Straßenführer

Komplettsysteme für die Auto-Navigation - so genannte PNAs - versprechen einfachste Bedienung bei minimalem Einbau-Aufwand und guter Streckenführung.

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  • Daniel Lüders

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Navigationssysteme aus PDA plus Software und separatem GPS-Empfänger behelligen den Nutzer oft mit einer umständlichen Installationsprozedur. Komplettsysteme für die Auto-Navigation – so genannte PNAs – versprechen einfachste Bedienung bei minimalem Einbau-Aufwand und guter Streckenführung.

Die PDA-Industrie hat einen Großteil ihres Erfolges dem Navi-Boom zu verdanken. Als günstige Alternative zu den oft mehr als doppelt so teuren Navigationssystemen der Autohersteller findet man die PDA-Navi-Systeme in immer mehr Fahrzeugen. Mittlerweile verschleudern Supermarktketten die Navi-Komplettpakete in Sonderaktionen für weniger als 300 Euro. Zwar bieten sie noch nicht den mannigfaltigen Funktionsumfang der herkömmlichen, fest eingebauten Navis, reichen aber in den meisten Fällen als Routenführer völlig aus.

Bei Personal Navigation Assistants (PNAs) handelt es sich meist um Windows-CE-PDAs, deren Funktion auf die Pfadfinderei reduziert wurde. Embedded Windows CE dient auch als Kernsystem für Pocket-PC-PDA. Die Navigations-Anwendungen der PNAs – beispielsweise von TomTom, Navigon oder Destinator – gibt es deshalb meist auch als Pocket-PC-Ausgabe. Im Vergleich zu PDA-Programmen sind PNA-Programme typischerweise leichter zu bedienen und stellen selbst für Computer-Laien kaum Hürden dar.

Preislich unterscheiden sich PDA-Komponenten-Pakete nicht von PNA-Angeboten. Im Unterschied zu PDA-Navigations-Paketen braucht man beim Kauf allerdings nicht auf einen tageslichttauglichen Bildschirm, eine genügend laute Sprachausgabe, eine einfache Bedienung und effiziente Routenplanung zu hoffen – man darf sie voraussetzen. Auch eine feste Kfz-Halterung nebst Saugfuß und Stromadapter sollten dabei sein. Idealerweise enthalten die PNAs schon ab Werk installiertes Kartenmaterial im internen Speicher oder auf einer beigelegten Speicherkarte, sodass der Navigator sofort nach dem Einschalten zur Führung durch den Straßendschungel bereit ist.

Insgesamt acht PNA-Systeme für bis zu 500 Euro müssen zeigen, was sie als Pfadfinder taugen. Drei von ihnen (Acer d160, Falk N120 und Novogo V50) bringen bereits einen TMC-Empfänger mit, der das Navi-System aus dem RDS-Radio-Signal mit Stau- und Baustelleninformationen füttert. Alle PNAs tragen GPS-Chips von SiRF in sich, wobei vier von ihnen (Acer d150/d160, Sony Nav-U NV-U50, Yakumo EazyGo) noch mit dem veralteten SiRFstar-II-Chip auskommen müssen und der Rest (Falk N120, Navman iCN 530, Novogo V50, TomTom One) schon den empfindlicheren SiRFstar III besitzen.

Acer d150/d160

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Die Navigatoren Acer d150 und d160 unterscheiden sich nur durch ein Detail: Der fünfzig Euro teurere d160 ist mit einem TMC-Staumelder ausgestattet, der d150 nicht.

Wegen einer losen Steckverbindung fiel unser PNA allerdings samt seiner Docking-Station aus der Halterung – bei Kopfsteinpflaster war deshalb Schrittfahren angesagt. Auf dem schlecht entspiegelten Display erkennt man bei direkter Sonneneinstrahlung nichts. Ansonsten ist der Bildschirm aus fast jedem Blickwinkel gut ablesbar.

Beide Geräte navigieren nicht nur, sondern spielen auch MP3-Musik und zeigen JPEG- und BMP-Bilder an. Die Musik klingt ausgewogen aus einem Kopfhörer, dennoch möchte man die Acer-PNAs außerhalb des Fahrzeugs nicht als Musikus gebrauchen, denn das schwere Gerät schleppt man ungern mit sich herum.

