Formatfrage
Das Lifebook S2110 ist das erste Business-Modell von Fujitsu Siemens mit AMD-Prozessor, das MSI Megabook S262 läuft mit Centrino-Duo-Hardware.
- Dr. JĂĽrgen Rink
Beide beanspruchen gleich wenig Platz in der Tasche und beide haben eine große Tastatur, doch das Innenleben könnte kaum unterschiedlicher sein: Das Lifebook S2110 ist das erste Business-Modell von Fujitsu Siemens mit AMD-Prozessor, das MSI Megabook S262 läuft mit Centrino-Duo-Hardware.
Derzeit dominieren in der Kompaktklasse Notebooks mit 14-Zoll-Display im Breitformat. Ganz gegen den Trend haben Fujitsu Siemens und MSI Modelle im Angebot, die wenige Zentimeter schmaler sind und trotzdem Tastaturen in Normalgröße unterbringen. Das Lifebook S2110 wiegt 1,9 kg, das Megabook S262 bringt 2,1 kg auf die Waage. Je nach Ausführung kosten sie etwa zwischen 1280 und 1650 Euro.
Das Lifebook S2110 zeigt den Desktop-Inhalt auf einem mittlerweile selten gewordenen 13,3-Zoll-Display im 4:3-Format, das den Deckel ganz ausfüllt. Das MSI dagegen hat ein kleines 12,1-Zoll-Display im 16:10- Breitbildformat, das etwas verloren wirkt. Doch ist es die Kombination aus Auflösung und Größe, die festlegt, für wen sich ein Display eignet: Das 13,3-Zoll-Panel im Lifebook stellt nur 1024 × 768 Punkte dar, was einer Auflösung von 98 dpi entspricht. Symbole und Schrift sind groß und Bilder haben weniger Details. Hier kann man mit größerem Abstand aufs Display schauen. Das kleinere Megabook-Display geht mit seiner Auflösung von 124 dpi (1280 × 800) als guter Kompromiss durch: Schrift und Symbole fallen etwas kleiner aus, dafür passt mehr auf die Anzeige.
Beide Panel-Oberflächen sind glatt und spiegeln. Da das Lifebook S2110 mit rund 190 cd/m2 sehr hell leuchtet, stören nur sehr harte Lichtreflexe wie direkte Sonne oder beleuchtete Flächen. Das Panel im Megabook S262 reflektiert zum einen mehr Umgebungslicht als der Konkurrent und leuchtet zum anderen nur mit 145 cd/m2 – beides führt dazu, dass Reflexionen viel mehr auffallen.
Draußen im Sonnenlicht kann man bei beiden dunkle Schrift auf hellem Grund noch erkennen, aber das Lifebook zeigt selbst bei ungünstiger Sonneneinstrahlung ein gut ablesbares Bild, der hohe Kontrast hilft dabei. Die Blickbereiche der beiden Panels fallen für Notebook- Verhältnisse erstaunlich groß aus, nur nach oben wird das Bild schon bei kleinen Winkeln trüb.
Fujitsu Siemens Lifebook S2110
![Bild 2 [250 x 249 Pixel @ 41 KB]](https://www.heise.de/altcms_bilder/74620/2_lores.jpg)
Das Lifebook S2110 hat ein helles Display mit allerdings niedriger Auflösung und ist das erste Business-Notebook von Fujitsu Siemens mit AMD-Prozessor.![]()
Bislang hat Fujitsu Siemens die Business-Serien auf Intel-CPUs ausgerichtet, jetzt weicht der Hersteller mit dem AMD Turion 64 MT-37 im Lifebook S2110 von dieser Linie ab. Der CPU zur Seite steht der ATI-Chipsatz Xpress 200M mit integrierter Grafik. Die Rechenleistung liegt damit auf dem Niveau eines Centrino-Systems mit Pentium M um 2 GHz, kann sich also sehen lassen.
