkman-Handy W900i von Sony Ericsson sowie das Benq-Siemens SXG75, das mit einem GPS-Empfänger nebst Navigationssystem ausgestattet ist.

Schicke Handys ...

Die Bauform des Telefons ist Geschmackssache: Das Benq-Siemens SXG75, das Motorola E770v und das N70 von Nokia im Riegelformat eignen sich gut für den Alltagseinsatz. Die robusten Geräte hat man ohne Aufklappen sofort im Griff. Mini-Handys sind passé, trotz großer Displays bleibt genug Platz für bequem bedienbare Tastaturen. Nur die Tasten des N70 liegen sehr eng beieinander, lassen sich aber noch gut betätigen.

Das Motorola-Klapphandy V3x lockt mit schicker Optik und einer großen, angenehm bedienbaren Tastatur. Sie besteht aus einer dünnen Metallplatte, aus der die einzelnen Tasten herausgeätzt und durch kleine Gummiwülste fühlbar von einander getrennt wurden. Das mäßig verarbeitete Plastikgehäuse stört jedoch den hochwertigen Eindruck. Beim W900i von Sony Ericsson lässt sich die Tastatur durch eine Drehbewegung wie bei einem Taschenmesser unter dem großen Display hervorklappen. Die Wähltasten des solide verarbeiteten Handys bereiten auch breiten Daumen keine Probleme. Die Displays aller Geräte im Test lassen sich gut ablesen, nur im direkten Sonnenlicht stören die spiegelnden Oberflächen der Anzeigen.

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Das preiswerte Benq-Siemens SXG75 glänzt mit brauchbarem MP3-Player, 70 MByte internem Speicher und als Funk-Modem; dagegen störte der schlechte GPS-Empfang und die mäßige Qualität der Fotos. Vergrößern

Zum Telefonieren kann man bei allen fünf Handys eine eingebaute Freisprechfunktion oder ein Bluetooth-Headset nutzen. Mit dem Mobiltelefon am Ohr lieferten die Testkandidaten ohne Ausnahme eine gute Sprachqualität. Die Freisprechfunktion des SXG75 übertrug auch büroübliche Umgebungsgeräusche, was die Unterhaltung störte; bei den anderen Handys klappte das Freisprechen gut. In diesem Fall ist die Wahl per Sprachbefehl praktisch. Die Sprachwahl von Benq-Siemens und Sony Ericsson erkennt nur einen Benutzer, da sie jeden Befehl mit einem vorher aufgezeichneten Sprachmuster vergleicht. Die sprecherunabhängige Sprachwahl der Motorolas und des Nokia N70 versteht dagegen Dialekt-arm gesprochene Namen auch ohne Ton-Vorlage und von mehreren Personen.

Für Videotelefonate besitzen alle eine Zweitkamera, die den Benutzer aufnimmt, während der das Display betrachtet. Um einen Videoanruf einzuleiten, drückt man, abgesehen vom Nokia N70, bei allen UMTS-Telefonen auf eine Sondertaste; beim N70 startet man ihn über das Optionen-Menü (linker Soft-Key). Steht die Leitung, erscheint der Gesprächspartner auf dem Display und in einem kleineren Videofenster darunter das eigene Konterfei. Das W900i zeigt zusätzlich die Zeit, die das Videofonat dauert – eine nützliche Information, da eine Minute bis zu 1,20 Euro kostet. Je nach Güte der Verbindung ruckeln die empfangenen Videobilder mehr oder weniger heftig, teilweise kommen Klötzchen-Artefakte hinzu. Videoanrufe funktionieren nur, wenn beide Handys im UMTS-Netz – am besten dem desselben Betreibers – eingebucht sind. Im Test klappte die Verbindung zwischen zwei Netzen nur bei E-Plus und O2 sowie O2 und Vodafone.

... zum Organisieren ...

Handys der gehobenen Preisklasse merken sich in den Kontakten nicht nur Namen und Rufnummern. So gibt es bei allen Geräten im Test auch Felder für Postanschriften und E-Mail-Adressen, Webseiten, Geburtstage und Notizen. Legten ältere Motorola-Handys für jede Rufnummer noch einen separaten Namenseintrag im Telefonbuch an, so fassen die Modelle E770v und V3x nun endlich alle Kontaktdaten übersichtlich unter einem Namenseintrag zusammen. Beim Nokia-Smartphone N70 sind die Zahl der Einträge und die Feldlängen nur durch den verfügbaren Speicher begrenzt. Handys mit Hersteller-eigenen Betriebssystemen erlauben nur eine festgelegte Anzahl von Zeichen pro Feld und von Namenseinträgen.