Die Navigatoren von Acer enthalten eine Adressverwaltung, die Kontakte mit Outlook über ActiveSync abgleicht. Ein Tippen auf einen Kontakt reicht, und schon navigiert die Software den Autofahrer zum gewünschten Kontakt.

Wenig aussagekräftige Symbole schmücken die Hauptansicht des Destinator DS, sodass man erst nach vielem Herumprobieren die Software zur Routenberechnung bringt. Oft führen die berechneten Wege zugunsten einiger weniger Streckenmeter unnötigerweise durch kleine und enge Gassen statt entlang einer Hauptstraße, was Zeit kostet. Zudem kann sich das Navigationssystem oft nicht zwischen "links halten" oder "links abbiegen" entscheiden und irritiert den Anwender in wenigen Fällen gar mit einem aus der Luft gegriffenen "bitte jetzt wenden". Offenbar ist der Acer zuweilen mit der GPS-Signalauswertung überfordert, weshalb er das Auto manchmal auf der Gegenspur oder gar in einer Parallelstraße wähnt. Dicht hintereinander folgende Abzweigungen kündigt das System nicht schnell genug an, sodass der Fahrer keine Chance hat, bei einer Links-Rechts-Kombination rechtzeitig die Spur zu wechseln.


Acer d150/d160
HerstellerAcer
LieferumfangNavi-Einheit, USB-Kabel, Docking-Station, Netzteil, SD-Karte (512 MByte), Kfz-Halterung mit Saugfuß und Ersatzschwenkarm, Kfz-Lade-kabel, selbstklebende Saugfußunterlage, Software (Kartenmaterial, Synchronisation, PDF-Betrachter)
Navi-SoftwareDestinator DS Lite
KartenmaterialDeutschland, Österreich, Schweiz (Navteq)
TMCnur d160
GPS-ChipsatzSiRFstar II
Nachtmodusv (manuell)
Größe, Gewicht (Haupteinheit)11,3 cm × 9,7 cm × 4,5 cm, 310 g
BesonderheitenAdressverwaltung mit Navi-Option, abgleichbar mit Outlook-Adressbuch per ActiveSync
Preisd150: 350 EUR, d160: 400 EUR

Falk Navigator N120

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Beim Falk Navigator N120 sorgt ein moderner SiRFstar-III-GPS-Chip für schnelle Positionsermittlung. Der Bildschirm bietet zwar nur einen beschränkten Blickbereich, ist aber hell und spiegelt kaum. Ein TMC-Empfänger ermittelt Staus und Baustellen. Umfangreiches Kartenmaterial von Westeuropa mit vielen Points of Interests (Sonderziele) zur Fußball-WM runden das Paket ab.

Was die Hardware verspricht, kann die Software nicht halten: Zwar übertönen die Anweisungen selbst noch Autoradio-Musik, aber die berechneten Strecken erweisen sich oft als ineffizient und führen den Autofahrer zuweilen in verkehrsberuhigte Bereiche, obwohl das Ziel per Hauptstraßenanbindung schneller zu erreichen wäre. Beim Verlassen der vorgegebenen Route lässt sich das System zu viel Zeit bis zur Neuberechnung und nötigt den Fahrer mit einem "bitte wenden".

Obwohl der Falk-Navigator beim Abreißen der GPS-Satellitenverbindung aus den letzten ermittelten Positions- und Geschwindigkeitsdaten die Standortbestimmung durch Interpolation erkennen soll, versagt das System, wenn man unterhalb von Brücken oder in Tunnels zum Stehen kommt. Das Gerät verliert die Orientierung und die Kartenanzeige dreht sich im Kreis. Unser Testgerät disqualifizierte sich darüber hinaus durch häufige Abstürze.