Die Grafikleistung fällt gegenüber der Intel-Grafik allerdings um ein Drittel ab. In der Praxis hat das nur bei grafikintensiven Anwendungen negative Auswirkungen, etwa bei Spielen.
Rund 15 W sind nötig, um das Lifebook S2110 in Betrieb zu halten, bei Rechenlast kann der Wert auf über 20 W steigen. Das ist wesentlich weniger als bei Highend-Maschinen mit ihren Grafikchips, aber doch mehr als bei der Centrino-Konkurrenz mit integrierter Grafik und ähnlichem Display. Die Akkulaufzeit liegt bei 3,7 Stunden und sinkt auf 2,4 Stunden, wenn man sich ein DVD-Video anschaut. Fürs Laden im Betrieb lässt sich das Lifebook zu viel Zeit. Das Notebook bleibt angenehm ruhig, nur bei hoher Rechenlast pfeift der Lüfter vernehmlich und dauernd.
Die trotz eingebautem DVD-Brenner flache Bauweise und das nach vorne abgerundete Gehäuse gefallen und erleichtern das Tippen, dazu kommt die Tastatur in Normalgröße mit genügend Tastenhub und weichem Anschlag. Auch längere Texte sollten damit kein Problem sein. Mit dem Touchpad lässt sich der Cursor nur ungenau positionieren, die Scroll-Wippe zwischen linker und rechter Touchpad-Taste muss der Finger sehr genau treffen, um sie zum Mitmachen zu bewegen.
Bis auf die Audio-Ports liegen alle Anschlüsse hinten; Bluetooth, DVI und ein internes Mikrofon hat das Gerät nicht. Der VGA-Port gibt saubere Signale von sich, ebenso der Audio-Port. WLAN-Daten überträgt das Lifebook S2110 mit hoher Rate. Wie häufig bei ATI-Chipsätzen lässt sich die Hardware bei USB Zeit und schickt die Daten nur mit halber Geschwindigkeit im Vergleich zu den Centrino-Chipsätzen über diese Verbindung. Die Lautsprecherchen tönen plärrend und blechern, ohne erkennbaren Ansatz von Tiefen.
Unser Testmodell mit großer Festplatte (100 GByte) und 1 GByte Speicher kostet beim Händler knapp 1600 Euro. Für viele tut es auch die Version mit Turion 64 MT-34, 60-GByte-Festplatte und 512 MByte Hauptspeicher für unter 1300 Euro – ein preisgünstiges Gerät mit akzeptabler Laufzeit und guter Ergonomie.
MSI Megabook S262
![Bild 3 [250 x 248 Pixel @ 42,1 KB]](https://www.heise.de/altcms_bilder/74620/3_lores.jpg)
Im MSI Megabook S262 steckt Centrino-Duo-Hardware und ein kleines Display. Das Notebook gibt es auch als Barebone, allerdings mit kleinerem Akku.![]()
Eigentlich ist das Megabook S262 kürzer als das Lifebook, doch der unförmige Akku, der nach hinten rausragt, verlängert das Gerät um zwei Zentimeter. Da der Akku nach unten gebogen ist, steht das Notebook schräg. Die Leistungsaufnahme des Megabook S262 liegt ohne Last bei 15 W. Andere Dual-Core-Geräte mit kleinem Display begnügen sich durchaus schon mal mit 12 W. Trotz dieses Verbrauchs hält das Megabook wegen des großen Akkus über vier Stunden durch.
Das Megabook S262 erwärmt sich an der rechten Vorderseite auf knapp 40 :°C auf. Vor allem bei Rechenlast dreht der Lüfter häufig, erledigt aber seine Aufgabe bemerkenswert ruhig. Er stört nur in sehr ruhiger Umgebung.
In puncto Rechenleistung macht dem Kompakten von MSI so leicht keiner was vor. Mit Core Duo T2500 (2 GHz) und 2 GByte Hauptspeicher rennt er in die Notebook-Spitzengruppe, nur noch ĂĽbertroffen von Portablen mit Highend-3D-Grafikchips.
