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Die Blackberry-Handys glänzten bislang vornehmlich mit durchdachter Bedienung, exzellentem Display und robuster Verarbeitung. Mit dem neuen Modell 8700g sollen weitere Funktionen in den Business-PDA Einzug halten.

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Von
  • Daniel LĂĽders

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Die Blackberry-Handys glänzten bislang vornehmlich mit durchdachter Bedienung, exzellentem Display und robuster Verarbeitung. An den Funktionsreichtum herkömmlicher PDAs reichten die Geräte des Pushmail-Entwicklers Research in Motion nicht heran. Mit dem neuen Modell 8700g soll sich das ändern.

Research in Motion stattet sein neues Flaggschiff mit einem schnellen XScale-Prozessor aus, der Bilder, Webseiten und andere Daten angenehm flott und ohne Wartezeit auf den kleinen Schirm bringt.

Per Drehrad hangelt man sich problemlos durch die Menüstruktur. Kinderleicht richtet man sein E-Mail-Konto ein und ist schnell für Empfang und Versand von SMS, MMS oder E-Mail bereit. Erstellen von Nachrichten klappt ebenso simpel. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase möchte man die Mini-Tastatur nicht mehr missen.

Das Blackberry 8700g öffnet auch E-Mail-Anhänge, beispielsweise Office- oder PDF-Dateien. Allerdings sieht man nicht die Original-Anhänge, sondern vom Blackberry-Server verkrüppelte Versionen, denen die Layout-Informationen fehlen. Bilder im JPEG- oder GIF-Format zeigt das Gerät korrekt an.

Über USB 2.0 nimmt das 8700g Verbindung mit dem PC auf und lädt dabei praktischerweise auch gleich den Akku. Die Synchronisationslösung enthält eine für Blackberry zugeschnittene Version von Intellisync, die PIM-Daten (Adressen, Termine, Aufgaben und Notizen) mit den meisten bekannten PC-Programmen abgleicht. Zu diesen zählen beispielsweise Outlook, Notes, Organizer, ACT! und Groupwise. Eine eigene PC-PIM-Anwendung enthält das Software-Paket nicht.

Die Datensynchronisation per USB klappt tadellos. Der Abgleich soll auch per Bluetooth möglich sein, allerdings muss diese Funktion auf dem Handheld vom Administrator des Blackberry-Servers freigegeben werden, was bei unserem Testgerät nicht der Fall war. Zum Funk-Abgleich verwendet das 8700g nicht den genormten Synchronisations-Bluetooth-Dienst, sondern den virtuellen seriellen Bluetooth-Port.

Auch sonst erweist sich das Blackberry 8700g in puncto Bluetooth als unflexibel: AuĂźer dem beschrieben Dienst kennt der Bluetooth-Manager nur das Profil fĂĽr Drahtlos-Headsets und GAP.

Weil das Software-Paket keinen Datei-Manager enthält, muss man Dateien per E-Mail oder Web aus dem Mobilfunknetz in den Blackberry-Handheld importieren. Das kommt den Nutzer teuer zu stehen – bereits 10 KByte übertragene Daten per GPRS kosten etwa 10 bis 20 Cent je nach Mobilfunk-Vertrag.

Das Gehäuse erscheint weniger robust als das der Vorgänger, sodass man beim Herunterfallen um das Gerät fürchtet. Auch der Bildschirm macht wenig Freude: Im Sonnenlicht ist das Blackberry 8700g nicht zu gebrauchen, weil das Display stark spiegelt und das Umgebungslicht nicht zur Bildschirmausleuchtung nutzt. Immerhin besitzt es eine automtische Anpassung der Helligkeit ans Umgebungslicht.

An der Handy-Funktion gibt es nichts zu meckern: Anrufer und Angerufener verstehen sich laut und deutlich – auch per Kabel-Headset oder Freisprechfunktion.

Das Blackberry 8700g ist mit Farbbildschirm, schneller CPU und genĂĽgend Speicher zwar gut fĂĽr Multimedia gerĂĽstet, taugt aber wegen seiner Kontaktarmut zu kaum mehr als fĂĽr den Push-E-Mail-Verkehr. Wer bereits einen Blackberry-Handheld der Vormodellreihe besitzt, wird wenig Grund haben, zum teuren 8700g zu greifen. Interessierte, die ein Multimedia-Handy mit Blackberry-Funktion suchen, mĂĽssen weiterhin nach Alternativen Ausschau halten. (dal)


Blackberry 8700g
E-Mail-Handy
HerstellerResearch in Motion (RIM)
LieferumfangE-Mail-Handy, Li-Ion-Akku (1000 mAh), Netzteil (inkl. Stecker fĂĽr USA, Deutschland, GroĂźbritannien), USB-Abgleichkabel, Kabel-Headset, GĂĽrteltasche, Software-CD (Blackberry Desktop-Manager/ Intellisync)
Technische DatenHandy-Galerie
Preis500 EUR (ohne Vertrag), 140 bis 220 EUR mit Vertrag (je nach Tarif)

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