N120
HerstellerFalk Marco Polo
LieferumfangNavi-Einheit, USB-Kabel, Netzteil, SD-Karte (512 MByte), Kfz-Halterung mit Saugfuß, Kfz-Ladekabel mit TMC-Empfänger, Stift, Software (Navi-Software und Kartenmaterial)
Navi-SoftwareMarco Polo Navigator / Falk Interface
KartenmaterialDeutschland, Österreich, Schweiz und Westeuropa (Navteq)
TMCv
GPS-ChipsatzSiRFstar III
Nachtmodusv (manuell)
Größe, Gewicht (Haupteinheit)11,0 cm × 7,9 cm × 2,2 cm, 176 g
BesonderheitenMP3-Equalizer, mit Navi-Zielen zur Fußball-WM
Preis450 EUR

Navman iCN 530

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Das gut entspiegelte Display ist das hellste im Test und deshalb auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar. Schade nur, dass es wegen des eingeschränkten Blickbereichs nicht von Beifahrer und Fahrer gleichermaßen abgelesen werden kann.

Das Gerät ermittelt anhand der Satellitendaten den Sonnenauf- und -untergang und dimmt den Bildschirm, sobald es Nacht wird. In einem dunklen Wald oder Tunnel aktiviert man den Nachtmodus manuell.

Das Kartenmaterial für den deutschsprachigen Raum ist bereits im internen Flash-Speicher vorinstalliert. Will man weitere Karten von der beigelegten CD-ROM installieren, ist die Anschaffung einer SD/MMC-Erweiterung notwendig.

Schneller als alle anderen Navi-Systeme im Test bestimmt der iCN 530 seine Position. Im Auto vergeht meist keine halbe Minute vom Einschalten bis zur Positionsermittlung. Die Navigationseinheit sitzt sicher in der Kfz-Station, sodass auch Schlaglöcher das Gerät im wahrsten Sinne des Wortes nicht aus der Fassung bringen.

Sowohl die 3D- als auch die 2D-Kartenansicht verschafft schnell einen Überblick von der Umgebung, aber nur, wenn man vorher die Point-of-Interest-Symbole abschaltet, die in der Voreinstellung die Karte überwuchern. Der Navman iCN 530 berechnet sinnvolle Strecken ohne viel Abbiegerei. Verlässt man die vorgegebene Route, berechnet der iCN 530 flugs eine neue. Dabei führt das System den Autofahrer nicht zwangsweise auf den vorherigen Pfad zurück, sondern erstellt gegebenenfalls eine komplett neue Streckenführung.

Die Navigationsansagen tönen laut und deutlich aus dem Lautsprecher. Auf Wunsch passt das Gerät die Lautstärke automatisch an die Geschwindigkeit an. Selbst schnelle Abbiege-Folgen bringen die Navi-Stimme nicht aus dem Takt. Zuweilen ist allerdings von "Rechts" oder "Links halten" die Rede, auch wenn ein Abbiegen nötig wäre. Auf Knopfdruck sucht das Navigationssystem praktischerweise nach Parkhäusern in der Umgebung oder der nächstsgelegenen Tankstelle. Mit der Infrarot-Fernbedienung löst man die Navigation zur Heimadresse aus, regelt die Lautstärke, zoomt Kartenausschnitte oder hangelt sich durchs Menü.


iCN 530
HerstellerNavman
LieferumfangNavi-Einheit, USB-Kabel, Kfz-Halterung mit Kfz-Ladekabel, Schutzhülle, IrDA-Fernbedienung, Stift, Software (Kartenmaterial und Kartenausschnittsverwaltung)
Navi-SoftwareNavman
KartenmaterialDeutschland, Österreich, Schweiz und Westeuropa (Tele Atlas)
TMC-
GPS-ChipsatzSiRFstar III, 2nd Generation
Nachtmodusv (automatisch)
Größe, Gewicht (Haupteinheit)11,8 cm × 7,8 cm × 2,1 cm, 182 g
Besonderheiten-
Preis370 EUR

Novogo V50

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Das Novogo V50 besitzt einen empfindlichen SiRFstar-III-Empfänger für schnellen GPS-Satelliten-Kontakt. Es enthält die bewährte Navigationssoftware von Navigon, die mit einer Bedienoberfläche von Novogo verschönert wurde. Das System berechnet präzise und effiziente Strecken zum Ziel. Kommt man vom Weg ab, präsentiert es nach kurzer Zeit eine sinnvolle Alternativroute .