Anders als das Lifebook S2110 schickt das Megabook S262 die Daten flott über den USB-Port, doch patzt das Gerät bei anderen Datenverbindungen: Über WLAN konnten wir in 20 Meter Entfernung vom Access Point nur knapp über 1 MByte/s übertragen – auch wenn Bluetooth abgeschaltet war. Probleme hat MSI auch mit dem VGA-Port: Am Ausgang steht maximal die Panel-Auflösung von 1280 × 800 bereit, obwohl die Intel-Grafik GMA 950 viel mehr kann. Der Grund für dieses Verhalten liegt vermutlich im Zusammenspiel von BIOS mit Intel-Grafik-Treiber; MSI versprach baldmöglichst Abhilfe, doch auch nach Wochen warten wir immer noch auf das Update. Immerhin hat MSI zwischenzeitlich einen anderen Bug ausgemerzt: Die Akkus in den ersten Megabook S262 verlieren bei ausgeschaltetem Gerät pro Tag fast 10 Prozent ihrer Kapazität. Ein BIOS-Update behebt das Problem.
Die Anschlüsse sind hauptsächlich an den beiden Seiten verteilt, nur die Audio-Ports liegen vorne. Die Lautsprecherchen sitzen hinter dem großen Deckelrand und klingen blechern, aber genügend laut. Ein internes Mikrofon hat das Megabook S262 nicht.
Wichtig für UMTS-Nutzer: Das Notebook nimmt nur eine ExpressCard auf, eine PC Card passt nicht ins Gerät. Abhilfe schafft nur ein externer Adapter von PC Cards auf USB, den es für manche UMTS-PC-Cards gibt, zum Beispiel von Bressner.
MSI entschied sich für eine zusätzliche Tastaturspalte rechts (Bild rauf/runter, Ende ...). Der dafür benötigte Platz geht auf Kosten der Umlaut-Tasten und der rechten Shift-Taste, die schmaler ausfallen als gewohnt. Manche geübten Zehnfingerschreiber werden sich da umstellen müssen. Das Touchpad funktioniert zuverlässig, die Touchpad-Tasten sind zwar schmal, aber leichtgängig.
Unser Modell kostet beim Händler etwa 1650 Euro, eine Version mit T2300, 1 GByte Hauptspeicher und 80 GByte-Festplatte gibts für 1280 Euro. Manche Händler bieten auch das Barebone allein ohne CPU, RAM und Festplatte an. Es kostet um 600 Euro, hat aber nur einen kleineren Akku, der bei gleicher Hardware-Bestückung vermutlich nur zwei Stunden durchhält.
Fazit
Mit hellem Display, groĂźer Tastatur und relativ geringem Gewicht punktet das Fujitsu Siemens Lifebook S2110. Wegen der Leistungsaufnahme liegt die Akkulaufzeit weit unter vier Stunden. Die Rechenleistung wird den meisten Anwendern reichen, die USB-Datenrate des ATI-Chipsatzes eher nicht.
Das Megabook S262 glänzt mit üppiger Rechenleistung und läuft trotz relativ hohem Verbrauch dank großem Akku über vier Stunden lang. Derzeit gibt es erst wenige Kompakt-Notebooks mit Core Duo, insofern ist ihm die Aufmerksamkeit sicher. Die Erwärmung, die niedrige WLAN-Rate und der immer noch nicht behobene Bug der unpassenden externen Auflösung stehen auf der Negativ-Seite. Die Display-Auflösung ist optimal, nur hätte auch ein größeres Panel ins S262 gepasst.
Beide Notebooks gibt es für unter 1300 Euro in einer sinnvollen Ausstattung. Mit viel Speicher, großer Festplatte und schneller CPU sind um 1600 Euro fällig. (jr)
| ||||||||||||||||||||||||