Sonnenlader
Die e.GO!-Ladekästchen von Solarc füllen Akkus und versorgen ein Mobilgerät mit Strom aus Solarzellen.
- Klaus Wiesen
Die e.GO!-Ladekästchen von Solarc füllen Akkus und versorgen ein Mobilgerät mit Strom aus Solarzellen.
Drei Modelle bietet das Berliner Unternehmen an. Der e.Go! Professional enthält zwei 13,7 cm x 6,5 cm große Solarpanels aus monokristallinen Zellen und einen wechselbaren, integrierten LiIon-Akku als Pufferbatterie. Statt des LiIon-Akku kann der Lader auch vier handelsübliche Mignon-Zellen (AA) aufnehmen. Für AAA-Akkus kann man einen Adapter hinzukaufen (10 Euro). Die Zellen im Akkuschacht sind so angeordnet, dass je zwei Mignon-Akkus gleichzeitig geladen werden müssen.
Die beiden anderen Modelle, e.GO! Master und e.GO! Fun, haben Solarzellen aus polykristallinem Silizium, das einen geringfügig niedrigeren Wirkungsgrad aufweist, wobei das e.GO! Fun nur die halbe Solarpanel-Fläche mitbringt. In die beiden passen ausschließlich Mignon-Zellen.
Adapter für einige Handy-Modelle liegen den Geräten bei (unter anderem Samsung, Siemens, SonyEricsson; Liste auf der Website des Herstellers). Solarc bietet weitere Adapter für Mobiltelefone und für PDAs an (10 Euro).
Die Form des klobigen, sehr stabilen Geräts aus Hartplastik ähnelt einem überdimensionierten Brillenetui, das Gewicht beträgt ohne eingelegte Akkus knapp 300 Gramm. Die nur dem e.GO! Professional beigelegte 150 Gramm schwere Hülle aus Gummi bietet zusätzlichen Schutz. Wie eine Schatulle klappt man die Ladestation auf und richtet die an Scharnieren drehbaren Solarpanels aus. Alternativ lassen sich die Solarpanels von der Basisstation lösen und mit einem Adapterkabel verbinden, um sie besser positionieren zu können.
Zum einen ist e.GO! eine simple Ladestation fĂĽr LiIon- oder NiMH-Akkus, entweder via Solarzellen oder mitgeliefertem Netzteil. Zum anderen dienen die (geladenen) Akkus als Zwischenspeicher und damit als Stromlieferant fĂĽrs angeschlossene Handy, wenn die Sonne nicht scheint und man dennoch laden muss.
Die Ladeelektronik ermöglicht das gleichzeitige Laden der eingelegten Akkus und eines extern angeschlossenen Gerätes, doch reicht die Leistung der Solarzellen bei bewölktem Himmel nicht aus, um mit dem e.GO! Professional den Li-Ion-Akku und ein angeschlossenes Handy parallel zu versorgen, ebenso wenig unter Kunstlicht.
Nur bei Sonnenschein gelingt das Laden der Akkus und des extern angeschlossenen Geräts. Im Test bei wolkenlosem Himmel Ende April bei 52° nördlicher Breite um die Mittagszeit benötigte das Gerät für das Laden eines Siemens S65 (Akkukapazität 2,8 Wh) etwa fünf Stunden. Zum Vergleich: Das Laden mit dem Handy-Netzteil dauerte nur rund zwei Stunden.
Mit 200 Euro muss der Käufer für das Professional-Modell tief in die Tasche greifen. Eventuell reicht der Master für 130 Euro, denn die unterschiedliche Effizienz der Solarzellen ist gering und der Gewichtsvorteil des Li-Ion-Akkus gegenüber der Mignon-Zellen ist klein gegenüber dem Gesamtgewicht des Kästchens. Zu den 130 Euro kommen dann noch die Kosten für die Mignon-Akkus dazu.
Die Kombination aus Solar-Ladegerät mit Batteriepuffer aus Li-Ion- oder NiMH-Akkus, um ein Handy mit Strom zu versorgen, zeichnet das Gerät aus. Der Einsatzbereich als Solar-Ladegerät setzt sonniges Wetter allerdings zwingend voraus. Als universelles Ladegerät für zu Hause taugt es nicht, weil das Deckenlicht oder die Schreibtischleuchte nicht ausreichen, damit die Solarpanels genügend Strom liefern. Somit findet das robuste Gerät seinen Platz beim Einsatz unterwegs, beispielsweise bei längeren Trecking-Touren. Wegen seiner stabilen Bauweise belastet e.Go! aber das Reisegepäck mit mehreren hundert Gramm. (jr)
|
|||||||||||||||||||||