Als einziges Navigations-System im Test besitzt das V50 eine Sprachsteuerung. Der Nutzer kann beliebige Ziele mit einer Sprachaufnahme verknüpfen. Das klappt selbst in lauter Umgebung so gut, dass man diese Funktion schnell nicht mehr missen möchte.

Das viel zu dunkle Display spiegelt so stark, dass der Fahrer nur bei schummrigem Umgebungslicht und direkter Draufsicht eine Chance hat, etwas zu erkennen. Deshalb muss sich der Fahrer allein auf die Stimme verlassen. Doch selbst das beste Navigationssystem erfordert in besonders unübersichtlichen Gegenden ab und an einen flüchtigen Blick auf die Karte.


V50
HerstellerNovogo
LieferumfangNavi-Einheit, USB-Kabel, Netzteil, SD-Karte (256 MByte), Kfz-Halterung mit Saugfuß, Kfz-Ladekabel mit TMC-Empfänger, Ersatz-Cover, IrDA-Fernbedienung, Schutztasche, Software (Kartenmaterial)
Navi-SoftwareNavigon Mobile Navigator / Novogo Interface
KartenmaterialDeutschland, Österreich, Schweiz, Westeuropa (Navteq)
TMCv
GPS-ChipsatzSiRFstar III
Nachtmodusv (manuell)
Größe, Gewicht (Haupteinheit)14,9 cm × 7,6 cm × 2,5 cm, 259 g
BesonderheitenNavigation per Sprachkommando
Preis500 EUR

Sony Nav-U NV-U50

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Das Kartenmaterial des Sony Nav-U NV-U50 findet im 512 MByte großen, internen Flash-Speicher Platz, der allerdings schon mit den vorinstallierten Straßennetzen gefüllt ist. Will man zusätzliche Karten installieren, muss man andere löschen, weil sich das Navi nicht durch Flash-Module erweitern lässt. Die vorinstallierten Karten decken den deutschen Sprachraum ab.

Der veraltete SiRFstar-II-GPS-Chip braucht besonders bei der erstmaligen Satellitensuche lange, bis er eine Position bestimmen kann. Hat man diese Hürde genommen, findet der U50 beim künftigen Einsatz im Freien meist innerhalb von zwei Minuten genügend Satelliten.

Zur Touchscreen-Kalibrierung empfiehlt das Gerät einen PDA-Stift. Leider liegt dem Paket keiner bei. Zur Not behilft man sich mit dem Fingernagel. Das helle Display lässt sich aus fast jedem Blickwinkel auch bei Sonnenlicht gut ablesen. Allerdings wünscht man sich eine lautere Sprachausgabe. Offenbar hat sich ein Fehler in die Lautstärkeregelung des Systems eingeschlichen: Selbst wenn man diese auf den maximalen Wert einstellt, schaltet sie nach Verlassen des Kontrollfeldes wieder auf einen niedrigeren herunter, weshalb man bei der Navigation besser die Fenster zu und das Radio aus lässt.

Während einer ruppigen Fahrt drohte sich die Navi-Einheit samt Sockel aus der Saugnapfhalterung zu lösen. Der Verbindungszapfen zum Sockel sitzt nicht fest genug am Saugnapfteil. Den Zapfen mit Gewebeband zu umwickeln schafft Abhilfe.

Die Navigation funktioniert hingegen tadellos: Wegen der intuitiven Bedienung hat man auch ohne Blick ins Handbuch schnell sein Ziel eingegeben. Durch genaue Ansagen zum richtigen Zeitpunkt und präzise Streckenführung fühlt man sich beim Sony-System gut aufgehoben. Sollte man dennoch mal eine Abfahrt verpassen, berechnet der Navigator schnell einen neuen Weg. Kein System wertet GPS-Signale zudem so schnell aus wie der Sony NV50: Positionsdaten überträgt er fast unmittelbar in die Kartenansicht, sodass Bewegungen in flüssige Animationen auf dem gut entspiegelten Display umgesetzt werden.