Alle Testgeräte verfügen über einen Kalender, der an anstehende Termine erinnert. Das Nokia N70 und das W900i von Sony Ericsson verwalten zusätzlich Aufgabenlisten. Das Benq-Siemens SXG75, das N70 und das W900i zeichnen Sprachnotizen in fast beliebiger Länge (siehe Checkliste) auf, die Motorola-Handys nehmen nur 20 Sekunden lange Sprachschnipsel für MMS-Nachrichten auf.

... Navigieren und Surfen ...

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Günstiger UMTS-Einsteiger: Beim Telefonieren und als Organizer gefällt das E770v, bei der Kamera und beim Musikplayer hat Motorola jedoch gespart. Vergrößern

Als eines der ersten UMTS-Handys besitzt das Benq-Siemens einen GPS-Empfänger und ein Navigationssystem von VDO Dayton, das nur rund 500 KByte vom Speicher des SXG75 belegt. Zum Navigieren braucht man nur die Zieladresse einzugeben, die zusammen mit der GPS-Position via UMTS oder GPRS an den VDO-Zentralserver übermittelt wird. Der berechnet die Route und sendet sie zurück ans Handy. Der Service kostet im Abo etwa sieben Euro monatlich für Deutschland und zehn für Europa, dazu kommen die Kosten für die UMTS-Übertragung. Pro 100 km Fahrstrecke sollen etwa 30 KByte Daten anfallen.

Die einfache Bedienung gefällt. Eine synthetische Stimme macht rechtzeitige und klare Ansagen, war im Test jedoch zu leise, sodass man besser ein Headset einsetzt. Der GPS-Empfänger empfing bei schlechtem Wetter keine Satellitendaten – ohne zuverlässigen GPS-Empfang nützt die gelungene Navigationssoftware jedoch nichts. Andere mobile GPS-Systeme sind da zuverlässiger [2, 3].


FTP-Durchsatz UMTS
Dateigröße2 MByte500 KByte60 KByte
 empfangensendenempfangensendenempfangensenden
BenQ-Siemens SXG7538,2 KByte (38,2 KByte)7,5 KByte (7,5 KByte)37,1 KByte (37,1 KByte)7,5 KByte (7,5 KByte)27,4 KByte (27,4 KByte)7,6 KByte (7,6 KByte)
Motorola E770V36,9 KByte (36,9 KByte)7,4 KByte (7,4 KByte)36,7 KByte (36,7 KByte)7,5 KByte (7,5 KByte)26,8 KByte (26,8 KByte)7,2 KByte (7,2 KByte)
Motorola RAZR V3x35,9 KByte (35,9 KByte)7,4 KByte (7,4 KByte)34,7 KByte (34,7 KByte)7,4 KByte (7,4 KByte)26,6 KByte (26,6 KByte)7,2 KByte (7,2 KByte)
Nokia N7038,2 KByte (38,2 KByte)7,3 KByte (7,3 KByte)36,8 KByte (36,8 KByte)7,4 KByte (7,4 KByte)26,2 KByte (26,2 KByte)7,5 KByte (7,5 KByte)
Sony Ericsson W900i33,3 KByte (33,3 KByte)7,2 KByte (7,2 KByte)32,7 KByte (32,7 KByte)7,2 KByte (7,2 KByte)26,0 KByte (26,0 KByte)5,2 KByte (5,2 KByte)

Zum mobilen Surfen besitzen die Testhandys mindestens einen Browser für den WAP-2.0-Standard. Mit Nokias N70 kann man dank des vorinstallierten Opera-Browsers auch HTML-Seiten betrachten. Vodafone hat die Motorola-Geräte mit eigenen Menüs und Logos ausgestattet und fürs eigene Netz vorkonfiguriert (Branding). So startet ein Druck auf den rechten Soft-Key ohne Rückfrage eine WAP-Sitzung zum Vodafone-life!-Portal.

