Plattentelefon
Will man auf PDAs oder Smartphones Musik und Filme abspielen, ist meist die Anschaffung einer Speicherkarte fällig. Das Windows-Smartphone Samsung SGH-i300 kommt bereits mit einer 3-GByte-Festplatte daher.
- Daniel LĂĽders
Will man auf PDAs oder Smartphones Musik und Filme abspielen, ist meist die Anschaffung einer Speicherkarte fällig. Das Windows-Smartphone Samsung SGH-i300 soll mit seiner 3-GByte-Festplatte den Kartenwechsel überflüssig machen.
Auf den ersten Blick erscheint das kompakte Smartphone für die Musikwiedergabe gut gerüstet: Gleich zwei Medienplayer-Programme findet man auf dem Gerät vor: Den betriebssystem-eigenen Pocket Windows Mediaplayer, der wma-, wmv- und mp3-Dateien abspielt, und den Samsung Mediaplayer, der dazu noch MPEG4-Videos, AAC- sowie AAC+-Dateien kennt.
Ähnlich wie bei Apples iPod scrollt man bequem per Drehrad durch Musik- und Videolisten. Schon der Standardakku hält bei kontinuierlicher MP3-Wiedergabe respektable sechs Stunden, ein zweiter Akku höherer Kapazität, der dem Paket bereits beiliegt, steigert die Laufzeit um vier Stunden. Allerdings erhöht sich mit der fetteren Stromquelle auch das Gesamtgewicht um etwa 30 Gramm und verdickt das Gerät um etwa einen halben Zentimeter. Weil die Bluetooth-Funktion des Samsung SGH-i300 auch das Stereo-Audio-Profil kennt, lassen sich am Smartphone ebenso problemlos Funk-Kopfhörer betreiben.
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Doch trotz dieser Vorteile eignet sich das Samsung SGH-i300 nur bedingt als MP3-Player, denn bis man sein Liedgut auf die interne Festplatte übertragen hat, vergeht viel Zeit. Weil das Samsung-Smartphone eine lahme USB-1.1-Schnittstelle besitzt, braucht es selbst im Wechselspeicher-Modus ungefähr eine Stunde, bis die Platte gefüllt ist. Per ActiveSync dauert das Aufspielen von 15 MP3-Titeln (80 MByte) schon etwa zehn Minuten. Quälend langsam geht der Wechsel von einem Lied zum nächsten vonstatten: Fünf Sekunden benötigt das Smartphone von der Anwahl bis zum Abspielen eines Songs. Das können alle uns bekannten herkömmlichen Festplatten-Spieler besser.
Auch der Sound überzeugt nicht: Trotz künstlicher Bassanhebung klingt er flau und blechern aus den beigelegten Stereo-Headset-Kopfhörern. Wenn man die beigelegten Kopfhörer durch höherwertige ersetzt, hört man dennoch bestenfalls mittelmäßigen Klang. Über die eingebauten Stereolautsprecher möchte man Musik höchstens probehören.
Viel Werkzeug
An der Software-Ausstattung gibt es nichts zu meckern: Außer den beiden Media-Playern bringt das Smartphone die ausgereiften Windows-Applikationen für Adressen, Termine, Aufgaben, E-Mail, Web und Chat mit. Was Windows Mobile nicht hat, liefert Samsung nach: Weil der Smartphone-Version des Betriebssystems kein Pocket Office beiliegt, muss zum Anzeigen von Word-, Powerpoint und Text-Dateien das Programm Picsel-Viewer herhalten, welches außerdem noch PDF-, PNG- und JPEG-Files anzeigt. Die Synchronisation mit ActiveSync klappt gewohnt problemlos, und beim Andocken am Rechner lädt sich auch gleich noch der Akku mit auf.
Wegen seiner guten Sprachqualität hinterlässt das Samsung-Smartphone als Handy einen guten Eindruck. Auch als Funk-Modem eignet es sich dank seiner leicht zu bedienenden Verbindungs-Tools gut und es gefällt mit schneller GPRS-Datentransferrate.
Für Schnappschüsse besitzt das Smartphone eine Kamera, die Bilder in einer Auflösung von 1280 x 1024 Pixel erzeugt. Die Fotos sind zwar unscharf und verrauscht, reichen aber als Beilage für MMS völlig aus. Zum Ausleuchten von Nachtszenen langt die integrierte Blitz-LED allerdings kaum.
Fazit
Das Windows-Mobile-Smartphone Samsung SGH-i300 punktet mit seiner umfangreichen Ausstattung und gefällt als Handy mit PDA-Funktionen oder als Funkmodem. Es überzeugt aber wegen seiner nur mäßigen Klangqualität und der geringen Übertragungsleistung der internen Festplatte nicht als Multimedia-Player. Dem Vergleich mit einem herkömmlichen Festplatten-Player hält Samsungs Smartphone-Alternative nicht stand. Wer ein Smartphone will, das auch als MP3-Player taugt, greift lieber zu einem günstigeren und leichteren Gerät mit Speicherkarte, welches sich wenigstens per externem Kartenleser schnell befüllen lässt. Für 680 Euro darf man zudem schon das aktuelle Betriebssystem Windows Mobile 5 verlangen, welches beispielsweise im Gespann mit Microsoft Exchange Push-E-Mail-Empfang unterstützt und ein überarbeitetes Applikationspaket mitbringt. (dal)
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