Nav-U NV-U50
HerstellerSony
LieferumfangNavi-Einheit, USB-Kabel, Netzteil, Kfz-Halterung mit Saugfuß, Kfz-Ladekabel, Schutzhülle, Software (Kartenmaterial, Kartenverwaltung)
Navi-SoftwareNavigon Mobile Navigator / Sony Interface
KartenmaterialDeutschland, Österreich, Schweiz (Navteq)
TMC-
GPS-ChipsatzSiRFstar II
Nachtmodusv (automatisch)
Größe, Gewicht (Haupteinheit)10,4 cm × 8,7 cm × 4,2 cm, 307 g
Besonderheiten-
Preis350 EUR

TomTom One

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Das Navigationskästchen von TomTom kommt ganz ohne Knöpfe aus. Ein Stift für die Touchscreen-Bedienung fehlt zwar, aber meist trifft man die großen Symbole mit dem Finger recht gut. Zwar besitzt das TomTom-One-Navigationsgerät keine TMC-Staumelde-Funktion, aber wer ein Bluetooth-Handy besitzt, kann sich die nötigen Daten auch übers Internet besorgen, was allerdings Verbindungsentgelt kostet.

Der TomTom-Plus-Internet-Service stellt noch weitere Daten bereit: Wetterinformationen, feste Radarfalleninstallationen und Blitzampeln, Reiserouten, Sonderziele und Farbschemata. Nach einer Testphase von einem Monat bittet der Hersteller den Nutzer hierfür allerdings zur Kasse. So kostet ein Abonnement von Verkehrsinformationen des Deutschen Straßennetzes für ein Jahr knapp 40 Euro. Starenkästen-Informationen oder das Sonderziel-Verzeichnis schlagen ebenfalls mit 40 Euro zu Buche. Für Vieles, was andere Navigationssysteme bereits mitbringen, muss der TomTom-One-Nutzer tief in die Tasche greifen. Zumindest Radarfallen-Informationen kann sich der Nutzer aber auch tagesaktuell kostenfrei auf dem Webportal www.radarfalle.de besorgen.

Außer Verkehrs- und Wetterdaten bietet der Internet-Dienst auch Sprachpakete an. Für fünf Euro ist man mit Gerhard Schröder, Enie van de Meiklokjes, Franz Beckenbauer oder Boris Becker unterwegs. Anstatt sich um Gimmicks zu kümmern, hätte TomTom besser an den Abbiege-Hinweisen gefeilt: Viel zu oft bleibt das Navi-Gerät stumm oder irritiert mit zweideutigen Anweisungen, sodass man in vielen Fällen gezwungen ist einen Blick auf die Karte zu riskieren. An der Streckenberechnung gibt es wenig auszusetzen.


One
HerstellerTomTom
LieferumfangNavi-Einheit, USB-Kabel, SD-Karte (256 MByte), Kfz-Halterung mit Saugfuß, Kfz-Ladekabel, Software (SD-Karten-backup,Kartenmaterial)
Navi-SoftwareTomTom Navigator
KartenmaterialDeutschland und Westeuropa (Tele Atlas)
TMC-
GPS-ChipsatzSiRFstar III
Nachtmodusv (manuell)
Größe, Gewicht (Haupteinheit)11,0 cm × 8,9 cm × 3,4 cm, 259 g
Besonderheitenermittelt Wetterdaten, Verkehrsinfos, Sprachpakete via Bluetooth-Handy – gegen Gebühr
Preis370 EUR

Yakumo EazyGo

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Obwohl er weniger als 300 Euro kostet, muss sich Yakumos EazyGo nicht hinter der Konkurrenz verstecken: Der Bildschirm ist aus fast jedem Blickwinkel gut ablesbar und auch bei Sonnenschein noch zu gebrauchen. Wegen der durchdachten Menüführung muss man selten ins Handbuch schauen und die Navigationsansagen übertönen selbst Motor, Radio und Windgeräusche zusammen.

Beim Kartenmaterial hat Yakumo allerdings den Rotstift angesetzt: Nur eine Deutschland-Karte ist mit von der Partie. Auch der GPS-Teil mit dem älteren SiRFstar II ist eine Sparlösung. Das Gerät ist handlich, leicht und sitzt fest in der Kfz-Halterung. Wer auf die Idee kommt, den EazyGo auch für die Fußgänger-Navigation zu verwenden, wird enttäuscht. Im Test gab der Akku schon nach weniger als einer Stunde auf – das reicht gerade für einen kurzen Spaziergang.