Zum Surfen mit dem Notebook lassen sich alle UMTS-Telefone im Test als Funkmodem einsetzen. Via Bluetooth gelingt die Verbindung zwischen Handy und Notebook problemlos. Die besten Datendurchsätze erzielten bei unseren Messungen das SXG75 und das N70, das W900i konnte dagegen nicht ganz mithalten und erreichte beim Versenden kleiner Dateien im UMTS-Netz nur fünf KByte/s – üblich sind sieben (siehe FTP-Durchsätze). Die Geräte von Nokia und Sony Ericsson kennen auch den verbindungsorientierten Datendienst HSCSD (High Speed Circuit Switched Data). Das N70 empfing damit im Mittel gute 3,6 KByte/s und sendete 2,9 KByte/s, das W900i nutzt weniger Datenkanäle als das Nokia und erreichte in Empfangsrichtung erwartungsgemäß nur 3,1 KByte/s und 1,6 KByte in Senderichtung.

... Knipsen und Filmen ...

Wie gut sich die Handys als Multimedia-Geräte schlagen, hängt wesentlich vom Speicher ab. Alle Testkandidaten haben einen Slot für wechselbare Speicherkarten. Motorola setzt auf microSD-Cards, früher als TransFlash bekannt. Benq-Siemens und Nokia nutzen RS-MMCards, wobei Nokias N70 nur Dual-Voltage-Typen für 1,8 und 3 Volt akzeptiert. Sony Ericsson verwendet wie üblich das Sony-eigene Format Memory Stick Pro Duo. Beim W900i liefert der Hersteller keine Karte mit, dafür vergrößerte er den freien internen Speicher des Handys auf rekordverdächtige 470 MByte. Die Kärtchen lassen sich beim SXG75, dem N70 und dem W900i bequem auch bei eingeschaltetem Handy wechseln; beim V3x muss man dazu das Akkufach öffnen, braucht das Klappmodell aber nicht abzuschalten. Nur beim E770v liegt der Slot unter dem Akku.

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RAZR XXL: Das Motorola V3x im schicken Razr-Design knipst passable Schnappschüsse, als MP3-Player ist es wegen der bestenfalls mäßigen Tonqualität kaum brauchbar. Vergrößern

Bis auf das Motorola E770v, dessen Hauptkamera – nicht mehr zeitgemäß – nur VGA-Auflösung (640 × 480 Pixel) vorweisen kann, knipsen alle Fotohandys Bilder mit rund zwei Megapixeln. Weil die Objektive auf der Rückseite der Geräte in Reichweite der Finger sitzen, verschmieren beim V3x und beim W900i ständig die Linsen. Die Objektive des SXG75 und des E770v liegen etwas im Gehäuse versenkt. Nur das N70 schützt Objektiv und Fotoleuchte vorbildlich mit einem Schutzschieber.

In der Schnappschuss-Disziplin zeigten sich große Unterschiede: Die besten Bilder machte das Nokia N70, mit natürlichen Farben, wenig Bildrauschen und gutem Weißabgleich. Das Fixfokus-Objektiv lieferte nur mäßige Schärfe, dafür gab es kaum störende Artefakte oder Moirés. Das W900i besitzt als einziges Handy im Test ein recht zügig arbeitendes Autofokus-Objektiv für schärfere Fotos. Die Bilder werden augenscheinlich auch von einem Schärfungsalgorithmus bearbeitet, der sich durch Farbsäume an Kanten bemerkbar machte. Im Vergleich zu den Fotos des N70 störten starkes Bildrauschen und deutliche Verzeichnungen (leichter Fischaugen-Effekt). Mit automatischem Weißabgleich fiel im Tageslicht ein leichter Blaustich auf, Kunstlicht-Bilder waren extrem gelbstichig. Wählt man manuell die Option "Glühbirne" oder "Neonröhre", erhält man bessere Bilder.

Die Schnappschüsse des Razr-Handys V3x zeigten knallige Farben. An Rändern entstanden unschöne Streifen, auch fielen deutliche Verzeichnungen auf. Dafür hielt sich das Bildrauschen in Grenzen. Das SXG75 lieferte zwar Fotos mit akzeptabler Schärfe, doch gingen Details im starken Bildrauschen unter. An feinen Strukturen entstanden hässliche Moirés, Kunstlichtbilder waren gelb- und Tageslichtbilder blaustichig. Trotz 2 Megapixel reicht diese Qualität nur für Bildnachrichten. Auch die unscharfen VGA-Bilder des E770v lohnen für andere Anwendungen kaum: Dunkle Flächen zeigten keine Details, helle Flächen überstrahlten. Der automatische Weißabgleich funktionierte dagegen gut.