Bei Stadtfahrten berechnet der Yakumo zuweilen umständliche Routen und gibt sich auch bei Alternativen nicht viel Mühe. Alles in allem überzeugt der EazyGo bei der Streckenführung nur mäßig: Kurioserweise zieht er enge Straßen der Hauptstraße vor. Bei kurz aufeinander folgenden Abbiegungen kommen die Ansagen zu spät oder gar nicht.


EazyGo
HerstellerYakumo
LieferumfangNavi-Einheit, USB-Kabel, Netzteil, SD-Karte (512 MByte), Kfz-Halterung mit Saugfuß, Kfz-Lade-kabel, Schutztasche, Stift, Software (Synchronisation, Kartenmaterial, Kartenverwaltung)
Navi-SoftwareMarco Polo
KartenmaterialDeutschland (Tele Atlas)
TMC-
GPS-ChipsatzSiRFstar II
Nachtmodusv (manuell)
Größe, Gewicht (Haupteinheit)12,9 cm × 7,4 cm × 2,0 cm, 193 g
Besonderheitenerweiterbar um Stadtführer
Preis260 EUR

Fazit

Im Auto wünscht man sich einen einfach zu bedienenden Wegweiser mit lauter Sprachausgabe, gutem Display und effizienter Streckenberechnung. Während bei Komponentensystemen einige der Kriterien nicht so stark ins Gewicht fallen, weil sie etwa durch Softwaretausch zu kompensieren sind, muss man bei PNAs mit der gegebenen Hard- und Software auskommen.

So nützt die laute Sprachausgabe und der gut entspiegelte Bildschirm beim Falk N120 wenig, weil die instabile Software oft zweideutige Anweisungen von sich gibt und nicht durch eine bessere ersetzt werden kann. Für 450 Euro darf man Besseres erwarten.

Die beiden Navigatoren Acer d150 ohne und d160 mit TMC-Staumelder sind zwar etwas günstiger (350 und 400 Euro), überzeugen aber auch wenig als Pfadfinder. Hier hapert es nicht nur bei der Streckenführung, sondern auch bei der Bedienoberfläche. Die ist beim günstigen Yakumo EazyGo für 260 Euro zwar besser, aber das System berechnet oft umständliche Fahrwege und gibt zweideutige Fahranweisungen von sich. Das Display gefällt allerdings und lässt sich bei fast allen Lichtverhältnissen gut ablesen.

Umgekehrt verhält es sich beim 500 Euro teuren Novogo V50: Hier gefällt die Navi-Software, allerdings möchte man den PNA wegen seines spiegelnden und dunklen Displays trotzdem nicht als Auto-Navigator gebrauchen.

Der TomTom One (370 Euro) enthält einen besseren Bildschirm und berechnet effiziente Wege. Schade nur, dass der Hersteller die Stimmnavigation etwas vernachlässigt hat. Da trösten auch die nachrüstbaren Gimmicks wie verschiedene Sprachprofile oder Wetter und Staudaten wenig, die dazu noch viel Geld extra kosten.

Rundum zufrieden könnte man mit dem Sony Nav-U NV-U50 für 350 Euro sein, wenn nicht seine Sprachausgabe – bedingt durch einen Software-Fehler – etwas zu leise wäre. Die Anweisungen des Navman iCN 530 tönen hingegen laut genug aus der internen Box. Auch in fast allen anderen Punkten brilliert das Leitsystem und beweist, dass ein guter Lotse für den Straßendschungel nicht mehr als 370 Euro kosten muss. (dal)

Literatur
[1] Oliver Lau, Wege nach Rom, Navigationsgeräte für jeden Zweck, c't 7/06, S. 166
[2] Daniel Lüders, Universalisten, Acht PDA-Navis für Auto und Jackentasche, www.heise.de/mobil/artikel/73479

Themenforum Navigation


Personal Navigation Assistants (PNA) bis 500 Euro
Produktd150 / d160N120iCN 530V50Nav-U NV-U50OneEazyGo
HerstellerAcerFalk Marco PoloNavmanNovogoSonyTomTomYakumo
LieferumfangNavi-Einheit, USB-Kabel, Docking-Station, Netzteil, SD-Karte (512 MByte), Kfz-Halterung mit Saugfuß und Ersatzschwenkarm, Kfz-Lade-kabel, selbstklebende Saugfußunterlage, Software (Kartenmaterial, Synchronisation, PDF-Betrachter)Navi-Einheit, USB-Kabel, Netzteil, SD-Karte (512 MByte), Kfz-Halterung mit Saugfuß, Kfz-Ladekabel mit TMC-Empfänger, Stift, Software (Navi-Software und Kartenmaterial)Navi-Einheit, USB-Kabel, Kfz-Halterung mit Kfz-Ladekabel, Schutzhülle, IrDA-Fernbedienung, Stift, Software (Kartenmaterial und Kartenausschnitts- verwaltung)Navi-Einheit, USB-Kabel, Netzteil, SD-Karte (256 MByte), Kfz-Halterung mit Saugfuß, Kfz-Ladekabel mit TMC-Empfänger, Ersatz-Cover, IrDA-Fernbedienung, Schutztasche, Software (Kartenmaterial)Navi-Einheit, USB-Kabel, Netzteil, Kfz-Halterung mit Saugfuß, Kfz-Ladekabel, Schutzhülle, Software (Kartenmaterial, Kartenverwaltung)Navi-Einheit, USB-Kabel, SD-Karte (256 MByte), Kfz-Halterung mit Saugfuß, Kfz-Ladekabel, Software (SD-Karten-backup, Kartenmaterial)Navi-Einheit, USB-Kabel, Netzteil, SD-Karte (512 MByte), Kfz-Halterung mit Saugfuß, Kfz-Lade-kabel, Schutztasche, Stift, Software (Synchronisation, Kartenmaterial, Kartenverwaltung)
Navi-SoftwareDestinator DS LiteMarco Polo Navigator / Falk InterfaceNavmanNavigon Mobile Navigator / Novogo InterfaceNavigon Mobile Navigator / Sony InterfaceTomTom NavigatorMarco Polo
KartenmaterialDeutschland, Österreich, Schweiz (Navteq)Deutschland, Österreich, Schweiz und Westeuropa (Navteq)Deutschland, Österreich, Schweiz und Westeuropa (Tele Atlas)Deutschland, Österreich, Schweiz, Westeuropa (Navteq)Deutschland, Österreich, Schweiz (Navteq)Deutschland und Westeuropa (Tele Atlas)Deutschland (Tele Atlas)
TMCnur d160v-v---
GPS-ChipsatzSiRFstar IISiRFstar IIISiRFstar III, 2nd GenerationSiRFstar IIISiRFstar IISiRFstar IIISiRFstar II
Nachtmodusv (manuell)v (manuell)v (automatisch)v (manuell)v (automatisch)v (manuell)v (manuell)
Größe, Gewicht (Haupteinheit)11,3 cm × 9,7 cm × 4,5 cm, 310 g11,0 cm × 7,9 cm × 2,2 cm, 176 g11,8 cm × 7,8 cm × 2,1 cm, 182 g14,9 cm × 7,6 cm × 2,5 cm, 259 g10,4 cm × 8,7 cm × 4,2 cm, 307 g11,0 cm × 8,9 cm × 3,4 cm, 259 g12,9 cm × 7,4 cm × 2,0 cm, 193 g
BesonderheitenAdressverwaltung mit Navi-Option, abgleichbar mit Outlook-Adressbuch per ActiveSyncMP3-Equalizer, mit Navi-Zielen zur Fußball-WM-Navigation per Sprachkommando-ermittelt Wetterdaten, Verkehrsinfos, Sprachpakete via Bluetooth-Handy – gegen Gebührerweiterbar um Stadtführer
Preisd150: 350 EUR, d160: 400 EUR 450 EUR370 EUR500 EUR350 EUR370 EUR260 EUR