FTP-Durchsatz GPRS
 empfangensenden
Benq-Siemens SXG755,2 KByte (5,2 KByte)2,7 KByte (2,7 KByte)
Motorola V3x RAZR5,0 KByte (5,0 KByte)2,8 KByte (2,8 KByte)
Motorola E770V5,1 KByte (5,1 KByte)2,8 KByte (2,8 KByte)
Nokia N705,2 KByte (5,2 KByte)2,7 KByte (2,7 KByte)
Sony Ericsson W900i5,2 KByte (5,2 KByte)2,7 KByte (2,7 KByte)

Bis auf das N70 und das W900i zeichnen die Testgeräte Videos nur im briefmarkengroßen QCIF (176 × 144 Pixel) auf. Die Motorola-Modelle gaben sie flüssig, aber unscharf wieder und begrenzen die Aufnahme auf drei Minuten. Das Benq-Siemens SXG75 nimmt auch länger auf. Die Framerate kann man zwischen 7 und 15 Bildern pro Sekunde umschalten. Die Videos waren jedoch unscharf, und bei Schwenks entstanden Artefakte. Das W900i liefert Videos in voller Displayauflösung (320 × 240) mit brauchbarer Schärfe, allerdings fielen einige Ruckler und Bewegungsartefakte auf. Als Videokamera schneidet Nokias N70 mit voller CIF-Auflösung (352 × 288) wiederum am besten ab: Bei der Wiedergabe störten weder Ruckler noch Artefakte.

... und Musik hören

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Als Smartphone mit Symbian OS trumpft das vielseitige Nokia N70 mit gutem Organizer auf und macht auch als Immer-dabei-Kamera eine gute Figur; als Wechselspeicher braucht es jedoch teure Dual-Voltage-MMCards. Vergrößern

Musik im MP3-Format spielen alle Handys im Test ab und sie können sie auch als Klingelton einsetzen. Via USB oder drahtlos via Bluetooth landen die Songs auf dem Multimedia-Telefon. Noch praktischer ist ein Cardreader am PC, mit dem man die Speicherkarten direkt befüllen kann.

Wer Musik genießen will, muss meist mit den beiliegenden Stereo-Headsets vorlieb nehmen, da für die proprietären Anschlüsse kaum Adapter zu bekommen sind. Nur das Walkman-Handy W900i hat eine 3,5-mm-Buchse, an die ein üblicher Kopfhörer oder ein Verstärker passt. Das SXG75, das N90 und das W900i können auch UKW-Sender empfangen, wozu sie jedoch die Leitung der Headsets als Antenne brauchen. Das W900i selbst empfängt kein UKW, das Radio ist in der im Headset integrierten Fernsteuerung für den Musikplayer eingebaut.

Der Audio-Player der Motorola-Handys spielte im Test MP3s mit festen Bitraten zwischen 64 und 256 kBit/s und variable Bitraten sowie die Formate WMA und M4A ab. Der dumpfe und verhallte, teilweise mit jaulenden Störungen durchsetzte Sound dürfte aber jeden Musikfreund abschrecken. Startet man die Dateien über direkte Auswahl aus dem Sounds-Ordner, kommt augenscheinlich ein anderer Player zum Einsatz, der Musik zwar ebenfalls verhallt, aber immerhin störungsfrei zu Gehör brachte.

Der Player des SXG75 gab AACs und alle MP3-Varianten außer der Bitrate 32 kBit/s, aber kein WMA wieder, wobei die Musik über das mitgelieferte Headset recht annehmbar klang. Das Nokia besitzt einen Real-Player, der MP3s auch mit variablen Bitraten und das AAC-Format abspielte. Das W900i kennt nur MP3s, das Sony-eigene Format Atrac3 dagegen nicht. Als einziges Musikhandy im Test hat es einen 5-Band-Equalizer zur Klangregelung. Der mitgelieferte Kopfhörer lieferte exzellenten Sound mit satten Bässen. Die Latex-Hörer schirmen Außengeräusche recht gut ab; wer etwa im Flughafen auf Durchsagen achten muss, sollte lieber einen anderen Kopfhörer anschließen.

Fazit

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Ein Walkman fürs UMTS-Netz: Sony Ericssons W900i ersetzt mit gutem MP3-Player und passabler Autofokus-Kamera mehrere Mobilgeräte, bei den UMTS-Durchsätzen bildete es das Schlusslicht, kennt aber HSCSD. Vergrößern

Die UMTS-Handys zeigen gerade in den Multimedia-Disziplinen unterschiedliche Stärken und Schwächen, während die klassischen Handyfunktionen bei allen wenig Anlass zur Klage geben. Das preiswerte Motorola E770v integriert alle wichtigen Handy-Funktionen und ist mit Bluetooth und wechselbarer Speicherkarte schon gut ausgestattet, taugt aber kaum als Multimedia-Handy. Beim Razr V3x, das sich sonst nur in puncto Kamera und Speicher vom E770v unterscheidet, bezahlt man das schicke Design mit.

Wer auf einen MP3-Player im Handy Wert legt, sollte zum W900i greifen, das als einziges Gerät einen genormten Audioausgang bietet. Auch als Digitalkamera taugt das Sony-Ericsson-Modell, weniger dagegen als Funkmodem. Flexibler ist das Nokia N70, das als Smartphone die besten Organizerfunktionen bietet und mit einer Vielzahl von Shareware-Programmen erweitert werden kann. Auch liefert die Kamera erstaunlich gute Bilder, die sich wie die des W900i durchaus für kleinformatige Abzüge eignen.

Das SXG75 von Benq-Siemens erscheint mit einem Preis von unter 500 Euro ohne Vertrag als echtes Schnäppchen, zumal es mit einer guten Ausstattung glänzt. Doch wäre ein Update nötig, das die schlechte Bildqualität der Kamera und den miesen GPS-Empfang verbessert. (rop)

Literatur
[1] Rudolf Opitz, Allzeit knipsbereit, Kamerahandys mit mehreren Megapixeln, c't 1/06, S. 154
[2[ Peter Röbke-Doerr, Karten im Handy, Onboard-Navigation mit Smartphones, www.heise.de/mobil/artikel/63617
[3] Peter Röbke-Doerr, Da lang!, Offboard-Navigation: Navigieren mit Handy und Server, https://www.heise.de/mobil/artikel/63618


UMTS-Handys und -Smartphones – Checkliste
ProduktSXG75V3x RAZRE770VN70W900i
HerstellerBenQ-Siemens, Tel. 01 80 5/33 32 26Motorola, Tel. 01 80/5 06 80 80Motorola, Tel. 01 80/5 06 80 80Nokia, Tel. 01 80 5/23 42 42Sony Ericsson, Tel. 01 80 5/34 20 20
LieferumfangLadegerät, Stereo-Headset, Handbuch NavigationLadegerät, Stereo-Headset, 64 MByte microSD-Card mit Adapter, HandbuchLadegerät, Stereo-Headset, 32 MByte microSD-Card mit Adapter, HandbuchLadegerät, Lade-Adapter, USB-Kabel, Stereo-Headset, 64 MByte RS-MMCard mit Adapter, Trageschlaufe, Linsentuch, Handbuch, SoftwareLadegerät, USB-Kabel, Stereo-Headset, Handbuch, Software
Größe und Gewicht111 mm × 54 mm × 22 mm, 135 g99 mm × 54 mm × 20 mm, 128 g111 mm × 46 mm × 21 mm, 116 g108 mm × 52 mm × 21 mm, 131 g109 mm × 50 mm × 25 mm, 148 g
BetriebssystemproprietärproprietärproprietärSymbian 8.1a / Series 60v2,8proprietär
AnschlĂĽsseKontaktkamm (Laden, USB, Headset), ext. AntenneminiUSB (Laden, USB, Headset)miniUSB (Laden, USB, Headset)Laden, Pop-Port (USB, Headset)Kontaktkamm (Laden, USB, Headset), ext. Antenne
USB / IrDA / Bluetoothv / v / v
Bluetooth-db
v / - / v
Bluetooth-db
v / - / v
Bluetooth-db
2.0 / - / v
Bluetooth-db
v / v / v
Bluetooth-db
Speicher intern72 MByte64 MByte32 MByte22 MByte472 MByte
SAR-Wert (*1)0,61 W/kg0,57 W/kg1,04 W/kg0,95 W/kg0,70 W/kg
Office-AnwendungenDoc- und PDF-Viewer--Viewer fĂĽr Word, Excel, PowerPoint, PDF-
SonstigesBluetooth-Fernbedienung, Navigation, Fotoeditor, Reisewörterbuch Englisch--mobiles Blogging, Opera-Webbrowser, Movie-Editor, PrintanwendungBluetooth-Fernbedienung, Editoren für Bilder, Videos und Sounds, Akkorde für Gitarre, Metronom
Listenpreis ohne Kartenvertrag480 EUR800 EUR500 EUR559 EUR599 EUR
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